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9/16/2009

Nite Jewel im Interview / Gig im West Germany



Nite Jewel alias Ramona Gonzalez, geboren und aufgewachsen in Oakland, Kalifornien, ist Musikerin, Künstlerin, Kuratorin sowie Philosophiestudentin am Occidental College in Los Angeles, welches auch Obama kurzzeitig besuchte.

Ihre Musik wird von der Musikpresse gern als Lo-Fi und/oder „homemade“ bezeichnet und danach klingt sie auch: rau aber trotzdem chic, ein bisschen wie ein Sonntag Morgen post Feiern, in einem sommerlichen Park, vorzugsweise mit wenig bis braunem Rasen, lauwarmem Club Mate und großer Sonnenbrille im Gesicht.

Mit ihrer 12“ „What did he say“, erschienen im Herbst 2008 auf Italians do it better, feierte sie ihren Durchbruch und wurde erstmals von einer breiteren Masse wahr genommen. Inzwischen hat sie eine neue LP, selbst veröffentlicht, betitelt „Good Evening“, zu deren Promo sie im Septemeber, ergo jetzt, auf Europa Tournee gehen wird. Hinsichtlich dieses Events habe ich den Lofi-Juwelen online interviewt. Claudia Rech


CR: Woher kommt der Name Nite Jewel und was bedeutet er?

NJ: „Night Jewel“ ist der Titel eines Songs der 80er Jahre Band „Nimbus Obi“ aus San Diego. Mein Freund Jason hat diesen Song entdeckt und dann angefangen, mich Night Jewel zu nennen. Ich habe Night Jewel dann in Nite Jewel geändert, um es ein wenig einfacher zu machen.

CR: Wann hast Du begonnen Musik und Kunst zu machen?

NJ: Ich habe angefangen Musik zu spielen, als ich 4 oder 5 Jahre alt war. Schon als Kind habe ich immer in den verschiedensten Formen Kunst gemacht. Ich glaube, mit Spielzeug zu spielen ist vermutlich sehr inspirierend.

CR: Was sind Deine Einflüsse in Musik und Kunst?

NJ: Als ich ein Kind war, hat meine Mutter viel Folk und World Musik gehört und mein Vater viel Pop und mexikanische Folklore. Ich weiß nicht genau, ob man das wirklich als meine Einflüsse bezeichnen kann, aber das hat sicherlich Spuren hinterlassen.

CR: Bezüglich deiner Installation “The Question Concerning Technology”; kannst Du uns ein bisschen was darüber erzählen?

NJ: Das Stück beinhaltet die Demontage einer Schreibmaschine und die dazugehörige Tonaufnahme (auf Kassette). Man hört, wie ich in verschiedenen Stadien während der zwei Wochen, in der sie komplett zerlegt wurde, darauf tippe.
Alle Einzelteile der Schreibmaschine wurden dann in sehr steriler Weise auf einem Tisch zur Schau gestellt, vergleichbar mit den Utensilien eines OP-Tischs. Unter dem Tisch wurde die Tonaufnahme abgespielt. Das Intuitive der Tonaufnahme, also der
Zerfallsprozess der Maschine, sollte mit der sterilen Natur der Elemente auf dem Tisch korrespondieren.

CR: Wie ist es, in L.A. zu leben und wie inspiriert Dich die Stadt?

NJ: Ich liebe es, in L.A. zu leben, wenn nicht der ewige Smog wäre. Es ist einfach, einen Job zu finden, das Leben kostet nicht viel und das Wetter ist eigentlich immer gut. Es ist eine Stadt, die geologisch und kulturell vielschichtig ist. Ausserdem sind die Leute relaxed. Ich würde sagen, dass die Stadt mich einfach inspiriert, weil ich hier weniger gestresst bin und so mehr Zeit finde kreativ zu sein.




Nite Jewel - Weak 4 Me (DL) (Alt)




CR: Hast du immer in Amerika gelebt?

NJ: Ja, bis dato immer.

CR: Und zieht es dich in Zukunft irgendwo anders hin?

NJ: Ja, klar, nach Berlin. Ich visiere so um 2011 an.

CR: Du studierst Philosophie; Wer beeindruckt Dich momentan mit seinen bedeutungsschwangeren Worten?

NJ: Ich mag viele Philosophen. Zur Zeit bin ich ein großer Fan von Wittgenstein. Vor kurzem habe ich drei Bücher von ihm plus Biographie gelesen. „Philosophische Untersuchungen“ ist grossartig.

CR: Und was möchtest Du werden, wenn Du groß bist?

NJ: Wenn ich Groß werde? Haha - ich glaube, ich werd es rausfinden. Als ich ein Kind war, wollte ich Sängerin werden und so wie es momentan ausschaut, hat das geklappt.

CR: Im September wirst Du eine Tournee in Europa spielen; ist es dein erstes Mal auf dem alten Kontinent, und falls ja, welche Erwartungen hast Du an Europa?

NJ: Ich war schon mal mit 18 in Europa. Damals war ich für 2 Monate hier und hatte schon eine Menge Erwartungen, die aber zum Teil doch sehr schnell passe waren. Ich glaube Rom war der größte Schock für mich. Ich habe mir etwas großartiges und schönes vorgestellt und nicht so etwas Heruntergekommenes. Heute, wenn ich mir die „Nächte von Cabiria“ von Fellini anschaue, denke ich „Ja, das ist Rom“, so wie jede andere Stadt, inklusive Schattenseite. Ich glaube, als in Rom war, hatte ich einfach nicht erwartet, dass die Stadt nicht nur mit prächtigen Monumenten geschmückt sein würde, sondern dass dort auch echte Menschen leben und es so was wie Alltag gibt. My Fault.
Ich habe danach, während meiner klassischen Europa-Reise, vor allem die ländlichen Gegenden genossen. Die waren mir lieber als die Städte.
In Deutschland war ich damals aber nicht, umso mehr freue ich mich jetzt. Allerdings diesmal ohne große Erwartungen, ich will mich und das Land nicht unter subjektiven
Erwartungsdruck setzen.

CR: Noch ein kurzes Wort zu deinem Release “Good Evening” und zu deiner Tournee, was hat man zu erwarten?

"Good Evening" wurde auf einem 8-Spur-Kassettenrekorder bei mir Zuhause aufgenommen, dementsprechend klingt es auch. Auf derTournee werden wir es aber mit einer drei Mann Band reinterpretieren, damit die Fans auch etwas davon haben.

CR: Das Wichtigste zum Schluss: Dein Lieblingsessen?

NJ: Ich mag Suppen, alle.

CR: Merzi.


Unser Mädchen Claudia Rech hat vor ein paar Wochen dieses Interview geführt. Anlässlich des Konzerts am 17.09.2009 im West Germany gibt es das entsprechende Manuskript jetzt hier bei uns. Als kleine Einstimmung.

Mehr Informationen zu Nite Jewel findet ihr hier, mehr zum Gig im WG hier. Spärlich.


2/26/2009

interviewing mr. oizo: affenmusik



Quentin Dupieux ist die Art Künstler, an dem sich die Geister scheiden. Für die einen ist er der Genius, der Ed Banger, dem Label, das seit ca. einem Jahr selbst in den iTunes-Bibliotheken hiesiger Indiemädchen überproportional häufig vertreten ist, fehlte. Wieder andere halten ihn für ein begnadeten Generalisten, der sich an Film und Kunst versucht, dessen Werke fernab der Musik aber bis dato bestenfalls als Achtungserfolge wahrgenommen wurden. Das Gros der Ottonormalverbraucher wird jedoch bei seinem Alias Mr. Oizo vor allem an eine Puppe denken.

