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5/29/2010

unsuspecting loveboat boredom


der minnesang unserer zeit meinte nicht den unsäglichen europäischen wettbewerb, der gerade europas kitschkinder in atem hält. dennoch, das oslog-videoblog von lukas heinser und stefan niggemeier hat einen kuss verdient, und einen besseren zeitpunkt als diese paneuropäische erinnerung an die achtziger jahre - den grand prix - könnte es kaum geben, um hier die kategorie loveboat boredom kurz zu beatmen. mit ein paar fashion finds, ein wenig chanson und anderen delikaten dingen des lebens. der schmucke jungspund im eröffnenden bild dieses posts wurde für das editorial "glorious basterds" von sam scott schiavo für das modemagazin supplementaire geschossen. dieses kleinod gibt es als printmonster für schlappe 125 pfund zu kaufen, das pdf für zärtliche 4.99 £. am bildschirm kann man es aber auch durchblättern. wie es eben gefällt.


wir stellen vor: boudist, das fotoblog des australischen fotografen daniel boud. das bild wurde aufgenommen bei der präsentation des labels romance was born bei der fashion week in sydney. für den modeverliebten menschen empfehlen wir noch folgende blogs für den reader: street etiquette (für die herren), brèves de style, das charmante corporate blog vom comptoir de cotonniers (in französicher zunge) und we live young.


und was ist fast so wichtig mode, wenn nicht durch z.b. strenesse durchaus auf gehobenem niveau bereits vereint: der fußball. der guardian verfasst dabei eine glorreiche zusammenfassung der deutschen bundesligasaison und qualifiziert sich mit folgendem satz als neues berlin-hipster-blog (sugarhigh ist auch toll): "and hertha got turned over in the basement like an unsuspecting visitor of berlin's infamous berghain club."

mehr ballsport gibt es von der mädchenmannschaft über geschlechterklischees
und michael angele, der versucht das endspiel zu verstehen.

der guardian hatte neben seiner berghain-bundesliga-connection aber auch den schärfsten verriss von sex and the city erbracht, der als intelligente frau nicht schwer sein dürfte zu schreiben. hadley freeman hat den konsum des films kaum verkraftet: "it's like beinglobotomised with a pink teaspoon. ... a woman can love fashion without looking and behaving like an international call girl."

nicht zu sex and the city 2, aber zu feminismus und das bild der frau in der musikindustrie spricht marina and the diamonds in einem videointerview bei popnography. ihr album sei an dieser stelle auch empfohlen, es schmeckt in einem song ein stück nach laurie anderson und außerdem, wie es sich buchstabiert: mit champagner, fröschen und starken mädchen.


der abend soll aber keinesfalls enden mit champagner, sondern mit einem sprung, behende vom fensterbrett. denn, "ich strich die interpunktion aus meinem leben: kommata, anführungszeichen, punkte, one-night-stands, ellipsen und die abendnachrichten." und schließlich auch das verliebtsein. nachzulesen in meinem mädchenblog.


1/11/2010

I'm obsessed with the mess that's America



neues von marina and the diamonds, auf deren spur mich im letzten jahr die wunderbaren kollegen von neon gold gebracht haben.


4/22/2009

unter freundinnen



mein herz für blogs schlägt stetig in meiner wohlgenährten blogroll. anstatt also hier - wie so oft - lesenswerte netzgeschichten vorzustellen, möchte ich heute auf die perlen hinter den blogs verweisen: die bloggerinnen. inspiration zu dem text waren unter anderem die beiden panels auf der re:publica anfang april, die für mich so wenig neues hervorgebracht haben und sich vor allem nicht der frage genähert haben, warum die re:publica wie eine spielwiese des boys' club schien. ob wir eine she:publica brauchen, wie lisa von lalila sie vorschlägt? vielleicht im kleinen rahmen, ab und an. ansonsten bloggt es sich eigentlich am schönsten gemeinsam. knicken wäre vermutlich nicht knicken, hätten jan und ich das baby nicht gemeinsam groß gezogen. zudem verhält es sich mit modeblogs ähnlich wie mit frauenzeitschriften: die männer lesen sie, wenn auch zuweilen heimlich. sicher, die blogroll ist vergleichbar mit einer plattensammlung und unterliegt wie auch diese einer gewissen zensur, wenn sie öffentlich zeigen soll, wer ich nun bin. genau aus diesem grund gehören aber in jede blogroll auch die "guilty pleasures", denn jedes blog scheint für mich umgehend reizvoller, wenn dort nicht nur das verlinkt ist, was sich auf podien und in blogcharts tummelt. so würde vielleicht sogar eine erste annäherung an lisas frage offenkundig:

wieso schreiben so wenig frauen politische blogs?“ steht jetzt im raum. ich würde auch gern fragen: “wieso schreiben so wenig männer über ihre gefühle?” ich meine es ernst. ich bin ja nicht zum spaß hier.

sie lesen zumindest darüber. auch über mode, sternchen und babykotze. jetzt müssen wir ihnen nur noch beibringen, dass diese texte in form eines blogs mindestens genau so viele herzen erobern könnten, wie das "neue väter"-gebrabbel in nido. nein, mehr sogar.

aber um die männer geht es erst beim nächsten mal. heute geht es um die frauen. um die, die bloggen. zu meinem text "unter freundinnen", erschienen im freitag, geht es hier entlang.


