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6/18/2010

beautiful rebel


Marcin fotografiert von Marysia Przybysz (AF Photo) und gestylt von Andrzej Sobolewski in Fight Club.

soundtrack >>

Jeremy Jay – Beautiful Rebel


6/17/2010

uncommon matters


für elefanten im porzellanladen. so handle with care.




5/29/2010

unsuspecting loveboat boredom


der minnesang unserer zeit meinte nicht den unsäglichen europäischen wettbewerb, der gerade europas kitschkinder in atem hält. dennoch, das oslog-videoblog von lukas heinser und stefan niggemeier hat einen kuss verdient, und einen besseren zeitpunkt als diese paneuropäische erinnerung an die achtziger jahre - den grand prix - könnte es kaum geben, um hier die kategorie loveboat boredom kurz zu beatmen. mit ein paar fashion finds, ein wenig chanson und anderen delikaten dingen des lebens. der schmucke jungspund im eröffnenden bild dieses posts wurde für das editorial "glorious basterds" von sam scott schiavo für das modemagazin supplementaire geschossen. dieses kleinod gibt es als printmonster für schlappe 125 pfund zu kaufen, das pdf für zärtliche 4.99 £. am bildschirm kann man es aber auch durchblättern. wie es eben gefällt.


wir stellen vor: boudist, das fotoblog des australischen fotografen daniel boud. das bild wurde aufgenommen bei der präsentation des labels romance was born bei der fashion week in sydney. für den modeverliebten menschen empfehlen wir noch folgende blogs für den reader: street etiquette (für die herren), brèves de style, das charmante corporate blog vom comptoir de cotonniers (in französicher zunge) und we live young.


und was ist fast so wichtig mode, wenn nicht durch z.b. strenesse durchaus auf gehobenem niveau bereits vereint: der fußball. der guardian verfasst dabei eine glorreiche zusammenfassung der deutschen bundesligasaison und qualifiziert sich mit folgendem satz als neues berlin-hipster-blog (sugarhigh ist auch toll): "and hertha got turned over in the basement like an unsuspecting visitor of berlin's infamous berghain club."

mehr ballsport gibt es von der mädchenmannschaft über geschlechterklischees
und michael angele, der versucht das endspiel zu verstehen.

der guardian hatte neben seiner berghain-bundesliga-connection aber auch den schärfsten verriss von sex and the city erbracht, der als intelligente frau nicht schwer sein dürfte zu schreiben. hadley freeman hat den konsum des films kaum verkraftet: "it's like beinglobotomised with a pink teaspoon. ... a woman can love fashion without looking and behaving like an international call girl."

nicht zu sex and the city 2, aber zu feminismus und das bild der frau in der musikindustrie spricht marina and the diamonds in einem videointerview bei popnography. ihr album sei an dieser stelle auch empfohlen, es schmeckt in einem song ein stück nach laurie anderson und außerdem, wie es sich buchstabiert: mit champagner, fröschen und starken mädchen.


der abend soll aber keinesfalls enden mit champagner, sondern mit einem sprung, behende vom fensterbrett. denn, "ich strich die interpunktion aus meinem leben: kommata, anführungszeichen, punkte, one-night-stands, ellipsen und die abendnachrichten." und schließlich auch das verliebtsein. nachzulesen in meinem mädchenblog.


2/24/2010

beim schopf gepackt


Das I-D-Magazine stößt mit seinem Vorschlag für jungenhafte Haarmode bei mir auf klappernden Beifall, denn ich hoffe, dass der Aufwand für gelockte und tupierte Mähnen den Herren die Zeit rauben, sich den Schnauzbart zu trimmen. Aber was rede ich - das ist wie immer ein Berliner Problem, und in der Tat geht es mir nur darum euch am Schopf zu packen.



2/10/2010

playboy bunnies, wie wir sie mögen


1/27/2010

the old fashioned way


model at strenesse blue, photo by trevor from good & up

24 Stunden nachdem die Mercedes-Benz-Fashion Week am Samstagabend mit der Modenschau der dänischen Designerin Stine Goya einen Abschluss fand, spannt sich das Zelt des Modezirkus noch immer fest über die Hauptstadt. Keine Zeitung verzichtet auf Berichte über die Berliner Modewoche, die zahlreich angereisten Blogger finden am Morgen die Muße, die Mode des kommenden Winters zu kommentieren; Streetstyle-Fotografen jagen auf dem Flohmarkt im Mauerpark den Stil Berlins in der Kälte. Die Boutiquen der jungen Avantgarde-Designer öffnen ihre Show Rooms am Ruhetag für den Verkauf; kurz vor der Abreise schlendern die Mode-Touristen durch die Retrospektive des Modefotografen F.C. Gundlach im Martin-Gropius-Bau.