Noch knapp 10 Jahre nach seinem durchschlagenden Erfolg mit „Flat Eric“, dem neurotisch zuckenden, gelben Etwas, das uns Faltenhosen schmackhaft machen wollte, kämpft Dupieux seinen Kampf gegen Windmühlen. Dass sich seine neue Platte „Lambs Anger“ jetzt mit einer Referenz an den „Andalusischen Hund“, einen in 1928 erschienen Stummfilm von Luis Buñuel und Salvador Dali, der vor allem Surrealisten und Freudianer auf den Plan rief, schmückt, ist kaum verwunderlich. Dupieuxs Umgang mit der eigenen Person, Umfeld und Geschichte wirkt eigenwillig, bisweilen exzentrisch. In jedem Falle aber gewinnt man den Eindruck, es mit einem Menschen zu tun zu haben, der ein gespaltenes Verhältnis zu sich, seinen Erfolgen und Niederlagen, sowie den Mechanismen des Marktes hat, dem er versucht, seine Kunst näher zu bringen.

Beim Interview selbst wirkt der Franzose angespannt, manchmal flapsig, jedoch immer wach und darauf bedacht, klarzustellen, dass er es sein will, der seine Geschichte schreibt. Ein Unterfangen das mitunter schwierig sein könnte, bedenkt man, dass gleich seine erste Single einen stattlichen Stempel im Gedächtnis der Mediengesellschaft hinterlassen hat.




Dein neues Album ist gerade erschienen. Das Artwork, eine Referenz an Buñuels bzw. Dalis „Andalusischen Hund“, fällt dabei wortwörtlich ins Auge. Es entsteht der Eindruck, du würdest dich auf tragische Weise von deinem Alter Ego „Flat Eric“ verabschieden.

O: Nein, dabei handelt es sich in erster Linie um eine Ehrerbietung an Buñuel und Dali und deren großartigen Kurzfilm. Ich finde es aber unterhaltsam, dass sich alle darüber den Kopf zerbrechen. Es ist witzig zu sehen, dass sich Jugendliche im Internet darüber unterhalten und herausfinden, dass es sich dabei um den „Andalusischen Hund“ handelt. Ein Stück weit möchte ich damit auch das Interesse an Kunst fernab des Mainstreams wecken, so kann man den Jüngeren ein bisschen was mit auf den Weg geben. Etwas zum Nachdenken, Kultur.

„Flat Eric“ lebt also weiter. Damals allerdings hast du im Affekt ein Album veröffentlicht mit dem die meisten Hörer nicht viel anfangen konnten.

O: Ja, es war definitiv eine Antwort auf den Erfolg, weil ich der Überzeugung war, dass dieser für das, was es war, ein paar Nummer zu groß ausgefallen ist. Es war schließlich ein einfacher Beat, den ich für einen Werbeclip mehr oder weniger hingerotzt habe.

Also wolltest du die Leute überrumpeln?

O: Ja, es war eine art Teenagerebellion. Ich wollte allen sagen „Fuck off! Ich bin mehr als das, ich kann auch etwas Härteres, Kreativeres machen“. Es war sozusagen eine Trotzreaktion auf den Erfolg.




Mr. Oizo - Gay Dentists (DL) (YSI)



Danach hast du eine ganze Weile nichts mehr veröffentlicht. Vieles von dem, was du in der Zwischenzeit angefangen, aber nie beendet hast, hast du als „Scheiße“ bezeichnet. Das klingt ein wenig nach Quarterlife-Crisis.

O: Nein, ich bin immer glücklich mit „Flat Eric“ und dem Drumherum gewesen, aber offensichtlich kam das alles viel zu früh. Ich war gerade erst dabei anzufangen, Musik zu machen, hatte keine Erfahrung. Der Erfolg war mir dann einfach zu groß und schien nicht angemessen für ein eher lapidares Stück Musik. Das hat mich retrospektiv definitiv blockiert und mich daran gehindert, etwas Neues zu machen.

Eigentlich verstehst du dich ja auch mehr als Filmer denn Musiker, richtig?

O: Ich habe angefangen Filme zu machen, als ich vielleicht 12 war. Hauptsächlich Kurzfilme. Als kleines Kind war ich besessen vom „Texas Kettensägen Massaker“, also hab ich versucht, solche Sachen im Garten meiner Eltern nachzustellen, irgendwo in einem Pariser Vorort. Mit 20 wollte ich dann mehr in die Comedy-Ecke. Das ist aber alles immer ein bisschen dunkler gewesen, als man es vielleicht bei Comedy erwarten würde, schwierig zu beschreiben. Mit Musik hab ich eigentlich nur angefangen, um sie über meine Kurzfilme zu legen. Da war ich vielleicht 18. Tanzmusik wurde das erst, als ich Laurent Garnier kennen gelernt habe, der mich dazu animierte ein bisschen Blödelmusik zu machen. In erster Linie verstehe ich mich aber weiterhin als Filmemacher, richtig. Die Musik ist nur spaßiges Beiwerk.

Du arbeitest jetzt nur noch digital, wann und warum hast du damit angefangen?

O: Vor 5 Jahren. Anfangs habe ich allerdings noch versucht, das alte Zeug an meinen Rechner anzuschließen. Ich habe eine ganze Batterie an Equipment, die sich über die Jahre angestaut hat. Es war eine wahre Obsession, immer neues auszuprobieren und zu kaufen. Dementsprechend ist z.B. „Moustache“ in einer Halbwelt aus Computern und analogem Equipment entstanden. Inzwischen bin ich aber komplett auf Computer umgestiegen, weil ich denke, dass man damit besser arbeiten kann.




Das lässt sich auch gut raushören, „Analog Worms Attack“ klang noch wesentlich organischer als deine letzten beiden Werke.

O: Ja, „Analog Worms Attack“ wurde z.B. noch auf Tape aufgenommen. Aber ich denke, es ist inzwischen kein Problem, mit der heutigen Technik diesen Effekt zu reproduzieren. Zumindest wenn man sich schlau genug anstellt.

Auf „Moustache“ lässt sich auch erkennen, dass du moderner Tanzmusik etwas mehr Respekt zollst, wenn man es mit dem noch sehr experimentellen, konzeptuellen „Analog Worms Attack“ vergleicht.

O: Ich kann nur sagen, dass ich mit dem zweiten Album so lange warten musste, bis ein wirklich neuer Antrieb da war. Zwei mal das gleiche Album aufzunehmen wäre langweilig gewesen. Deswegen sind die drei Alben auch so unterschiedlich, denke ich. Jedes Mal steckte eine völlig andere Energie hinter dem Ganzen.

Woher kam damals dieser Antrieb, woher die Muße?

O: Vor allem aus den Möglichkeiten, die mir mein Computer bot. Ich war besessen davon, auszuloten, was mir diese digitale Welt zu bieten hatte, all die verrückten Dinge, die man aus den Plugins quetschen konnte. Es klingt für mich selbst etwas komisch, wenn ich das sage, aber im Endeffekt war es wirklich mein Computer, der mich inspirierte, diese Platte aufzunehmen, mit der ich im übrigen heute noch sehr zufrieden bin.




Mr. Oizo - Gay Dentists (JFK Edit) (DL) (YSI)



Die neue Platte klingt sehr modern und glatter, verströmt den heutigen Zeitgeist französischer Elektronik, auch wenn sie immer noch sehr dicht gestrickt und voller Ideen ist.

O: Die Idee ist immer noch das Wichtigste, wenn es darum geht, etwas Kreatives zu tun. Welches Werkzeug du dann genau benutzt, welchen Computer, welchen Synthesizer, welche Software oder ganz allgemein, welchen Weg du wählst, sie zu verwirklichen, ist eigentlich egal. Bei „Lambs Anger“ war z.B. die Idee Affenmusik zu machen.

Affenmusik?

O: Ja, die Platte wurde aufgenommen, ohne viel nachzudenken. Alles sollte sehr schnell gehen. Jeder Track wurde vielleicht in 2 bis 3 stunden, maximal aber einem Tag aufgenommen. Auf keinen Fall mehr.