3/24/2009

the virgins: one week of danger



the virgins, meine allerliebste band. und am 9. april in kreuzberg. ich winde mich in verzückung. und hier ist das neue video zu 'one week of danger'. und nein, diese lyrics sind nicht girlism approved. aber es gibt dinge, die sind besser als feminismus, und es gibt männer, die verlieren durch ein klein wenig machoismus nicht an anziehungskraft. zudem haben die virgins erst in diesem fotoshoot bewiesen, dass sie auch gerne als objekt herhalten und nicht nur die weiblichen geschöpfe als solche besingen. und seien wir ehrlich: wenn die jungs singen: "i want her legs, her body and her cash", sind sie einer nicht kleinen gruppierung von frauen weit voraus, die es allein auf das geld abgesehen haben. sex ist ehrlicher. ein bißchen dirrty talk besser als ständig in den mantel geholfen zu bekommen.

have a wonderful week full of danger.


update: als bonus gibt es noch die demoversion von 'one week of danger', die ein wenig rougher ist als die album-version. die hab ich noch ein wenig mehr gern. gab's auch schon mal, im ersten post zu the virgins im november 2007.


the virgins - one week of danger



3/13/2009

herzlichen glückwunsch, tessa!


whitest boy alive - 1517 live at ic berlin

auch tessa wird älter, und da sie so warme worte fand, um mich und mein langsames ergrauen - in so vielen bezügen - herzallerliebst zu umschreiben, auch von mir ein digitaler gruß in das neue lebensjahr. auf dass du, deine roten haare und dein scharfer verstand nimmer müde werden, den männern und frauen in dieser, unserer stadt den kopf auf so vielfältige weise zu waschen, dass uns die themen für den küchentisch nie ausgehen mögen und du die freundin bleibst, die ich so viel mehr schätze, als ich es jemals zugeben würde. alles gute, 1 herz und vor allem viel spaß für das, was da noch kommen mag.

happy birthday und einen dicken kuss!

dein jan


ps.: mehr infos zu rules, dem neuen album von the whitest boy alive, hier.


2/19/2009

1x2 gästelistenplätze für freitag in der diamond lounge, white trash




morgen, also freitag, spielen im white trash die bands motherland und honey & the greek. danach gibt es musik mit okay & okay plus elizafoxxx. fun djs und cheesburgers.

wer sich seine gästeliste abholen will, schreibt unter dem betreff foxxxy an knickenberlin@googlemail.com. bescheid gibt's im laufe des morgigen tages.

mehr infos findet ihr auf dem white trash fast food myspace und dem flyer.


2/18/2009

die anstalt der besseren mädchen - tonight in berlin



julia zange schreibt mit palette und pinsel. gemalte gedanken in gedeckten, satten farben verbergen sich unter dem mädchenhaften einband ihres ersten romans. auf dem einband begrüßt ein eislöffelchen aus zartpinkem plastik den leser: verführerische Kost, eine frostige großstadt, die geschichte garniert mit einem ausflug in die süße surrealität, in der die laster lauern. die junge autorin julia jange zeichnet in ihrem erstlingswerk eine pastellfarbene, lieblich scheinende welt. ein abgeleges gehöft bewohnt von knabenhaften müttern wird zu einer kontrastierenden zufluchtstätte für ihre romanfigur loretta, als diese mit ihrem baby stadtflucht begeht. die fragile konstellation aus porzellanpuppe, gepudertem säugling und dem dazugehörigen vater veranlasst loretta zum ausbruch aus der utopie des jungen familienglücks. "die anstalt der besseren mädchen", fernab in der idylle, verspricht keine genesung von der last lorettas' gescheiterten versuchs erwachsen zu werden. gleichsam klein, blond und problematisch – der typ mädchen, auf den der vater ihres kinder immer hereinfällt - kehrt sie zu dem verzweifelt wartenden malte zurück. weiterhin gehüllt in einen klebrigen mantel aus kindlichkeit, mit ihrem viel zu schönen kind. zurück zu artifizieller erotik im ehebett, fernab von der fantasie, einen jungen auf dem eisbärenfell zu ficken.

julia zange beglückt uns heute abend mit einer lesung in der coma galerie. begleitet wird die lesung zudem mit einem harfenspiel von claudio cherubin.


18. februar 2009 - 21.00 uhr
coma center enter for opinions and music and art
leipziger straße 36/ ecke charlottenstraße
berlin


ein ausführliches interview mit julia zange gibt es ende februar im blank-magazin. dort habe ich mit ihr über ihr erstes buch, flanellhemden und familienidylle gesprochen.



2/11/2009

vom wohlfühlfaktor im weiblichen wahlkampf


kinder, es hätte so schön sein können. und sie so zahlreich. die kinder.

übermutter ursula befand sich auf dem besten wege die legislaturperiode als heilsbringerin der überalternden gesellschaft zu beenden. elterngeld, mehr kitas, treu sorgende väter auf großen plakaten und weitere kampagnen mit glucksenden, satten und süßen kleinkindern. kinder, so weit das auge reicht. das war die vision. die zielsetzung einer mutter von sieben kindern, die in ihrer kommunikativen vermittlung jungen frauen nahe legte, ein baby und besser ganz viele seien ihre vaterlandspflicht. die passenden väter dazu gab es ja auf den plakaten. das wickelvolontariat debütierte kurz als verbaler spielball der medien, zeigte aber gleichsam karikierend, dass eine ernsthafte involvierung der väter in erziehung und ihre gleichberechtigte freistellung vom beruf eine realitätsferne idee war, die besonders in frau von der leyens schwesternpartei csu eher mit einem höhnischen lachen als einem mildes lächeln bedacht wurde. die familienfreundliche babykampagne flankierte die bundesfamilienministerin dann mit progressivem einsatz für eine werbung der faz. sie versteckte sich hinter der zeitung während sie in einem meer von weißen, flauschigen kaninchen saß.
wie die kaninchen, liebe bürger, ich schau auch kurz weg, doch mehret euch. das war die vision.