Die Modewoche, deren großes Show-Zelt seit 2007 in Berlin aufgeschlagen wird, ist in diesem Jahr im Schoß der Stadt angekommen. Die Schauen am Bebelplatz werden ergänzt durch die Verkaufsmessen Bread & Butter, Premium und THEKEY.TO, eine Plattform für „grüne“ Mode. Zahlreiche junge Modeschöpfer laden zu eigenen Präsentationen in kleinem Rahmen ein. Über 100 verschiedene Veranstaltungen haben seit Mitte der Woche das Modepublikum aus ganz Deutschland angezogen und streuen sich quer durch die Stadt. Das rege Treiben der kreativen Schneiderkunst erfreut jedoch nicht jeden Berliner. Eine Petition von Bürgern wehrte sich gegen das Zelt auf dem Bebelplatz und verwies auf seine Rolle als Ort des Gedenkens an die Bücherverbrennung 1933 durch die Nazis. Die ausrichtende Agentur IMG ist nun auf Suche nach einem neuen Veranstaltungsort. Denn der Petitionsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses empfiehlt, „die Nutzung des Bebelplatzes nur zuzulassen, wenn ein würdevoller Umgang mit dem Mahnmal gewährleistet ist.“ Die Fashionweek fällt aus Sicht der Petenten unter eine nichtkulturelle „Halli Galli“-Veranstaltung.

Doch die Berliner Modewoche nicht als Teil der Kulturszene zu begreifen, verkennt ihren künstlerischen Anspruch, den sie allmählich entfaltet. Das erste Mal gab es in diesem Jahr eine gemeinsame Show von neun Avantgarde-Designern, die ihre Kollektionen im ehemaligen ungarischen Kulturzentrum vorstellten. Frank Schröder, der über sein Blog „I heart Berlin“ erste Kontakte zu Designern knüpfte, hatte die Idee zu "Designerscouts" nach dem er im Rahmen der London Fashion Week die „Vauxhall Fashion Scouts“ besuchte. Die Show am Donnerstagabend verknüpfte Mode, Kunst, Musik und Netzkultur zu weitaus mehr als einer „Modeparty“, wie ein Protestplakat am Mahnmal des Künstlers Micha Ullmann titelte.


devon aoki, photo by katja hentschel

Auch im Zelt am Bebelplatz suchten die Designer die Nähe zu anderen Formen der Kunst. Die Designerin Andrea Karg vom Label Allude arbeitete für ihre Show mit dem Lyriker Albert Ostermaier zusammen. Seine eigens für die Kollektion geschriebenen Texte wurden von Schauspieler Axel Milberg eingelesen und untermalten die Show. Patrick Mohr, der in der letzten Saison seine Entwürfe von Obdachlosen auf dem Laufsteg zeigen ließ, schickte dieses Mal wieder Models abseits der Norm auf den Catwalk: mit Bodybuildern und Frauen mit extremen Silikonbrüsten stellte der Münchner eine Spielart der Körperkunst noch vor seine eigene Mode.

Obgleich Patrick Mohr als Enfant Terrible der deutschen Designer einmal wieder die gesitteten Laufstege am Bebelplatz aufmischte, reicht diese Art der Provokation nicht aus, um ein internationales Fachpublikum zu locken. Suzy Menkes, die Koryphäe der Modekritiker vom International Herald Tribune, kehrte nach ihrem erstmaligen Besuch im vergangenen Sommer nicht an den Bebelplatz zurück. Die Bloggerin Mary Scherpe jedoch organisierte die virtuelle Teilnahme der renommierten Journalistin. Sie hatte Suzy Menkes kurz zuvor in Paris besucht und für die Panel-Diskussion „Fashion Blogs – Hype or Future“ interviewt. Nach dem Eingangsstatement von Suzy Menkes diskutierten Blogger und Journalisten mit den knapp 250 Gästen. Suzy Menkes äußerte sich begeistert über die Veränderungen, die sich innerhalb der Mode durch das Social Web ergeben haben: „Mode ist zu einem Dialog geworden – das wird sich nicht mehr ändern, so bleibt es für immer.“