2 Stunden sind vergleichsweise wenig. Man erzählt sich auch, dass du dir für Remixe nicht viel mehr Zeit nimmst.

O: Nun, ich denke wirklich, dass ich ein spezieller Künstler bin. Meine Person, mein Name ist wesentlich wichtiger als die Musik, wenn es um einen Remix geht. Vielleicht liege ich damit falsch, aber so nehme ich mich selbst wahr. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich schon eine Weile darüber nachdenke, bevor ich etwas in 2 stunden aufnehme. Dass es dann am Ende 2 Stunden sind, ist unwichtig. Es ist viel wichtiger, immer wach und aufmerksam zu sein.




Du bist jetzt auf Ed Banger, zusammen mit Justice, SebastiAn oder Uffie, deren neues Album du auch produzierst. Inwiefern hat dich bei dieser Art und Weise zu arbeiten auch dein neues Umfeld beeinflusst?

O: Eigentlich gar nicht. Ich meine klar, wenn ich auflege, spiele ich natürlich auch ihre Platten, aber für daheim ist das nichts. Manchmal gibt mir SebastiAn einen neuen Track und ich höre ihn das erste Mal, wenn ich ihn im Klub spiele. Wenn ich mir das Zeug auch noch zuhause anhören würde, wäre ich depressiv.

Warum?

O: Weil es zu laut und zu dumm ist. Ich kann verstehen, dass es sehr jungen Leuten gut gefällt, weil sie damit ihre Eltern vergraulen können, aber Musik für meine Anlage ist es auf keinen Fall.

Ist dir das nicht kreativ genug?

O: Doch, doch, es ist schon kreativ, aber es wiederholt sich ständig. Wenn du die ersten 20 Sekunden gehört hast, weißt du, wie es die nächsten paar Minuten weiter geht.




Deine Stücke sind immer relativ kurz und dicht gehalten. Um die zu spielen müsste man sich eigentlich Edits basteln.

O: Ja, genau, darum ging es mir. Ich wollte Tracks voller Kleinigkeiten machen. Die Leute picken sich eh die Teile raus, die sie mögen und basteln sich daraus etwas Eigenes. Das ist seit „Moustache“ Konzept.

Hast du selbst mal darüber nachgedacht, mit Ableton Live oder ähnlichen Tools aufzulegen, um dem ganzen einen kreativeren Touch zu geben, einen, der deine Einstellung etwas besser widerspiegelt?

O: Nein, ich bin CD-DJ. Es kümmert mich nicht wirklich, was die Leute denken, weil die meisten eh nur kommen, um mich zu sehen. Ich muss diesen Teil meiner Arbeit nicht ernster nehmen als irgend notwendig.

Also geht es primär darum, Geld zu verdienen?

O: In gewisser Weise schon. Auf der anderen Seite trifft man natürlich auch Leute und kann seine Musik promoten. Vor 10 Jahren hätte ich auch nicht aufgelegt, weil jeder nur auf Technik schielte. Die hatte ich nicht. Damals hätte man mich wegen jedem Übergang verurteilt, heute interessiert das niemanden mehr. Im Grunde genommen spiel ich aber auch einfach genau dasselbe wie all die anderen auf Ed Banger.

Ed Banger ist heutzutage ein gewichtiger Bestandteil moderner, lauter Klubkultur, während dein voriges Label FCom immer etwas klassischer, stilbedachter wirkte. Wie nimmst du dich im Kontext dieser beiden Labels wahr?

O: Auf FCom war ich einer von vielen Musikern, habe aber eine besondere Stellung eingenommen. Ich war das schwarze Schaf, das anders war als der Rest des Labelrepertoires. Laurent Garnier hat mich damals unter Vertrag genommen, ohne genau zu wissen, was ich überhaupt mache. Beim zweiten Album konnte er sich auch nicht mehr wirklich begeistern. Es fehlte der Enthusiasmus, den ich als Künstler gebraucht hätte. Ich denke, das ist auch, warum es nicht mehr wirklich funktioniert hat. Bei Pedro Winter (Chef von Ed Banger) ist das anders, auch wenn wir sehr verschiedene Vorstellungen von Musik haben, hat er eine sehr einfache Art Enthusiasmus auszudrücken, die mir zusagt. Dort fühle ich mich diesbezüglich besser aufgehoben. So oder so, ein Label ist wichtig für die Distribution meiner Musik, und das funktioniert bei Ed Banger ganz gut.




Mr. Oizo - Flat Beat (WhoMadeWho Rework) (DL) (YSI)



Was du über das Label zu sagen hast, klingt sehr moderat und abgeklärt. Gibt es auch Kollegen, denen du dich nahe fühlst?

O: Es gibt schon Leute, die ich mag. SebastiAn z.B., der mir auch beim Soundtrack für „Steak“ geholfen hat, ist jemand, den ich schätze. Aber das hat jetzt nichts mit seiner Musik zu tun. Die ist natürlich auch gut, aber eben nicht immer nach meinem Gusto. Er ist auch noch sehr jung, hat auch definitiv großes Talent. Musik machen ist für mich aber auch eine Sache des Geistes, worüber man nachdenkt, wofür man sich interessiert, im weitesten Sinne eine besondere Kreativität. Heutzutage ist es sehr einfach gute, beeindruckende Musik zu machen, wenn man Piano spielen kann. Nimmt man z.B. Aphex Twin, dann hat man immer das Gefühl, das hinter seiner Musik etwas Geniales steckt, etwas Mysteriöses. Ed Banger Stuff dagegen ist sehr auf Spaß und Unterhaltung bedacht. Alles muss laut und aufregend sein, was ohne Zweifel seine Daseinsberechtigung hat, mir fehlt allerdings manchmal der Geist dahinter.

Das klingt ein bisschen so, als könnte das Auflegen dann für dich manchmal sehr schwierig sein.

O: Es kommt vor, dass es total deprimierend ist, aber, wie gesagt, es ist Teil meines Jobs, leicht verdientes Geld und gute Werbung. Schließlich hab ich eine Platte zu vermarkten.

Du bist zweifelsohne auch Teil einer regen französischen Szene, die von Daft Punk, Alan Braxe, Fred Falke in den 90ern bis zu neueren Acts, die jetzt auf Kitsuné, Institubes oder eben bei Ed Banger veröffentlichen, reicht. Was denkst du, wie sich das noch weiter entwickeln wird?

O: Dafür interessiere ich mich eigentlich nicht wirklich. Es gibt genug Menschen, die mich bis heute für einen Engländer halten, insofern hab ich auch nie wirklich etwas mit dieser French Connection anfangen können. Vielleicht handelt es sich dabei einfach eine Modeerscheinung, die in 6 Monaten schon wieder vorbei ist. Das wäre dann aber zumindest für mich auch nicht wirklich relevant.




Nun lässt sich aber nicht daran rütteln, dass zumindest der Spirit, sei es in Reinform oder als Inspiration für Genres wie New Rave, Einzug in die Clubs gehalten hat.

O: Ja, das stimmt natürlich. Vielleicht passen Franzosen mit ihrer Art einfach ganz gut in die neue, musikalische Spaßgesellschaft. Vor vielleicht 5 Jahren war Clubmusik noch sehr langweilig, heute hingegen kommt es ein bisschen weniger auf das Können der DJs und mehr auf die gute Auswahl an. Das kommt poppiger, spaßiger Musik sehr entgegen.

Du vertrittst durchaus Thesen, mit denen man anecken könnte. Welchen Einfluss haben die alten und neuen Medien, z.B. Blogs und eZines, auf dich? Ist dir dein Bild in der Öffentlichkeit wichtig?