ob frau von der leyens brutplanung am ende des tages die kurven der frauen und geburtstatistiken signifikant beeinflusst hat, wird kaum zu sagen sein. zu zahlreich sind die intervenierenden variablen, zu dünn ist das konzept des elterngeldes als anreiz zur familienplanung zu fungieren. dabei werkelte das das bundesministerium für familie, senioren, frauen und jugend so emsig am deutschen kindersegen. so emsig, dass sich die jugend sido, die drogenbeauftragte der bundesregierung sabine bätzing und herrnkoch teilen durften, die senioren als best ager von werbeagenturen und als pro ager von dove betüddelt wurden und mädchen in sachbuch und prosa die gleichstellung der frauen und emanzipation voranpeitschten. die arbeitsteilung funktionierte. sie sollte theoretisch funktionieren. denn wenn die jugend erfüllt ist mit tugend, die omas und opas die besseren kitas sind und die frauen von morgen die männer von heute, segnet uns ein babyboom. das war die vision. dann kam die krise.



weder ist die plakatierung mit aktiven vätern noch das vorleben der perfekten großfamilie durch die vermehrungsministerin selbst der schlüssel zu einer kinderreichen gesellschaft, noch wird das schwächeln der konjunktur als maßgeblicher grund anzuführen sein, dass die graphik der geburtenentwicklung weiterhin einen traurigen eindruck machen wird. die beiden relevanten einflussgrößen, politik und popkultur (als maßgeblicher feministischer motor), haben das frauen- und familienbild sowie die tatsächliche situation nicht in eine richtung schubsen können, die den familiengründungswillen fördert.

politikerinnen, feministinnen, frauenrechtlerinnen und die dazwischenquatschenden männer fördern zunächst willkürliche weibliche stereotypen, die wiederum unter frauen neid, konkurrenz und feindschaft, aber wenig gemeinschaft und solidarität stiften. frau von der leyen will passionierte mütter, gerne mit beruf und karriere, die gleichsam ihren mann zum aktiven vater erziehen; leidenschaftliche mütter werden verachtet von frauen, die unter der fixen idee karriere zu machen wie ein mann vergessen, dass sie keiner sind und sich dennoch aufplustern wie ein hahn, obwohl es anders ginge; mütter konkurrieren auf dem spielplatz mit teuren kinderwägen, schönen kindern und pädagogischem halbwissen; hinter jeder entscheidung, sei es die kinderlosigkeit, sei es beruflicher erfolg, sei es ein einzelner sohn oder eine fünfköpfige rasselbande, wird unfreiwilligkeit, unglück, unfähigkeit oder das abkommen von der eigentlichen lebensplanung vermutet.

politik und insbesondere politikerinnen versagen in dieser hinsicht die verschiedenen facetten des frauseins zu vermitteln und anzuerkennen. besonders jungen frauen fehlen innerhalb der politischen landschaft identifikationsfiguren. was jungen frauen durch den kopf geht, wenn sie in zeitung und den politischen talk im fernsehen schauen, wenn sie sehen, wer neuer bundeswirtschaftsminister wird, das ministerium als politisches ressort, in dem gleichstellung besser aufgehoben wäre als im dem für die glückliche familie, illustriert vielleicht christine eichels kommentar, den sie zur erpressung von susanne klatten im cicero schrieb:


"es bedarf nicht allzu viel fantasie, um sich vorzustellen, welchem genre die männer angehören, die eine frau der klatten-liga bei vorstandssitzungen, societypartys und golfturnieren trifft. sie erlebt die öde selbstgefälligkeit gestandener herren, die sich mithilfe routinierter beeindruckungsprosa in bewunderung sonnen wollen. ungefragt geben sie anekoten aus dem allzu umfangreichen repertoire ihrer heldengeschichten zum besten. frauen sind ihr Publikum, ihr spiegel, ihre claque."


also gehen wir fremd. und die "öde selbstgefälligkeit" kann derart starke ausstrahlungskraft haben, dass falls das politische von frauen nicht bereits abgestoßen bei seite geschoben wurde, sie sich nicht ausschließlich thematisch orientieren, sondern auch dort politisch sammeln, wo frauen sichtbar sind, mitentscheiden, und nicht als hübsche dekoration und alibi auf den billigen plätzen drappiert wurden. der anteil der frauen, der sich als emazipiert begreift, unabhängigkeit und berufliches fortkommen schätzt, steigt nachweislich gleichsam mit dem wachsenden interesse an politik und der aktiven teilhabe daran.

dass dies spitzenkräften wie franz müntefering (spd) erst kurz vor wahlkampf einfällt und er schwammig formuliert: "wir müssen auch darüber sprechen, warum relativ wenig frauen in führenden positionen sind. ist es zum beispiel sinnvoll, etwas zu tun, was in vielen Parteien lange gedeckelt worden ist? klammer auf quote klammer zu. manchmal muss man auf zeit solche instrumente anwenden, um ein ziel zu erreichen.” dies kritisiert heide oestreich in der taz zurecht: "einer partei fällt nach zehn regierungsjahren auf, dass man ein gleichstellungsgesetz brauchen könnte? derselben partei, die vor acht jahren dieses gesetz bereits vorgelegt hatte und es dann selbst per kanzlerdekret wieder einkassierte?" den vorsprung, den oestreich der union im weiblichen wahlkampf attestiert - "wenn münterfering gegen die strahlkraft, die von der leyen und merkel allein durch ihre anwesenheit erreichen, etwas ausrichten will, wird ein bisschen quotengemurmel nicht ausreichen" - sehe ich allerdings nicht.

