wer erinnert sich nicht gerne an den sommer, in dem gui borattos like you (auch gerne im supermayer remix) durch clubs und freilichtvergnügungsstätten waberte. jetzt, gefühlte jahre später, veröffentlich boratto sein neues album take my breath away, dessen titeltrack wir hier dank pitchfork an mann und frau bringen können. ich bin ein bisschen enttäuscht, ändere meine meinung aber gerne bei vollständiger beschallung des albums. vielleicht auch nicht und/oder ungern. es ist sehr, sehr schön.
nun ist es ja nicht so, dass der berliner sich mit schaffel nicht auskennen würde. direkt aus köln schwappte gegen jahrtausendwende technoides geplucker gen hauptstadt und ab da wurde geschaffeltt. inzwischen ist das ganze etwas abgeebt, an die beginne von speicher bzw. kompakt extra erinnere ich mich trotzdem noch gerne. aber warum und woher eigentlich das ganze? bottin, das neue signing von italians do it better, weiss bescheid. die schaffel-jungs wohl auch, ist ja eh klar.
und weil er ein mann von welt und geschmack ist, hat bottin eine nummer rausgebracht, die es durchaus in die 5% der itunes-library schaffen könnte, die man wirklich hört, und deren antlitz ihr weiter oben mit videountermalung kritisch beäugen könnt: hier die beiden "infamous barbie shuffle"-mixes von bottin. 12/8 galore, als reminiszenz an alte zeiten, als es noch kein juno-store gab. aber schaffel. man will ja wissen.
als schmankerl oben drauf gibt es noch einen mix, der seit kurzem durch die blogs geistert und in erster linie die no static ep von bottin an den mann bringen soll. ein bisschen moderner, also dem zeitgeist entsprechend, aber nicht weniger hörenswert, weil disco aesthetics. und wenn schön ist, ist immer schön. ein html-herzchen.
friendly fires ist vor allem die now indie-band, die als referenz in sachen einfluss, kindheitstrauma und jugendtraum das kölner label kompakt anführt, noch vor carl craig und prince. ed macfarlane, jack savidge und edd gibson sind das, was man unter shoegazing versteht, zumindest heutzutage: ein bisschen neurose, ein bisschen bass, enge jeans, aufgeknöpfte hemden und jede menge zitate. in etwa. das ganze funktioniert allerdings zugegebenermaßen auch ausserhalb von st. albans.
pünktlich zur re-auflage ihrer single paris hat dewegen altmeister köhncke seine schmutzigen finger an das werk der britten gelegt, was einem inneren reichsparteitag gleich gekommen sein dürfte. first kompakt sozusagen. wie auch immer, das fader magazin war so freundlich, den track zur freien verfügung zustellen, daher ohne umschweife, paris vs. köln.
hier eine kleine süßigkeit für den mittwoch nachmittag: the teenagers, um die sich ähnlich wie bei hipster runoff hier etwa 2 prozent aller blogeinträge drehen, im interview bei karmaloop tv. thanxx to julian and grindin.
am 15. august könnt ihr quentin, michael und dorian im rahmen der c/o pop in köln sehen, am 25. september sind die franzosen dann auch wieder in berlin zu gast. checkt ihre myspace-seite für weitere deutschland gigs und ihren foto-blog für schnappschüsse der aktuellen roadtrips.
den aus köln stammenden haute areal nachwuchs haben wir im februar hier schon einmal ins feld geführt, in eins aus bleeps, altem wave, ein bisschen punk und new disco. tamer f. özgönenc, edi d. winarni und felix s. römer müssen sich inzwischen kaum noch vor jemandem verstecken, auch wenn ihnen immernoch das äussere einer wirklich süßen schülerband anhaftet. dabei bewegen sie sich offensichtlich stilsicher und gut gekleidet auf einem stetigen wachstumspfad, schenkt man der hauptsächlich englischen und guten presse sowie ihrem internetauftritt glauben. ich jedenfalls tue das gern.
nach einer tour mit hadouken im frühjahr haben die drei rheinländer inzwischen gelernt, was es heisst rockstar zu sein. in erster linie nämlich, sätze wie 'are you old enough to know whigfield?' einem aus kreischenden englischen teenies bestehenden publikum fehlerfrei vorzutragen. die englische presse feiert, die teenies auch. doch soviel fame hat auch seine schattenseiten, so fanden die von den hadoukengroupies auf die bühne geworfenen knicklichter bei der band nur wenig anklang. it's so 90s, in every possible way. in köln scheint man zu wissen, dass neon vorbei ist.
mit "rauch" kommt jetzt die zweite auskopplung aus dem full length debut coda, das das fuck magazine als geek-trance-darkwave-post-punk-dadaistic-minimalistic-futuristic bezeichnet. geremixt wird das nächste flagschiff der pennäler von luke abbott und coma, einem kölner nachbarn aus dem hause kompakt. die zwei reworks findet ihr hier zum download.
mehr informationen bekommt ihr auf mits myspace und dem webauftritt ihres labels haute real. mehr schriftliches gibt es hier, ein interview und weiterführendes in ihrem blog.
haute areal jubelt uns ein paar kölner jungs unter, die klingen als wären sie direkt dem mitte-kosmos entsprungen. was man hört, klingt nach vernetzung der verschiedenen einflüsse, die man in den straßen und klubs berlins im moment auf die ohren bekommt. ein bisschen punk, ein bisschen phlegmatische attitüde, wavige disco und kühle haltung trotz glatter brust.
die drei protagonisten, die die geschichte des europäischen teenagers nachzeichnen, der zwischen park und london gondelt, der raus aus der gebückten indiedisco will, sich sein synthgestütztes tanzlokal neu erfindet, machen musik, die sich deutscher artpop schimpfen könnte und dementsprechend angreifbar ist. ein bisschen könnten sie leidtragende des hiesigen unverständnisses werden, schlagen sie doch die brücke zwischen dem neuen cool und dem alten deutsch. den engländern gefällt es allemal, so supporteten sie neben goxxip auch die test icicles, was ihnen auf der insel gute presse einbrachte. zu recht.
im märz gibt es jetzt das debut "coda", ein herrlich, rotziges album, an dem sich vermutlich die geister scheiden werden. ein bisschen polarisation hat noch niemandem geschadet, ein bisschen spannung lohnt, ein bisschen amusement in jedem fall.
mehr infos über mit findet ihr hier, mehr über haute areal hier. show some good lovin'. nrw ist laser. edi, tamer und felix auch.