O: Nein, ich hab in erster Linie Interesse an meinem eigenen Blickwinkel. Ob jemandem meine Musik, meine Filme oder mein Leben gefällt, ist mir egal. Das hat absolut keinen Einfluss auf mich und meine Arbeit. Womit ich nicht sagen will, dass ich mir nicht anschaue, was über mich geschrieben wird. Manches ist gut, manches ist schlecht, aber am langen Ende ist es mir eben doch egal.

Apropos, dein letzter Film „Steak“ wird jetzt – fernab dessen, womit man gerechnet hätte – in Russland veröffentlicht. Wie kam es dazu?

O: Mein Produzent hat sich nie groß für den Film interessiert, er ist ja auch gefloppt. Warum er jetzt ausgerechnet in Russland erscheint, weiß ich nicht. Auf der anderen Seite ist es auch nicht mehr wichtig, weil „Steak“ für mich vorbei ist. Ich wende mich jetzt anderen Dingen zu.

Die da wären?

O: Ich werde einen Film („Realité“) machen, neue Musik einspielen. Alles so wie immer, bei mir wird sich nicht viel ändern.


Fin.


Das Interview wurde ursprünglich für die De-Bug geführt und ist in Ausgabe 128 oder online hier nachzulesen. Weiterführendes zu Mr. Oizo findet ihr hier. Die Fotos sind Flickrfundstücke, merzi dafür. Diesmal ohne Kleinschreibung, da mir der Aufwand nicht gerechtfertigt erschien. Man möge es mir verzeihen.


8/13/2008

teenage love, yet another time



hier eine kleine süßigkeit für den mittwoch nachmittag: the teenagers, um die sich ähnlich wie bei hipster runoff hier etwa 2 prozent aller blogeinträge drehen, im interview bei karmaloop tv. thanxx to julian and grindin.

am 15. august könnt ihr quentin, michael und dorian im rahmen der c/o pop in köln sehen, am 25. september sind die franzosen dann auch wieder in berlin zu gast. checkt ihre myspace-seite für weitere deutschland gigs und ihren foto-blog für schnappschüsse der aktuellen roadtrips.


3/26/2008

talking to big brother: an interview with fischerspooner



everybody knows fischerspooner, everybody danced to emerge back in the days. and even if that wasn't the case, these lyrics somehow got burned into your brains, i bet. with the help of our firends at kitsune we had the chance to do an interview with casey spooner, one half of fischerspooner, who recently signed to the french hipster-label. a step in a new but old direction as warren fischer and casey spooner are somehow the personifications of what is known as commercial art-electro-pop-whatever, an ambivalent reputation one might think.

so if you wanna find out what a newyorkee thinks about hypes, majors, selling records and art, read on, he should know by now. without further notice here it is in all its pure beauty:


k: you define yourself as an art performance project and met in chicago at an art school. i haven’t been to one of your gigs yet but have been exposed to ‚emerge‘ like a thousand times while being in kind of an indie-phase. that actually never was too arty, more about beer and cheap sex. how would you describe your shows to someone that has no idea about what fischerspooner really is?

c: one of the things i love about this project is that it can be many different things to many different people. it is flexible. we have done almost ever type of show in any type of situation. sometimes it is the grandest of the grand or the rawest of the raw. i like both.

k: your second album odyssey was more prominent to me - very poppy, very new-yorkish in my opinion. in comparison to other bands acting in a comparable genre it was also very hi-fi. you worked with linda perry, mirwais or victor van vugt, all names in their area. what were you aiming at and what was it like to be in one boat with such „experts“?

c: we started very underground and made the first album in a very modest way. the first record was about making something as digital and synthetic as possible. when it came time to make the next album we wanted to go in a different direction and to explore all of our new found resources. to explore a fuller, richer sound and learn from other people. also, we saw this as the end of an era in the music business. we wanted to make a record that was a tribute to major label "bands".




fischerspooner - the best revenge (autokratz righteous retribution remix) (dl) (ysi)



k: what kind of new input and inspiration did you obtain from these collaborations? did the band fischerspooner develop to something else, because of that?

c: i learned a lot in making that record. it was intense and difficult. i considered quitting many times. but working with people like mirwais, susan sontag, linda perry, spike stent, jimmy harry, david byrne and so on was incredible! i gained a better understanding of how to put songs together, how to be a better singer, how to write better melodies and lyrics and much more.
it is very strange and intimidating to work with people you admire. on the one hand it is a dream come true but terrifying when you are face to face with someone you respect. the whole situation was a real crash course for me in music production. for the first album I worked in one studio with one engineer (no assistant) and warren. but for the second record, i had to learn to be creative surrounded by strangers in different studios. sounds silly but it was a big deal. it was a creative process that had been very private that had become very public with a world of people watching.
we choose to present ourselves more as a "band" for the release of the second album. we wanted to create a performance that reflected the themes and concept of the second record. an album that was about this lost and romantic notion of american rock music. signing to capitol records was as much about the iconic building and the logo for us as anything. it was very symbolic. we altered our project and show to reflect that.


k: you had a quite popular approach to the things that you were doing, an approach that earned you fame and big money. have you ever had problems with people‘s envy or criticism, claiming you were not art but sellout?

c: the hype became exhausting. it was strange to go from having nothing for years to having too much too fast. it was all very exciting but very fast paced and hard to manage. we were a performance art group that was just barely getting by. we had no manager and no infrastructure to handle the demands of the music world. i literally wore holes in the bottom of my shoes running around trying to organize, record, manage and rehearse the whole endeavor. we made some serious mistakes along the way but we did it our way. we have always been the brunt of much criticism. i actually think that is a good thing. what we do is unusual. i prefer a divided audience. one that equally despises and adores. you aren't doing anything interesting if everyone likes it.



k: now you are signed to kitsune, a more underground label compared to the majors you worked with. what were your motives? did you want to go back to the roots, maybe even work without monetary pressure again?

c: yes, exactly! no bullshit! just focus on the music and the art.

k: speaking of kitsune, a label that evolved out of the so-called „new rave hype“: how much do modern movements in music influence you? are there any bands, genres or artist you fancy, support or even envy a bit?

c: i am into willie nelson right now. i wish i could sing and write a melody like him. i was raised in the south so i have been rediscovering popular country music from the 80's. and i am reading mark twain. i envy people like wagner and damien hirst. artists who dream big and find ways to make it happen.

k: oliver koletzki was supposed to remix your new single. he‘s someone i know from stil vor talent, a small berlin electro label with quite a bit of an arty background. did you ever meet him or is remixing more part of some distant work relationship?

c: i never met him. but i love his remix.

k: speaking of berlin: there’s quite a lot going on right now fashion- and designwise, there is still so much free room, cheap rents, affordable galleries etc. as artists, have you ever been interested in the way berlin ‚works‘ or have you even thought about working here?

c: i almost moved to berlin in 2000 but i fell in love. two of my favorite performances we ever did were in berlin in 2000 at wmf and kunstwerke. berlin was the first place we performed outside of nyc. it was incredible and the audience was amazing, one of the best in the world. (aside from barcelona). i would love to come to berlin to live and work one day.




fischerspooner - the best revenge (alex gopher retaliation remix) (dl) (ysi)



k: on the other hand, what would you say is special about new york? what is it like to live and work in that nervous big apple?

c: i couldn't do what I do in any other city. fischerspooner is nyc. we collaborate with so many amazing creative people especially when we design a show. right now we are working with lots of great dancers, musicians and artists. it is the thing that holds me to this town. it is a challenge to be an artist and survive in this city. but it is that struggle that helps clarify what you do and why you do it.

k: just recently one of you started playing the laertes in the wooster group's production of hamlet. what do we have to expect from fischerspooner in the future? more versatile work in different kinds of art or are you trying to re-focus on music again?

c: i took a break from fischerspooner to go work with the wooster group as an actor. it was always a goal of mine to work with this company. now they are helping us develop the next fischerspooner show! we like to take the form of many different things, we wanna be versatile, we enjoy making many different things that all somehow come together in the end. it is all a single expression refracted through a prism. we follow the ideas and let them take us to new places. otherwise life would be too predictable! we are finishing our 3rd album now and developing an unusual performance to accompany this release.

fin


fischerspooner released two eps on kitsune lately, one called the best revenge, one danse en france. both should be available in your favourite record store or the kitsune online shop. be sure to check out both releases as they contain some serious gems. other than that visit fischerspooner's homepage and their myspace for more info. or even google them, they're big enough. like in very big.

thanks to fischerspooner and max from kitsune for giving us the opportunity to do this, you're great! like in awesome.