frau von der leyen repräsentiert auch nach haarschnitt nicht den modernen frauentyp noch die Politikerin, der junge wählerinnen begeistert und inspiriert. wer einen kreativen ansatz zum thema gleichstellungspolitik aus dem zuständigen ministerium sehen möchte, dem sei ein blick in den medienkoffer "frauen und männer - gleich geht´s weiter" empfohlen. dazu staatssekretär gerd hoofe: "wenn schülerinnen und schüler zum beispiel sehen und hören, wie breakdance-kids über gleichstellung denken oder selbst aufgefordert werden, einen rapsong zum thema zu machen, setzen sie sich intensiv mit ihren zielen und dem eigenen rollenverständnis auseinander. das hilft den mädchen wie auch den jungen dabei, ihren eigenen weg zu gehen - in beruf und familie." ich vermute, nein ich weiß, dass dieser koffer bei den schülern der 9. bis 12. klasse, für den er vorgesehen ist, für spott sorgen wird, aber nicht zum nachdenken.

angela merkel wird nun abermals im wahlkampf nicht als frau, sondern als neutrum in erscheinung treten. niemand fordert flammende feministische reden. ein bekenntnis zum frausein bedarf keinen staatsakt. ein frauenfreundlicher wahlkampf bedarf aber auch keine babys auf wahlplakaten. frauen bedürfen keine karrieren nach männlichen mustern, aber nach ihren eigenen.

liebe ursula, liebe angie, die frauen von morgen werden weder die mütter, noch die männer von gestern und heute sein. der wohlfühlfaktor im weiblichen wahlkampf wird schmerzlich vermisst.


half asleep


school of seven bells - half asleep

das neue video, easy to fall in love with. mehr auch bei uns.


2/07/2009

is it the shoes?



es ist der skandal, das gesprächsthema in der deutschen, weiblich dominierten mode-blogosphäre. von blasphemie, hybris und anmaßung ist die rede. bis aufs blut werden alte fehden aufgekocht und neue beschworen. es geht ans eingemachte, kein auge darf trocken bleiben, jeder muss stellung beziehen, mit oder gegen uns, für oder wider.

alles schnickschnack. in erster linie handelt es sich hier um ganz große unterhaltung. denn, wie könnte es anders sein, es geht um schuhe. von da aus ist es bekanntlich nicht mehr weit bis zur weiblichen psyche. und was diese kitzelt, kann man in seiner ganzen anmut, also dem teil, den wir männer immer übersehen (wollen, müssen), hier und hier nachlesen. ein trauerspiel in vier akten, in dem es vor neid, missgunst, übersteigertem selbstbezug und geschmacklosigkeiten nur so wimmelt. ich empfehle jedem geneigten toiletten-, wartezimmer- oder galaleser die lektüre. ein fest, ohne gehalt zwar, aber mit unterhaltungswert. siehe lektion eins.





aber worum geht es eigentlich? ganz ehrlich, ich weiss es nicht genau, bewusst. hinter den vorhängen wohl um zwei blogs, deren betreiberinnen sich nicht mögen. vordergründig geht es um positionierungen: der eine kommerziell, der andere nicht. der eine elite, der andere mauerblümchen. der eine mit, der andere ohne geschmack. der eine mit zensur, der andere mit vogtschem biss, und so weiter. die liste ist endlos, und je nachdem auf welcher seite man steht, findet man das entsprechende antonym eben schlecht. so einfach ist tennis.

es hat schon immer spaß gemacht, im trüben zu fischen. und davon ist hier reichlich vorhanden, denn jeder hat ja eine meinung, einen standpunkt und eine klikke. nur irgendwie nicht so richtig. alles kein problem, jeder stammtisch ist nicht anders, aber "...jetzt kommt der punkt, an dem alles kippt, finde ich." jetzt kommen hormone ins spiel, gefühlte wahrheiten und dissoziative wahrnehmungen. der perfekte nährboden, für probleme, die es noch zu erfinden gilt. wer es bis hier hin geschafft hat, der hat es nicht mehr weit bis zu den kapriolen, die einen das leben vermeintlich schlagen lässt.





es ist für einen aussenstehenden wie mich einfach schwer, das allzu ernst zu nehmen, das alles nicht unter "ewig schwelendem zickenkrieg" zu subsumieren, der ständig und immer tobt, depression und hysterie auslöst und im schlimmsten fall meinen fix reservierten samstagnachmittag bedroht. alles schon gesehen bzw. gehört: auf mädchencouchen, in cafes, der kneipe, der uni, dem bett oder der diskothek. das ist selten neues, selten gewichtiges und noch seltener fundiert. und gott bewahre, selten dauerhaft.

die stunden, die man als zuhörer und analyst solcher ergüsse verbringt, sind trotzdem so end- wie sinnlos, gleichzeitig aber lehrreich und unterhaltsam. moment? das ist kein widerspruch, denn hier geht es um die königsdisziplin, das verstehen der weiblichen psyche. lektion eins: es ist alles erlaubt.

und so ist es eben auch hier erlaubt, aus einer mücke, zugegebenermaßen zweifelhaftem schuhwerk, einen elefanten, mehrere artikel mit gefühlten 8000 kommentaren, zu machen. nur beschweren sollte man sich nicht, wenn gelacht wird. denn auch wenn es einige kaum mehr zu glauben wagen, lachen ist nicht nur futter für die profilneurose. in erster linie ist es gesund.


die beiden angesprochenen artikel findet ihr hier und hier. vornehmlich geht es um die blogs les mads und next to you.


1/15/2009

don't forget about pacific



zu pacific gibt es eigentlich auch nicht mehr wirklich viel zu erzählen. auf dieser website wird zumindest schon seit einer halben ewigkeit auf den durchaus geschmeidigen pop appeal der kombo verwiesen. jetzt vergreifen sich die skandinavier an den simple minds, für mitdreissiger unter umständen ein zweifelhaftes vergnügen. der rest könnte es als durchaus akzeptables stück populärmusik wahrnehmen, genau wie den seicht filternden remix von breakbot. die entscheidung liegt wie immer bei euch.


pacific - don't you forget about me (dl) (ysi)


pacific - hold me (breakbot remix) (dl) (ysi)



als kleines schmankerl könnt ihr euch hier tessas neues (altes) lieblingslied anhören: hot lips. mehr infos zu pacific gibt es auf ihrem myspace. ein heisser dank geht an hyperbole.