Die Modebranche hat sich tatsächlich konsequent für enthusiastische Nachwuchskritiker geöffnet, deren Einschätzungen Designer auch in Paris und London so große Bedeutung beimessen, dass Modeblogger die Präsentationen kommender Trends von der ersten Reihe aus erleben dürfen. Die kriselnde Musikmesse Popkomm hat in den letzten Jahren Bloggern den Zutritt verwehrt; die Mode-Events in Berlin akkreditieren sie selbstverständlich. Designer laden sie ein hinter die Kulissen der Schauen, Strenesse Blue engagierte Julia und Jessie von Les Mads für eine Live-Berichterstattung über Twitter, die Michalsky StyleNite bot den Zuschauern, die keine Einladung ergattert hatten, einen Video-Livestream im Netz. Schon wenige Stunden nachdem die Kreationen den Laufsteg verlassen haben, beginnt der Dialog. Die Arbeit der Online-Kritiker trägt dazu bei, die Berliner Modewoche über die Stadtgrenzen hinaus bekannt zu machen.



Dass die Modewoche in Berlin nach wie vor um Legitimation als kulturelle Veranstaltung kämpfen muss, hat mehrere Gründe: aufgrund fehlender international etablierter Modeschöpfer ist das Berliner Aufgebot für das Herz der Modekritik ein Nice to have, aber kein Pflichttermin. Das Befüllen der Rängen mit C-Prominenten kratzt an der Ernsthaftigkeit der Veranstaltung, hält kulturelle Meinungsführer von der Teilnahme ab und befördert die Tendenz der Berichterstattung, sich anstelle von Mode auf Klatsch zu fokussieren. Mitunter bestärken die Designer die personenzentrierte Wahrnehmung selbst: Michael Michalskys StyleNite glich einer abgehobenen Hommage an die eigene Person, die eine triste Kollektion nicht zu stützen wusste; Lena Hoschek las anstatt über ihre Kleider nur über das Stolpern des ProSieben-Topmodels Barbara Meier, das auf ihrem Laufsteg die Schuhe verloren hatte. Der einstige Medienliebling der Modenschauen, Klaus Wowereit, hatte sich derweil im Zelt der Mercedes-Benz Fashion Week angenehm zurückgehalten. Die einzige Besucherin aus der Bundespolitik war Grünen-Politikerin Claudia Roth, die stolz erzählte, die Grünen hätten "das schnöde Grau im Bundestag durchbrochen". In der Vergangenheit hat Claudia Roth immer wieder durch modischen Mut und Roben des Luxus-Labels Escada geglänzt und irritiert. Ein ebenso beherztes Verwerfen der Konventionen könnte nun der nächsten Fashion Week zu mehr Relevanz verhelfen: dies würde in erster Linie bedeuten, die Mode allein als Stargast zu laden.



Dieser Artikel ist zuerst the old fashioned way gedruckt auf Papier erschienen im Freitag.

Für mein Mode- & Mädchenblog flannel apparel könnt bei Gefallen ihr noch bis Ende des Monats bei der Mädchenmannschaft abstimmen.




1/21/2010

guten morgen, berlin


Ein gemütlicher, gut frisierter Besucher der Premium

Die Designerstücke in den Läden rund um den Hackeschen Markt liegen noch hinter heruntergelassenen Rolläden. Zehn Uhr morgens in Berlin, am Bebelplatz und in Mitte. Die Berlinerin schlurft leicht zerzaust hinüber zum ersten Kaffee und verschafft ihrem schnaufenden Mops Bewegung. Anerkennende Pfiffe ernten die Damen am Morgen auch ohne Lidstrich. Im Zelt der Fashionweek am Bebelplatz sieht es anders aus. Die Schuhe, Haare und Lippen der meisten Gäste glänzen. Doch wer zur ersten Show perfekt gestylt erscheint, hat an diesem Tag keine wichtigeren Aufgaben, ist Model oder Spielerfrau. Der Nutzen eines makellosen Outfits im Publikum erschließt sich vorrangig den Trägern. Der Berliner mag es praktisch und eigen. Ob bedruckte Leggins, rote Lippen oder Leder – Trends überdauern mehrere Sommer und trippeln forsch über die Straßen, bevor der der Journalismus sie verkündet. Teurer Augenschmaus gehört auf den Catwalk. Berlin schätzt die Schönheit, und betrachtet sie kuschlig.