3/15/2008

berlinfashion.tv: ideal forum



der neuste beitrag bei berlinfashion.tv zeigt das ideal forum, das auf der fashion week anfang diesen jahres im rahmen einer ausstellung junge künstler präsentierte. neben einem interview mit kuratorin nadja herder werden außerdem die japanische künstlerin yuka oyama und chrischa oswald interviewt, die wir euch hier schon einmal vorstellten.

mehr berlinfashion.tv gibt es hier.


3/03/2008

alles aus zucker - the terrordactyls


please find the english interview below

vermutlich absolvieren die beteiligten einer teenager- schwangerschaft diese selten so unaufgeregt wie juno, die protagonistin des jüngsten films von jason reitmann, der in deutschland ende märz in die kinos kommt. erzieherische ansprüche soll dieser film auch weitestgehend nicht erfüllen: anstatt eines erhobenen zeigefingers glänzt der film mit den schauspielerischen leistungen von ellen page und michael cera, naturgetreuer darstellung zwischenmenschlicher spannungen ohne hollywoodschönschliff, bissigen dialogen und einem indie-sountrack aus zuckerguss. für mehrere songs der filmmusik hat kimya dawson ihre magische mädchenstimme gestiftet; auf vorschlag von ellen page wurde zudem 'anyone else but you' von den moldy peaches als theme-song und perfect-fit aus der plattenkiste gekramt.

unter musikjournalisten hat sich für das genre, das künstler wie beck, kimya dawson und adam green verkörpern, mittlerweile die bezeichnung anti-folk etabliert, auch wenn die wortschöpfung zur benennnung der bewusst kindlich-naiv geprägten klänge glücklicher hätte ausfallen können. michael und tyrel von den terrordactyls, die ebenfalls diesem genre zugeordnet werden, sehen dies ganz ähnlich: "i think it's american that people here like to make up new words for things that probably don't need them." von der aktuellen popularität des anti-folk profitieren die beiden trotzdem: ihre zusammenarbeit mit kimya dawson, sängerin der moldy peaches, hat der band aus olympia einige neue fans beschert und nicht zuletzt ihre erste tour quer durch die staaten ermöglicht.


the terrordactyls - devices (dl) (ysi)


die lieder der terrordactyls sind honigsüß, schwelgen in unendlicher kindlichkeit und sind doch stellenweise zu böse, als dass sie von ambitionierten pädagogen hierzulande für den englischunterricht in der grundschule eingesetzt werden könnten. tyrel und michael schrecken vor dem einsatz ihrer lieder in der schule nicht zurück. sie unterrichten abseits ihrer bandaktivitäten erstklässler und lassen diese sequenzen ihrer lieder im kunstunterrich mit pinsel und farbe aufs papier bringen. zum thema "stab me in the chest, i'll stab you in the chest, we'll see which one of us can stab the other in the chest the very best" den pinsel zu schwingen klingt nicht nur erfrischend - denke ich an meinen typisch deutschen kunstunterricht, der überwiegend daraus bestand dinge mit naturwissenschaftlicher akkuratesse abzuzeichnen - sondern ist vielleicht auch griffiger ansatzpunkt für gewaltprävention in der schule: kreativer umgang mit phänomenen der jugendkultur – wir malen bushidos songtexte. dies klingt mindestens so wertvoll wie "unser slum soll schöner werden", ein einblick von funny van dannen in den blumenmalunterricht von frau wagner, zu finden auf "neues von gott".

neben ihrem pädagogischen wirken in kunst & musik widmen die terrordactyls sich ihren anderen lieblingsaktivitäten – nach eigenen aussagen "inspirational sport films and talking about our abs" – und veranworten darüber hinaus stop motion-animationsfilmchen für die eigenen songs. das video zu devices avancierte binnen kürzester zeit zu einem kleinen youtube-hit.

mehr über the terrordactyls erfahrt ihr im untenstehenden interview. genau wie juno empfehle ich es ausschließlich im englischen orginal. neben ihrer zeit dafür spendieren michael and tyrel ihre singles 'devices' und 'shipping' als mp3. das komplette album könnt ihr hier streamen und bei gefallen ohne probleme bei itunes erwerben.


the terrordactyls - shipping (dl) (ysi)


you both attend evergreen, a liberal arts college in olympia, washington. when did you start the terrordactyls? did the creative environment of evergreen encourage you to professionalize your music?

m: we met in high school on vashon island. vashon is a small town off of the coast of seattle. you can only get there by ferry. together with all of our friends, we played music, capture the flag, four-square, and baseball. some of the other bands to come out of the same group are the pharmacy. oh yes and dashel schueler. anyway, tyrel and i initially started working on projects together in a multimedia class where we photoshopped pictures of ourselves in front of explosions and made little movies and stupid animations.
t: but evergreen has been awesome for us. that school rules, and after i convinced michael to stop dropping out of fancy guitar schools and transfer to evergreen, the terrordactyls became a lot more real. olympia is full of neat music, and the school has been super flexible letting us work on projects all over the country. we're even getting college credit for being in the terrorordactyls. i don't think either of us have been in an actual classroom for two years now.


so what do you answer when someone asks you about what you are currently doing? do you see yourselves as musicians, artists, students?

m: until now, i have mostly concentrated on music. i studied the classical guitar for most of my childhood and adolescence. it is only recently that i have started branching out and doing animation and filming stuff.
t: we always get all self conscious telling people we’re in a band. i don’t know what that is all about i guess we think it just sounds gross. my background is in art and i've been using that to get design jobs to pay the bills, so i'd probably say artist until being in a band starts paying my rent. michael is homeless so it makes it easy for him to be a musician.



you made your own music video for your single ‘devices’, designed a brilliant jewel case for your album and offer all kinds of self-made stuff in the band’s online store. where are you heading, artistically?

m: i mostly just draw pictures of different animals and inanimate objects with lips. it looks funny every time.
t: it is true that sticking lips on things that don't have lips is a really good thing … and michael is honestly really good at it. where are we headed?? hmmm … i’m thinking a couple of our songs could be made into comics, and we've been working on a pitch for a kids craft show for some time now. right now we're just having a lot of fun experimenting with different media.


i read that brendhan bowers and scott yoder, who now form the pharmacy, left the band due to the rigorous workout regime your ‘image consultant’ requires you to do. what does your workout regime look like and is it paying off?

m: jumping jacks, hang gliding, obstacle courses, playing with seagulls on the beach, riding the subway, trying not to run into all of the other people on the streets in new york, racing horses, climbing trees etc. i probably can't run a mile without throwing up, so... it's working out really well.
t: yeah, this workout routine is also usually enacted only after getting really pumped up from watching one of the rocky movies or surf ninjas or something. mostly scottie and brendhan would probably still be in the band if the pharmacy wasn’t permanently on tour.
m: i think that most people see our pictures and immediately think that we are just a couple of really strong dudes with huge muscles and no heart, but we're actually very normal loving individuals.


your music, lyrics and visuals inevitably provoke associations like "cute", "charming" and "playful". does that depict your personality and are you comfortable with those buzzwords?