12/06/2008

catholic girls






you know how us catholic girls can be
we make up for so much time a little too late
i never forgot it, confusing as it was
no fun with no guilt feelings
the sinners, the saviors, the loverless priests
i'll see you next sunday



von gott darf man sich als gläubiger christ kein bild machen, von der mutter gottes hingegen schon. wer knicken ein wenig häufiger liest weiß, dass mein verhältnis zur katholischen kirche kein wirklich inniges ist, obwohl ich in ermanglung an alternativen sogar in katholischer religion mein mündliches abitur abgelegt habe, in dieser zeit aber vor allem ihre intoleranz erkundete, die sich beispielsweise darin äußerte, dass berechtigte kritik am papst in meiner klausur stets rot angestrichen wurde. er ist unfehlbar - wie konnte ich die vergessen, oder in frage stellen?

die katholische kirche wird wohl weiterhin, mit dem stets milde lächelnden benedikt, an bedeutung innerhalb der jungen generation verlieren, was keinesfalls einen werteverfall bedeutet, vielleicht einen wandel. und dieser hat für frauenrechte zumindest eine positive bedeutung. hätte ich in der erstellung von lehrplänen ein sagen, ich würde zumindest anregen junge mädchen frühzeitig darüber aufzuklären, dass die katholische kirche nicht ihr freund sein kann: it's a boys club.

die auseinandersetzung mit diesem glauben in der kunst ist für vermutlich die einzige, in die ich mich noch begeben möchte. das neue projekt 'icons' von carioca, einer agentur für werbefotografie aus bukarest, finde ich in dieser hinsicht sehr gelungen. wann und wie die katholische kirche allerdings bedenkt frauen des abgebildeten alters erstmalig adäquat anzusprechen, scheint nicht nur ungewiss, sondern weit hinter den sternen.


via fabrik


10/31/2008

those dancing days



in our space hero suits

die wahl ihres bandnamens im zusammenspiel mit den sorgsam selektierten vintage-outfits, die über die skandinavischen streetstyle-blogs auch aus der garderobe deutscher mädchen nicht mehr wegzudenken sind, lässt erste schlüsse darüber zu, welche musikalischen schritte die mädchen von those dancing days in die welt des pop gewagt haben: es sind beschwingte schritte direkt auf das tanzparkett jeder indie-disko: mit anlauf, mit rosigen wangen, aber vor allem mit stimme. linnea jönsson, die sängerins, ein zartes wesen mit frech springenden locken, manövriert eine sehr erwachsene stimme durch jungen, verspielten sound ohne in den kurven vom gas zu gehen. ihr souliger gesang trägt wohl nicht unwesentlich dazu bei, dass eine gruppe soeben volljährig gewordener musikerinnen nicht direkt in die ecke des zuckerpop abgeschoben wird. zudem verzichten die damen aus dem stockholmer vorort nacka auf eine rotation am lead-mikrophon oder den übermäßigen einsatz ihrer stimmen vereint im chor, der auch in nonchalant vorgetragenen stücken schnell die erinnerung an ein ferienlader wecken kann. die rollen und instrumente sind klar verteilt. seit dem sommer 2005 spielen rebecka, lisa, cissi, mimmi und linea als band zusammen. auch bei den schwedinnen entpuppte sich die entscheidung einige demos auf ihre myspace-seite zu laden als einfache werbemaßnahme mit hoher triebkraft. sie werden ohne frage im nächsten jahr fester gast bei britischen award-shows sein.



ihre erste ep konnten die fünf energiebündel bereits im august veröffentlichen und überbrückten die zeit zum erscheinen ihres ersten albums mit dem abklappern der bühnen sämtlicher schwedischer festivals. dass die damen von ihrem schwung on stage nichts verlieren, lassen nicht nur augenzeugenberichte sondern auch die bereits veröffentlichten videos verlauten, die den drive, der das gesamte album durchzieht, bilderreich und bunt in szene setzen. mit einem trompeten-intro läuten those dancing days 40 minuten ungestümen pop ein: nicht glatt, nicht fehlerfrei, teils verspielt, teils in kitschigen sphären wandelnd, doch ohne die lauscher des süßen überdrüssig werden zu lassen. das hier schmeckt ehrlich. those dancing days erscheinen so liebenswert, weil sie zum einen naturgetreue, musizierende mädchen darstellen, ohne absicht süß doch nicht unerreichbar glamourös, immer noch tanzend aber nicht hüfte schwingend, keine gestylt genug um den look der fans zu diktieren. zum anderen servieren sie neben ‚hitten’, die schwedische vokabel für hit, ein komplettes album voller kompositionen, die als kommerzielle popsongs wirkung entfalten könnten doch die eigenwilligkeit aufweisen, die vielen chartsongs fehlt. trotz dieser leistung vermisst man ein wenig variation in melodie, tempo und arrangements. goldmedaillenkandidat des albums ist sicherlich ‚i know where you live’, dessen wunderschönen metaphern ebenso zu herzen gehen wie die sehnsüchtig bekommene stimme von frontfrau linnea. in ‚space hero suits’ brauchen those dancing days sich schon bei ihrem debutalbum nicht zu verstecken um sich gehörigen respekt zu verschaffen.


those dancing days - i know where you live (dl) (ysi)



die rezension zum ersten album der schwedischen band those dancing days ist im ersten missy-magazin erschienen. als goodie für euch gibt es meinen lieblingstrack 'i know where you live' in einer low quality version. das debut der fünf schwedinnen 'in our space hero suits' ist im oktober bei wichita recordings veröffentlicht worden.