1/15/2010

einen freiherrn im haupthaar


Selbst den Spiegel bewegte das geschmeidige Haupthaar des neuen Verteidigungsministers zu Guttenberg, eine Rückkehr des Glamours in die Politik auszurufen. Die Kanzlerin hingegen hatte es mit seidenem Abendkleid und tiefem Dekolleté Monate zuvor nur geschafft, ein bisschen Brust zur Opernnacht zu einem kleinen Politskandal werden zu lassen, in dem Kommentatoren und Medien ihr wenig modernes Bild einer Frau mit Macht und Verantwortung kundtun durften. Die Beurteilung der weiblichen Festgarderobe überlässt man aus diesem Grund wohl besser Männern mit Kunstverstand: Guido Westerwelle jubelte am Abend des Bundespresseballes Ausrufe der Begeisterung ins rbb-Mikrophon: Würde Frau Aigner in einem solchen Kleid ins Kabinett kommen, toll wäre das. In ihrem politischen Alltag ist für Frauen hingegen immer noch das Graue-Maus-Spiel im burschikosen Hosenanzug das Mittel der Wahl, möchte sie einen kompetenten Eindruck wahren.
Die Rückkehr des Glamours in das Regierungsviertel gründet sich folglich auf die designierten Herren, Pomade im Gepäck und treue Ehefrau im Knopfloch. Dass diese adelig steife Gelacktheit nicht selten mit Attraktivität gleichgesetzt wurde, zeugte von der Ödnis des Wahlkampfes und dem Ausmaß des Schönredens.


Das Magazin der Süddeutschen Zeitung hat in seiner neuen Ausgabe den adretten Freiherr noch weiter geadelt. Karl-Theodor zu Guttenberg, Minister in einem Land, das derzeit nur wenige lebende Stilikonen aufweist, scheint modisch eine solche Bedeutung errungen zu haben, dass sein Look von Teenagern begehrt und imitiert wird. Belegt wird dieses Phänomen mit einer Fotostrecke von Münchner Jugendlichen, die ihren Kleiderschrank entlang des „Noblesse Chic“ bestückt haben. Doch der erste Topf Gel entsprang mit Gewissheit der Kosmetiktasche des Vaters, das erste Jackett wurde in beratender Einkaufsbegleitung der Mutter erworben, das Seidentuch zurechtgezupft bevor Guttenberg sich anschickte, neue modische Maßstäbe im Kabinett zu setzen. Es soll Mütter geben, die freuen sich über die Goth-Phase des Sprösslings und sehen die Schürfwunden der ersten Skate-Versuche als Vorbereitung auf den Ernst des Lebens. Wie trist wären ansonsten die Fotoalben, die man der fernen Verwandtschaft zeigt?
Auch Karl-Theodor wird denken: „Huch, so sahen wir doch damals schon aus“, das große SZ-Stil-Interview aber dennoch zusagen.

Doch wenn es nach Spuren der Politik in der Mode zu suchen gilt, will ich das in der nächsten Woche auf den Laufstegen der Fashionweek in Berlin gerne tun. Besonders freue ich mich auf das Streitgespräch zwischen Petra Pau und Sascha Lobo, die darüber debattieren werden, welche Markenbotschaft das freche rote Haar sendet, ob der Look am Ende eine Hommaga an Sebastian Krumbiegel, Sänger der Prinzen ist, und weshalb der Verteidungsminister das Trendsetting für sich entschied.


12/21/2009

would santa underdress?





Cory Bond, fotografiert von Douglas Friedman für die New York Times.


7/29/2009

photography: alex covo







no effort, no entry. das editorial "jupiters darling" von alex covo als inspiration für das festival-outfit zum berlinfestival, oder die gemeine samstagnacht. wie immer war es reiner zufall, dass ein roter schopf im spiel ist.


7/24/2009

der friede der fashion familie


esther perbandt - fashionumzug durch mitte

Natascha Ochsenknechts Bezug zur Welt der Mode ist bei ihren Besuchen im Zelt der Berliner Fashionweek nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier und anderswo sitzt sie, mal mit Jimi Blue und Wilson Gonzalez, mal ohne, aber niemals mit Uwe, stets in der ersten Reihe bei jeder Modenschau. Allgegenwärtig beäugt die magere Version von Brigitte Nielsen die kommenden Kollektionen durch eine dunkle Sonnebrille. Zu erwarten ist hier nicht „A shaded View on Fashion“, doch vielleicht ist die Frau von SchauspielerUwe Ochsenknecht eine Art Bindeglied zwischen den völlig unterschiedlichen Sphären, die am Bebelplatz zu einer Woche der Mode zusammenkommen. Die Modebranche gastiert, so heißt es. Und obgleich dieser Branche die Verkleidung in einer glatten Oberfläche vorgehalten wird, greifen hier Elemente nur mit grobem Faltenwurf ineinander. An den der Mode gewidmetenen Tagen treffen viele Menschen aufeinander, die lediglich ein Zelt als Anlass miteinander teilen, aber ansonsten so wenig gemein haben, wie der Obdachlose mit dem Model nun einmal hat - nehmen wir die Inszenierung von Patrick Mohr als weiteres illustrierendes Beispiel.