m: not really.
t: whatever, i have no problem with being charming...and cute. take that michael.


so, is there also a wild side to you or are sarcastic lyrics like "shoot me in the face, i'll shoot you in the face, and see which one of us can shoot the other in the most accurate place" as mean as you get?

m: i wasn't really being sarcastic.
t: have you seen that first video of decoration daniel? i think it’s on youtube. michael dumps beer in my eyes and throws a pizza at my face really hard. i wouldn't fuck with michael. he's a dark dude.


you received a lot of attention for 'devices', which you recorded with kimya dawson. her songs shape the soundscape of the soundtrack to juno. both the movie and its soundtrack have been very successful and drawn attention and compliments to folk music. are you benefitting from that?

t: it was a good film, and we have been oddly enough benefitting from it. it has been pretty confusing though. it seems that since devices features kimya and our cd came out around the same time as the movie, a bunch of people assumed it was on the soundtrack, which is not the case at all.



in one of your press shots you are wearing a blue spandex suit. in berlin a lot of girls are wearing these shiny american apparel spandex pants as well on the streets as to clubs. would you dig that or how do you like your audience to look like?

t: i got that suit after it was used in a tv production i was working on. it was used as a motion capture suite or something. when i found it was covered in styrofoam balls. kids wearing them on the streets though?…crazy. but i guess i wouldn't really mind if our audience all looked like super heroes!


my last question is somewhat political, if you don't mind. i lived in california during the presidential elections 2000 and the staging of candidates within media is getting crazier every time, involving more and more artists and celebrities. would you consider contributing to someone's campaign with a song or a performance?

m: as of right now, no. the presidential campaign reminds me of a huge nation-wide pep-rally. it's pretty gross. that doesn't mean that i won't vote. i will, but i don't want to endorse anyone right now.
t: yeah…the whole election thing is pretty nutty over here. did you guys see that obama speech set to music by that black-eyed peas guy? i don’t think there is anybody that i feel like i need to support that much. it will be nice to get bush out of office, but nobody has me super inspired.

i think that just about wraps it up for us. any parting words, anything you'd like to add?

t&m: thanks for having us. hopefully we can make it to germany in the near future.


die terrordactyls könnt ihr auf ihrer myspace-seite lieb haben, das album hier streamen und hören und den juno-trailer an dieser stelle anschauen.



12/17/2007

donovan



lately i had the chance to send over some questions to formerly known killdahype aka donovan and nicolas was kind enough to answer some of my questions concerning the band. check out these parisian youngsters.

who are you, where you're from and how did you start making music? what kinda instruments and technique do you use?

we are david and nicolas, both from paris. we began to do music together summer 2006, before that we were both making music on our own, one year for me, nicolas, and three years for david. we use computers and software, but we also use some hardware, such as two synths, compressors, guitar and bass.


leonard de leonard - screaming dance (donovan remix) (ysi)


who are the artists you're influenced by, who did you like when you were yound and what are your favourite artists now?

as we listen to a lot of kind of music, we were influenced by a lot of artists from erick sermon to cassius or nina simone to dj hell. but the kind of music which linked us is funk, with bands such as bar-kays, kano, cameo, etc pp. our favourites are mostly not contemporary artists, but for the electro scene we like teenage bad girl, shadow dancer, sebastian and sirusmo, some others too.


do you play live a lot? are you djing? is there something special about your sets/gigs?

we do dj sets, we prefer not to do live gigs for now, because when we'll do a live gig, we want it to be special, not just two guys behind their laptop clicking for 2 hours.

as i like your style designwise, is there something you do besides music, like graphic design, fashion etc pp?

no, we are only into music, even if we know that the visual impact is very important, as i said before e.g. for the live stuff, we consider that we should take our time to do something very interesting about donovan. but yes, wo do stuff besides music, i'm a student of economics, and david works as a sound engineer.


donovan - mixtape volume III


obvious question is why did you rename yourself? what was wrong about killdahype?

nothing's wrong with killdahype, for example most of our tracks will be released under this name. but killdahype was not a name we choose, it was just the name of the myspace i created long ago before the band was created, so that's why we wanted to rename ourselves. also we didn't want our name to deal with anything concerning hypes, trends or fashion, mostly because we hope that we won't last as short as a trend.

though donovan sure is a nice 80ies name, what is it about? do you like jason donovan, former film-/seriespartner of kylie? and if so, do you like her?

donovan was more a kind of joke about the main character, mike donovan of the tv show "v", you know, giant lizzard alien eating mices.

well, no kylie love this time. surprise, surprise. if you want to find out more about donovan, check their myspace, grab their music, espcially the nice mix, above or find some more via hypem. show a little lovin'!


11/15/2007

talking to the kids - interviewing the teenagers



if we’d make a guess for our favourite band of 2007 the decision would turn out unanimously: the teenagers. quentin, dorian and michael have been showered with love, praise and recognition by blogs all over europe and the states and established a solid following. still their fame is rising and the breakthrough imminent. the three teens have just released starlett johansson, the single preceding their forthcoming album due early next year.
we had the chance to interview the frenchborn londoners exclusively for knicken, and take a look behind the myth the little information that has leaked so far created.


you're all living in london now - how's the living there when you are not touring? how do you get along and aren’t you afraid of losing your sweet french accent, that makes your sound kind of special?

dorian: we are touring a lot recently, so we're not at home as much, but we do like living in london. it's really exciting, and we are not worried about losing our accent. i think that will never happen, not even after 40 years outside france.

quentin: i have been living here for about 3 years, so yeah, it‘s ok to live here. there is quite a lot of animation. and the food is so good. not. i have been trying to get rid of my accent, but it’s too much of an effort - and it makes me look like a retarded english person.

speaking of london, the city is expensive, shiny and full of stars and starletts. are you already at a point where you can make a living from what you're doing? is fame, money and all that a goal for the future?

q: yeah, we are living for red carpet events and photos.

d: yes, and it's really nice to be able to live off our music. we are just busy with the band everyday, we received our schedule this week, everything is already planned for 2008, until something like september. we don’t have a lot of money to live though, so yeah, some more could help of course.




we read that you were working on some serious stuff right now too, "wheel of fortune" to name one we heard of. what is the album going to be like? Is it going to be tragicomic like "fuck nicole", more serious or just as funny as your new single, an ode to scarlett johansson?

d: it's gonna be a mix between all of that, our influences are very different and we don't want to put an album out if all the songs are the same. it has to be compact and sound like an album of course, but we do like variety, so "wheel of fortune" is more "serious" than the one you have listened to before, but we're not turning into an average rock band, i really don‘t think so. we finished a new song for the album yesterday and it will be very surprising.

q: "wheel of fortune" is not so much of a serious song but it sounds like it at least. if you listen to fuck nicole and homecoming there is some depth to them as well. they’re not only about swearing.

when asked whether they had concerns, if people might be bored with material that is already a little out-of-date since quite some demos have been floating around the net, quentin and dorian answered they wouldn‘t see that as a problem; even though the band enjoyed a lot of bloglove, only about four songs of the upcoming album had previously been unsealed. over and above all these songs are going to be reproduced, and thus improve the demo versions that people have already listened to. let's hope for the best as everybody remembers the hassle when justice dropped their first album. though that turned out pretty, pretty good.




the teenagers - homecoming (ysi)


how much autobiographical influences do you process within your songs? do you accumulate experiences from all your lives, individual ones, or do you construct your ideal of a teenager?

d: it's a mix between our reality and pure fiction. of course, all the girls we know arent like "nicole" in "fuck nicole", but i don‘t know how it all really came up. but let's say it‘s 50/50.

q: a bit of experiences, fantasy plus social reality equals the teenagers.