10/15/2008

knicken telegym mit beyoncé



falls ihr euch je gefragt habt, wie knicken am spreewaldplatz in den tag startet - hier ist die inspiration: beyonce - single ladies (put a ring on it). aber: herr schmitz hat das heißere outfit.

ein danke an horst für den tipp.


don't you?









"i love men. i have all their albums."

editorial aus arena homme + : one's real life is often the life that one does not lead. via foto decadent


go here for the girl version.


9/08/2008

i kissed a girl, and then i went to hell



katy perry ist die art von mädchen in der welt des pop, die amerikanischen christen und republikanern heftige bauchschmerzen bereitet. sie kokettiert zwischen burlesque & bubblegum pop, zwischen vamp und unschuldigem hundeblick und singt zu allem übel auch noch über zungenspiele mit dem gleichen geschlecht. in ohio provozierte der song der tochter eines pfarrerehepaars bereits einen gottesbotschafter ein schild mit der aufschrift "i kissed a girl and then i went to hell" aufzustellen - broadsheet berichtet. die gay community hat sie im übrigen ebenfalls mit ihrem song 'i kissed a girl' verärgert. hier wirft man katy vor, die lesbische lust für heterosexuellen kitzel auszubeuten. na dann.

das caliornia girl hat es trotz diesen kleinen empörungswellen zu einem erstaunlichen übernachterfolg geschafft. ihr berlin-konzert, das für den 17. september angesetzt ist, wurde aufgrund der großen nachfrage bereits in den großen raum des postbahnhofes verlegt. einen tag vorher spielt sie in köln.

ein umfassendes portrait findet ihr beim observer, aus dem folgende beschreibung der sängerin stammt:

"like alanis morissette
without the anger ('i have angst, but it's not my main message. it's a bit boring, I think.'), a pink without the need to blame her parents ('i had a great upbringing, i'm fine with it.'), perry's feisty, upbeat music is the kind that lily allen might have produced had she grown up in christian california."


bei uns findet ihr einen remix von mr. gaspar. noch mehr informationen zu katy gibt es auf ihrer homepage und myspace-seite.


katy perry - i kissed a girl (mr gaspar bootleg) (ysi)


katys debut-album 'one of the boys' erscheint am 14. september by virgin.


9/01/2008

the week in words and snapshots #3



der montag geht seiner verkaterten natur angemessen auf seichten schritten an die startlinie. ein paar texte, geschehnisse mit mehr oder minder famosem nachrichtenwert und gedanken zur roten gefahr sollen hier als schlusslicht der worte zum sonntag dienen.

die woche wurde quer durch alle medien von frauen dominiert; ein trend, der sich am montag fortsetzen sollte: mccains running mate sarah palin wird es die nächsten monaten nicht leicht haben; nun stellt sich auch noch kurz nach der verkündung ihrer funktion heraus, dass ihre minderjährige tochter ein kind bekommt. es bleibt abzuwarten, wie die republikanische anhängerschaft damit umgeht, ob es nun fluch oder ein segen gottes segen. dieser auftakt wird sicherlich nicht die letzte geschichte, gerücht oder vorwurf mit dem fokus frau im amerikanischen wahlkampf gewesen sein.

in der wochenendausgabe der süddeutschen zeitung sollte laut überschrift des interviews renate künast zum thema männer zu wort kommen. sie durfte sich dann doch nur zu alphatier joschka, feminismus und ihrem kurzhaarschnitt äußern. online ist der text leider immer noch nicht, die mädchenmannschaft hat sich die mühe gemacht, auszüge abzutippen.



der freitag widmet sich, und so kann ich sie nach kurzem nachdenken wirklich bezeichnen, meiner lieblingspolitikerin gabriele pauli. dies mache ich vielleicht nicht an ihren politischen ideen fest, aber auch ob meine zaghafte zuneigung zu frau pauli nun an ihren roten haaren, dem latex-outfit oder ihrer art die alten herren der csu in höchstem maße zu irritieren liegt, vermag ich kaum zu sagen. vielleicht gründet sich meine entscheidung auch auf die ermangelung von alternativen. kluge worte zur 'schönen landrätin' findet ihr in "pumps und gummistiefel" von mathias wedel und barbara vinkens hier schon öfter erwähnten worten, die sie schon anfang 2007 im sz-magazin veröffentlichte. hier die wikipedia-reife beschreibung der politikerin mit kupferhaupt:

"natürlich haben manche, denen fast jede frau, die in der politik auftaucht, ein rotes tuch ist, die männerbündelei unserer machteliten zu verteidigen versucht. die roten haare von gabriele pauli kamen ihnen dabei besonders zupass. diese farbe steht – wie jedes kind spätestens aus populären krimiserien wie jerry cotton weiß – für erotisch besonders aufgeladene frauen, die ohne die wärme der dunkelhaarigen und die unschuld der blonden auskommen und in ihrer eiskalten herzlosigkeit für männer fatal sind. über frau pauli wurde immer wieder die geschichte einer rothaarigen hexe erzählt, die mit den unredlichen waffen der weiblichkeit – rhetorik, moderne pr und attraktivität – schamlos um die gunst des publikums buhlt. ohne jede sachorientierung, die nun einmal sache der frauen nicht sei, kaschiere ihr unverhohlener wunsch, mit dem messer in der hand den männern ans leder zu gehen, nichts als frustrierte karrieregeilheit. ihre unersättliche eitelkeit sei auch durch das licht der scheinwerfer, in dem sie sich sonne, nur kurzfristig zu stillen. interessanterweise hat diese geschichte aber nicht verfangen. das publikum wollte von hysterischen rothaarigen hexen nichts hören und hielt zu seiner tapferen, schönen landrätin, die den mann an der spitze zu fall gebracht hat."



vielleicht bekomme ich nun wieder auf den deckel, mein eigenes haupthaar zum thema zu machen, aber nicht nur mein erstes biometrisches passbild, das ich in der letzten woche zum bürgeramt trug und so verdächtig leuchtet, dass ich vermutlich mit diesem reisepass noch oft verhört werde, rechtfertigt vereinzelte worte zur roten mähne: zum einen traf ich eine artgenossin die in münchen mit ihrem schreibtalent das netz beglückt und mit dem stichwort muffin top den modejournalismus meines geschmacks betreibt, zum anderen widmete sich lisa von la lila den ginger kids, lea der perfekten hexe, prosieben führte mit boris becker und jan ullrich sogar zwei männer der rötlichen haarpracht zusammen und mein jugendschwarm und serienpartner der rotschöpfigen gillian anderson, david duchovny, begab sich wegen sexsucht in behandlung. scheinbar hatte der charakter hank aus duchovnys letzter serie californication ein wenig ähnlichkeit mit dem akte x-star.

aber genug zu roten haaren und anderen lastern, bei broadsheet gibt es noch einen bissigen text zu dress codes und eine annäherung an die frage, ob das semikolon ein mädchenhaftes satzzeichen ist, während das sz-magazin vor kurzem befürchtete, es könne aussterben, xx factor gibt unter dem stichwort misogyny gap zu bedenken, dass sarah palin zwar frauenfeindlichkeit zu spüren bekommen wird, aber niemals den spitznamen "she-devil" bekommen wird, jezebel erklärt warum mccains wahl einer frau keine wahl für frauen ist und widmet sich außerdem den deutschen sternchen bei den first steps awards, prinzessin letizia hat eine neue nase und das nivea sofa keine cellulite mehr. die welt scheint wunderbar in ordnung.


8/28/2008

you and i are going to have a big love affair


and it will work ...


der folgende text ist schon an dieser stelle erschienen. da knicken in ihm aber eine nicht zu verachtende rolle spielt und er sich auch hier wohlfühlen wird, steht er nun ebenfalls hier in leicht abgeänderter form.


es gibt tage, da freut man sich um so mehr so hübsche kinder wie diesen blog und flannel apparel zu betreuen. zu anfang habe ich die texte ohne ein direkt adressiertes publikum geschrieben, und mich an der zusammenkunft schneidiger wörter, sperriger satzteile und teils wirrer, teils heller gedanken erfreut. ein text für einen meiner blogs, ist in der endsumme ähnlich genugtuend wie das entstehen einer zeichnung auf ehemals weißem papier. die wahl der passenden bildsprache, das einfärben der liebreizenden vokabeln, die passende überschrift und die entscheidung im ton rational, sarkastisch oder vorlaut zu werden - ist ein prozess der mein herz mehr beflügelt als manche frauen das shoppen. manchmal ist es sogar besser als ein biss in den nacken.
gezweifelt, zu welchem zweck ich die blogs umhege habe ich nie, denn schreiben ist stets auch selbstzweck und folgt nicht immer ökonomischem kalkül, dem blick auf karriere oder hat missionarische absicht. gezweifelt haben andere, die meine zeitliche investition in diese seiten im netz, so klein und unter vielen, stark in frage gestellt haben. genau diese leute haben blogs allerdings bis heute nicht verstanden.

es kann in deutschland immer noch eine weile dauern, bevor auch nur annähernd die hälfte der mediennutzer verstanden hat, wie blogs zu lesen, zu verstehen und zu nutzen sind. natürlich haben die leser keinen ausgereiften journalismus vor der nase und keine lebenswichtigen nachrichten, keine verkündung bahnbrechender entscheidungen; doch überall im netz lauern perlen ihrer gattung, und gute, auch durchaus persönliche blogs können das eigens selektierte menü medialer leckerbissen um sprünge reichhaltiger machen, ansprüche an stil befriedigen, wissensdurst stillen und sätze direkt an dein herz dirigieren.



dieses kleinod hier zu schreiben, hat mir mehr gebracht als jahrelanger zeitungskonsum und sporadisches fernsehen gucken. eine kleine expedition ins netz hat genügt um zu erkennen, dass ich als zielgruppe nicht abgeschrieben wurde. blogs zu lesen, zu schreiben, anzugucken und wieder zu vergessen, ist aktives mediennutzen mit starkem fokus auf dialog und diskurs, leidenschaftliches streiten, gemeinschaft und freundschaft. blogs sind keine digitale inszenierung die in virtuellen freunden resultieren; blogs make you go out there, meet people, get to know them and fall in love.

ich war in höchstem maße skeptisch, als ich über mahret zu einem blogger-treffen zur kopenhagener fashion week eingeladen wurde. ich, die ihren freundeskreis aus sorgsam selektierten männern speist, deren beste freundin keine frau ist und die ihre letzten frauenzeitschriften mit sechzehn verbrannt hat. ich hatte zugesagt, ein paar tage mit fünf anderen frauen, die fast ausschließlich über mode schreiben, im kopenhagener modezirkus zu verbringen.
2008 hatte eine weitere überraschung für mich bereit: ich traf an einem tag am gleichen ort fünf der smartesten, offensten, unkompliziertesten und liebreizensten frauen, die sich bislang in meinem radius aufgehalten haben. fashion-bloggerinnen - you heard me right.