"sunset beach" talks about a hot chick who hooks up with one of the teenagers and ultimately elopes with his jazzmaster while he is passed out in his bed. the chorus repeats: "this fucking bitch deserves to die". since it is one of our favs it was unshirkable to ask who'd be your choice to play the leading female part if you shot a video to that song?

d: oh, i don‘t know. we would have to take a girl who fits our description: "dark hair, blue eyes and an ass to die for". i will think about that.

q: i know who. but i can‘t tell.

it almost seemed as if dorian and quentin preferred dirrrty talk within their lyrics, but not so much during interviews. they evaded the question about their understanding of nice tits, which was one of the catchy lines of their first single homecoming, but maybe the following picture illustrates their liking, so we can focus on their music again.




speaking of production, the "fuck nicole"-xmas-story compacts the whole livingroom-to-stardom-fairytale. has your professionalism changed production-wise since then, or will you stick with your cody-chesnuttesque 4-track-recording technique?

d: we started on my computer with five plugins and yesterday we recorded the new song that we mentioned on the same laptop with the same gear. it's perfect for us to work like that so far. but we’ll go into a studio with someone who helps us to make it sound perfect afterwards.

q: we are defintely not ready for the real studio with glass windows and a vocal coach. even afterwards when we re-work the tunes we sit in a homestudio - a decent one though.

you once said in another interview that there are no dynamics with other bands yet and that you’re doing your music alone. how or has that even changed after doing remixes, being remixed and touring for quite a while?

d: we said that we're not really into a scene or something, if i remember that right. but we do like some people of course. we don‘t want to be alone, but we want to do our thing alone. and we don‘t want to be too influenced by other artists we know. i know the people from justice for a while now and i don’t think their music really influences ours. we really have fun with crystal castles and these new puritans on tour right now. all these people are really creative. it's a pleasure to hang around with them.

q: we like them and there music but that‘s it. the influence might be passive actually. we would love to team up with crystal castles though. it might be fun.




the teenagers - starlett johansson (narctrax remix) (ysi)


the teenagers - homecoming (guns'n'bombs xtc 1996 remix) (ysi)


your lyrics polarize: some people are appaled – a few americans or feminists for example. do you think the lyrics of future songs will have to be even more drastic in order to keep your audience entertained and grab attention, if that is your intention at all?

d: i think the future lyrics are just in the same mood. we don’t say cunt in every song, but there's always something that‘s breaking the song. we don‘t want to sound like lame rock, and we remember that we started the band as a joke, so we're not taking everything that serious.

q: we never aimed for attention grabbing. we are rude. and teenz in general are, so it came out quite naturally.

we have a category on knicken called "girlism", which explores all phenomena pertaining to girls' behaviour within pop culture. a big berlin magazine recently featured a title-story creating the urban legend of berlin being the bad girls’ capital. taking a closer look at the city we developed the hypothesis berlin was not flooded with bad girls but abundantly populated with girls with distinct neurosis. since the teenagers sing about girls a lot and act as experts in that field, we asked them whether they could agree to the neurosis-theses, or what they would you choose as the main characteristic of today's girls?

d: well, i think that bad girls do exist. girls and boys are equal, no? so i dont think you could have bad guys but no bad girls. you can find neurotic boys too.

q: bad girls are a different kind, but just as dangerous.

finally we asked them about berlin, a city full of girls to write about. probably because getting girls and getting laid is no concern for prospective pop stars, their affectations for berlin were not necessarily associated with the girls here.

d: to be honest, i thought about moving to berlin once. 3 years ago one of my best friend moved there for a year and i visited her two times. i was quite interested in berlin cause it's full of movement, creativity, and it's super cheap.

q: we had a lot of fun djing at the club rio last year but it's closed now, right? i don’t speak a word of german so that's a major put off when it comes to living there. but it's cool and cheap.

true. cool, cheap and as our mayor adds: sexy. anyway, there are gigs to play and some friends to visit - and berlin is longing for the teens to hit its stages, cause "we love the teenagers".

thanks to max from kitsune and the teens, it's been a pleasure. more info is to be found through this media node. grab their stuff following the links on their myspace or click the pic below for their exclusive kitsune release.



die deutsche version findet ihr hier.


talking to the kids - interviewing the teenagers (deutsche übersetzung)



über unsere lieblingsband 2007 würden wir uns wohl schnell einig werden: die teenagers. quentin, dorian und michael sind in den letzten monaten von blogs aus ganz europa und den staaten mit liebe, lob und anerkennung überschüttet worden und nennen mittlerweile eine solide fangemeinde ihr eigen. ihr weg zum ruhm ist ungebrochen und ihr durchbruch steht unmittelbar bevor. die drei teens haben soeben die single starlett johansson veröffentlicht, bevor es ihr im frühjahr 2008 das lang ersehnte album gleichtun soll. wir haben the teenagers exklusiv für knicken interviewt, und werfen einen blick hinter den mythos, der von den spärlichen informationen, die bislang in die deutschen blogs gesickert sind, geschaffen wurde.

ihr wohnt mittlerweile alle in london – wie lebt es sich dort wenn ihr nicht gerade auf tour seid? wie kommt ihr zurecht, und habt ihr angst euren entzückenden französischen akzent zu verlieren, der euren sound so speziell macht?

dorian: wir touren in letzter zeit wirklich viel und sind selten zuhause, aber wir leben gern in london. es ist spannend, und um unseren akzent machen wir uns keine sorgen; ich denke den werden wir niemals verlieren, noch nicht einmal nach vierzig jahren außerhalb von frankreich.

quentin: ich wohne schon seit drei jahren hier, also ja, es ist echt okay hier. es ist viel los und das essen ist so super. nicht. ich habe versucht meinen akzent los zu werden, aber es ist zu anstrengend, außerdem höre ich mich an wie eine zurückgebliebene englische person.

london ist teuer, shiny und voller stars und sternchen. seid ihr bereits an einem punkt, an dem ihr von eurer musik leben könnt? ist erfolg, geld und all das ein ziel für die zukunft?

q: klar, wir leben für events auf dem roten teppich und um fotografiert zu werden!

d: ja, und es ist echt angenehm, von unserer musik leben zu können. wir arbeiten jeden tag für die band, wir bekommen jede woche einen terminplan und 2008 ist schon ungefähr bis september im voraus durchgeplant. trotzdem haben wir nicht wirklich viel geld – ein bisschen mehr wäre schon gut.



wir haben gelesen, dass ihr gerade an ein bisschen ernsthafterem material arbeitet, "wheel of fortune" um ein stück zu nennen, von dem wir gehört haben. wie wird das album werden? wir es eher tragisch-komisch wie "fuck nicole", eher ernsthaft oder genauso witzig wie zb. eure neue single, eine ode an scarlett johansson?

d: es wird ein mix aus all dem werden – unsere einflüsse stammen aus ganz verschiedenen richtungen und wir wollen kein album herausbringen, bei dem alle songs aus einem topf schöpfen. es muss kompakt sein und wie ein album klingen, aber vielfältig sein. "wheel of fortune" ist sicherlich ein stück ernsthafter als die stücke, die man schon kennt, aber wir verwandeln uns nicht in einer durchschnittliche rockband. wir haben gestern einen neuen song für das album fertiggestellt, und es wird eine große überraschung.

q: "wheel of fortune" ist gar nicht so ein ernster song, aber er hört sich zumindest so an. wenn man sich "fuck nicole" und "homecoming" genauer anhört, haben auch die songs ein bisschen tiefgang. es geht nicht nur ums fluchen.

quentin und dorian haben keine bedenken, dass ihre fans das album langweilig finden werden, da viele demo-versionen schon eine geraume zeit durchs netz schwirren; denn obgleich die band schon eine menge bloglove und das publikum dementsprechendes probehören in das werk der teens genießen durfte, sind nur vier der songs des bevorstehenden albums bislang bekannt geworden. darüber hinaus werden alle diese songs reproduziert und deutlich besser als die demos klingen, die ins netz gelangt sind. hoffen wir also das beste, denn wohl jeder erinnert sich an das gerede als justice ihr erstes album veröffentlichten. obwohl sich das wohl mehr als zum besten wendete.




the teenagers - homecoming (ysi)


wie viel autobiographischen einfluss verarbeitet ihr in euren songs? summieren sich erfahrungen von euch allen, individuelle, oder konstruiert ihr eurer idealbild von einem teenager?

d: es ist mischmasch aus realität und reiner fiktion. alle frauen, die wir kennen, sind nicht wie nicole in „fuck nicole“, aber ich kann nicht sagen, wie genau das alles entstand. sagen wir mal 50/50.

q: ein paar erfahrungen, fantasie plus soziale realität und ihr habt die teenagers.