hier also eine weitere noch nicht erkannte chance, die blogs inne wohnen: die klügsten köpfe. denn obgleich die blogosphäre - misst man diese an den deutschen blogcharts oder den nach medialer aufmerksamkeit lechzenden bloggestalten - männlich dominiert scheint, finden sich hier unzählige frauen, die etwas zu sagen haben. bloggen kann natürlich jeder idiot mit computer und notdürftiger rechtschreibung, einen blog hingegen zu etablieren, technisch und optisch umzusetzen, zugang zu inhalt und veranstaltungen zu bekommen, gleicht einem kleinunternehmen - in oben genannten fällen immer ein kleines mediumimperium gebaut auf den zarten schultern einer jungen frau.
würde ich nun ein eigenes unternehmen leiten, ich hätte berge versetzt um diese damen für meine zwecke einzuspannen. glücklicherweise kommen auch langsam andere menschen in den entsprechenden positionen auf diese idee. wer hätte mir letztes jahr geglaubt, wer kauft es mir heute ab wenn ich schreibe, ein mit herzblut geschriebener blog ist wohlmöglich eine bessere investition in deine zukunft als ein straight durchgezogenes studium, drei praktika in pr, medien und wirtschaft, oder dein lang geübtes, herbes auftreten um mit karriereglatter ausstrahlung zu überzeugen. ich erwähnte in einem post vor kurzem die frau, die das buch mit dem titel "the best plan for developing the leader you need" in der s-bahn las, ein buch, dass ich als größere strafe betrachte als das weihnachtsgeschenk meiner mutter von eva-maria zurhorst. wenn man nun einen außerwöhnlich klugen kopf für eine mediale unternehmung oder etwas themenspezifisches sucht, ist es kein falscher ansatz zu schauen, wo und wie diese leute sich im netz bewegen und nicht zu fragen, welche seminare sie zu leadership-kompetenz besucht haben, oder an welcher elite-uni sie ihre jugend gegen den ritterschlag mit einem auf umweltverträglichen papier gedruckten zertifikat für besondere folgsamtkeit getauscht haben. das internet macht nicht notwendigerweise dumm, in den richtigen händen kann es ungemein bilden, befähigen und inspirieren.



in den weiten des internets wurde ich glücklicherweise auch kürzlich entdeckt und mein lobbyistendasein endete jäh, aber ohne eine einzige träne. anerkennung für knicken und meine karos schmeichelt und irriterit zugleich, denn komplimente prallen meist an mir ab, da ich die zwei immer noch als experiment betrachte, aber nicht als medaillenkandidaten. wenn ich knicken und seine flauschige schwester allerdings als meine kinder bezeichne, dann habe ich vor kurzem meine große liebe getroffen. sie heißt freitag, und wird noch von sich reden machen. dort geht es auch um sprünge im netz, schöne worte und große gedanken. ich hoffe ihr schaut mal vorbei, wenn es soweit ist. ich habe mein hochzeitskleid schon ausgesucht, und eheliche kinder sind in planung. und selbst das war vor knapp einem jahr noch anders. kinder habe ich mir damals nämlich nicht gewünscht.


8/19/2008

make it happen









weitere worte zu den teenagers hebe ich für den tag auf, an dem wieder etwas epochales passiert. daher gibt es heute nur eine bildergeschichte, entnommen aus quentins blog, und den neuen remix zu 'make it happen', fabriziert von dolby anol.


the teenagers - make it happen (dolby anol mix) (ysi)



wer heute etwas von mir lesen mag, besucht flannel apparel. dort habe ich ein paar gedanken über frauen, die ihnen gewidmeten websites und deren rosa-rote zukunft auf blog-papier gebracht. for women only, as if.


8/16/2008

night blogging



als lektüre zur samstagnacht gibt es den zweiten teil der von mir ausgewählt und hier abgedruckten blogs, die - wenn ich knicken und flannel apparel als meine zöglinge bezeichne - wohl so etwas wie die patenkinder meiner wahl sind. für die kommenden wochen dürft ihr weitere blogwatch erwarten, dann auch mit themenschwerpunkten à la spieglein spieglein, turntables und herzschmerz.

www.discodust.blogspot.com
aleks betreibt in frankfurt die kultstätte für elektronische tagesfragen, die in sachen internationaler vernetzung den rest der deutschen bloglandschaft blass aussehen lässt. es wäre ein wunder, wenn er neben all dem ruhm nicht doch noch reich damit wird.

www.dlisted.com - be very afraid
michaels bitterböses klatschblatt ist mein morgentliches bauchmuskeltraining und blog mit höchstem suchtpotential. er hat zudem die hofberichterstattung für pete doherty übernommen, welchen er liebevoll dreamboat nennt.



very voung millionaire
brad troemel ist mehr als ein weiterer von babes und skateboarding inspirierter fotograf anfang 20. brad glaubt an die Zukunft digitaler galerien und museen im netz, befasst sich mit rekontextualisierung und dem „blink 182 effect“; seine ideen formuliert er daher nicht nur fotografisch, sondern ebenso in verdammt smarten texten.

david’s medienkritik
muss man den bild-blog lesen, wenn die mechanismen hinter deutschlands auflagenstärkster zeitung auf der hand liegen? die politisch inkorrekten beobachtungen von kaspar david und ray drake zur deutschen medienberichterstattung aus amerikanischer sicht könnten hingegen besonders obama-euphorisierten lesern die notwendigen neuen blickwinkel eröffnen.



broadsheet
salon's frauenblog springt in eine nische, die in deutschland immer noch unentdeckt ist. als allumfassendes frauenmedium verzichtet sie weder auf politik- und wirtschaftsthemen, noch auf die männer. broadsheet glaubt nicht nur, dass männer unverzichtbarer bestandteil aller debatten um frauenfragen sind, sondern hat selbstverständlich eben diese in redaktion und leserschaft integriert.