"sunset beach" handelt davon wie einer von euch ein heißes girl mit nach hause nimmt und sie schließlich mit seinem jazzmaster abhaut, während er völlig betrunken in seinem bett schläft. der refrain wiederholt: „this fucking bitch deserves to die“. da dies eines unserer lieblingslieder ist, ist es unumgänglich zu fragen, wer die weibliche hauptrolle in dem video spielen würde, angenommen ihr würdet eines drehen?

d: oh, ich weiß nicht. wir würden ein mädchen nehmen das in die beschreibung passt: „dark hair, blue eyes and an ass to die for“. ich werd drüber nachdenken.

q: ich weiß wen, aber ich kann’s nicht sagen.

es schien fast als bevorzugten dorin und quentin dirrrty talk nur in ihren texten, aber nicht während eines interviews. sie wichen ebenso der frage nach ihrem verständnis von "nice tits" aus, was eine der eingängigen zeilen ihrer ersten single "homecoming" ist, aber vielleicht wird ihr geschmack auch vom folgenden foto ausreichend illustriert, so dass wir uns nun wieder auf die musik der teenagers konzentrieren können.



die "fuck nicole"-weihnachtsgeschichte fasst das livingroom-to-stardom-märchen ganz gut zusammen. arbeitet ihr seitdem professioneller und hat sich eure produktionsweise geändert, oder werdet ihr bei der cody-chesnutt-artigen 4-spur-recording-technik bleiben?

d: wir haben damals auf meinem computer mit fünf plugins angefangen und wir haben den neuen song, von dem wir eben sprachen, auf dem gleichen laptop mit dem gleichen equipment aufgenommen. wir können so bislang wunderbar arbeiten, gehen allerdings danach inzwischen mit jemandem ins studio, der uns hilft den sound perfekt zu machen.

q: wir sind defniniv noch nicht bereit für ein richtiges studio mit glasscheiben und einem gesangstrainer. sogar wenn wir später die musik überarbeiten tun wir das in einem homestudio – aber einem anständigen.

ihr habt mal in einem anderen interview gesagt, dass es bislang keinen austausch oder zusammenarbeit mit anderen bands gab. hat sich das - nach den remixen, die ihr gemacht habt, selbst geremixt wurdet und seit einer weile fleissig durch die gegend tourt, geändert?

d: ich glaube, wir haben gesagt, dass wir nicht in einer festen szene sind, wenn ich mich recht erinnere – aber ein paar der leute mögen wir schon. wir wollen ja nicht alleine sein, aber unser ding schon alleine machen. und wir wollen uns nicht zu sehr von anderen künstlern, die wir kennen, beeinflussen lassen. die jungs von justice kenn ich seit einer ganzen weile und glaube nicht, dass ihre musik unsere beeinflusst. wir haben echt spaß mit crystal castles und these new puritans auf der tour gerade. all diese leute sind wirklich kreativ, und es ist eine wahre freude mit ihnen abzuhängen.

q: wir mögen sie und ihre musik, aber mehr nicht. der einfluss mag aber vielleicht indirekt vorhanden sein. wir würden allerdings liebend gern mit crystal castles zusammenarbeiten – das könnte witzig werden.



the teenagers - starlett johansson (narctrax remix) (ysi)


the teenagers - homecoming (guns'n'bombs xtc 1996 remix) (ysi)


eure songtexte polarisieren: manche leute sind sogar entsetzt – wie ein paar amerikaner oder feministinnen zum beispiel. denkt ihr, eure texte müssen in zukunft noch drastischer werden, um eurer publikum zu unterhalten und aufmerksamkeit zu ergattern, wenn das überhaupt eure absicht ist?

d: ich denke die neuen texte werden einen sehr ähnlichen ansatz verfolgen. wir sagen nicht in jedem song fotze, aber es gibt in den songs immer etwas, das irritieren soll. wir wollen nicht wie lahmer rock klingen, und wir haben die band zunächst als einen witz gegründet, also nehmen wir dementsprechend nicht alles so ernst.

q: wir haben nie auf aufmerksamkeitshascherei abgezielt. wir sind unverschämt, ok. und teens sind üblicherweise so, also kamen diese texte ganz selbstverständlich zusammen.

wir haben bei knicken eine kategorie die girlism heißt. sie widmet sich allen phänomenen die mit dem mädchen in der popkultur zu tun haben. ein großes berliner magazin brachte vor kurzem eine titelstory, die eine urbane legende erschuf, die besagte, dass berlin hauptstadt der bösen mädchen sei. als wir die stadt hinsichtlich dieser frage näher unter die lupe nahmen, stellten wir allerdings die hypothese auf, dass berlin nicht mit bösen mädchen überschwemmt ist, sondern ganz im gegenteil: berlin bietet mädchen mit ausgeprägten neurosen im überfluss. da die teenagers eine menge über mädchen singen und vorgeben, experten in diesem feld zu sein, befragten wir sie hinsichtlich der neurosen-these. bzw. ob sie eine andere idee zu den haupteigenschaften der heutigen mädchen hätten. zwar kamen sie zu keinem klaren ergebnis, jedoch stellte sich heraus, dass zumindest dorian in sachen emanzipation keine nachhilfe braucht.

d: ich denke es gibt böse mädchen. jungs und mädchen sind doch gleichberechtigt, oder? ich denke also nicht, dass es böse typen, aber keine bösen mädchen geben kann. neurotische jungs gibt es doch auch.

q: böse mädchen sind halt ein anderer typ mädchen, aber genauso gefährlich wie die neurotischen.

abschließend befragten wir dorian und quentin noch zu berlin, einer stadt voller mädchen, über die sie schreiben könnten. doch da die fehlende zuneigung von mädchen nichts ist, um das sich zukünftige popstars sorgen müssten, waren ihre vorlieben für berlin nicht unbedingt mit den hiesigen mädchen verknüpft.

d: um ehrlich zu sein, habe ich mal darüber nachgedacht, nach berlin zu ziehen. vor drei jahren ist eine meiner besten freundinnen für ein jahr nach berlin gegangen, und ich habe sie zwei mal besucht. es war ziemlich interessant dort, denn berlin ist immer in bewegung, voller kreativität und super billig.

q: wir hatten letztes jahr unheimlichen spaß, als wir im rio aufgelegt haben, aber es ist jetzt geschlossen, oder? ich spreche außerdem kein wort deutsch, was natürlich schwierig ist, wenn es darum geht dort zu leben. aber es ist cool und billig.

wie wahr. cool, billig, und wie unsere bürgermeister zu sagen pflegt: sexy. wie dem auch sei, konzerte wollen gespielt und freunde besucht werden – und berlin wartet sehnsüchtig darauf, dass die teenagers auf die bühnen der stadt klettern – denn "we love the teenagers".

danke an max von kitsune und die teenagers, es war uns ein vergnügen. mehr info findet ihr über diese media node. schnappt euch das zeug über die links auf ihrem myspace oder klickt auf das bild für den exklusiven kitsune release.




you'll find the english version here.