Natasche Ochsenknecht hat selbst als Model gearbeitet, dann prominent geheiratet und inszeniert sich nun in Berlin als fachkundiger Stargast, dessen Outfit die wahren Editorialistas jeden Tag eines Besseren belehrt. Offenkundig scheint das vielen Prominenten der hinteren Plätze des Alphabets gemein: Ein großer finanzieller Spielraum resultiert meist in einem frenetischen Fehlgriff in den begehbaren Kleiderschrank. Im Ballkleid zum Bebelplatz an einem verregneten Freitagmorgen? Und obgleich die deutsche Prominenz für die Fashionweek in der ersten Reihe unverzichtbar scheint, sehen Designer davon ab diese auf den Laufsteg zu holen oder sich etwa eine Muse zu halten. Zu tief sind die ästhetischen Gräben, die Schöpfer und Zuschauer trennen. Ein gemeinsames Verständnis der Fashionweek schwelt nur in der Berichterstattung der Tagespresse. In jedem Jahr heißt es erneut, Berlin sei auf dem besten Wege mit den Modemetropolen der Welt auf gleicher Höhe zu schwimmen. Journalisten wagen sich dann zaghaft an eine Beschreibung der präsentierten Kollektionen und stolpern in der nächst besten Zeile ins Boulevard. Völlig falsch ist dabei die Interpretation, die Zugegenheit einer Schauspielerin erhöhe die Signifikanz der Veranstaltung. Was eine integere Zusammenkunft der Modezunft sein könnte, wird von Schauspielern, Musikern und sogar der Politik nur genutzt, um selbst das Konterfei im medialen Rahmenprogramm des Bebelplatzes wiederzufinden.


frida weyer show, chamäleon

Die größte Herausforderung an einen anspruchsvollen Modejournalismus scheint zu sein, den Ablenkungen zu trotzen und sich auf Spurensuche zwischen den Szenen zu bewegen. Parfümwolken und wacklige Stilettotritte auszublenden, die eigene Begierde nach den schmeichelnden Stoffen zurückzustellen und die Blende zu justieren, damit das Abschlussbild auf Vokabular basiert, das nicht ausschließlich subjektive Bewertungen der Entwürfe und vereinfachte Beobachtungen zu Schnittführungen und Materialopulenz beinhaltet. Selbst der Ansatz, den Meister als Tuchscherer und die Mode somit als Handwerk zu betrachten, kann den künstlerischen Aspekt des Schaffens nicht verwerfen. Warum die Annäherung an modische Konzepte meist nur über Epochen und dem des Inhalts befreiten Wort „Trend“ gesucht wird, nicht aber über Interpretation, Dekonstruktion und ein souveränes Urteil, könnte wie folgt erklärt werden: Niemand scheint den Frieden der "Fashion Family" stören zu wollen. Und jeder will der erste sein. Die Fülle und Hatz, in der neue Kleider den Laufsteg überspülen, lässt kaum Zeit für reflektierte Notizen.

Entschleunigung und Interpretation erfährt das Treiben derzeit maßgeblich durch eine andere Kunstform: die Fotografie. Mit der Mode als Muse und der Kamera in der Hand entsteht die Übertragung von fadenfixiertem Material zu temporärer Schönheit als Stillleben. Manches wird sogar noch nach dem zweiundreißigtem Trendwechsel als zeitlos stilvoll wahrgenommen. Die Modefotografie ist zweifelsohne das Fundament des Modejournalismus, besonders in der gedruckten Form. Sie erzählt die Geschichten, die kaum jemand in Worte fasst.
Mehr mit Herzblut geschriebene Zeilen über die Mode, zu der der Kritiker eine Fernbeziehung in großer Nähe führt, könnten dazu beitragen den Modejournalimus aus der Ecke herauszuführen, in der ihn Kollegen verankert sehen: Modejournalismus als Spielart des Boulevards, ausgeführt von kaufsüchtigen Schreibanfängern. Vielleicht können dann bald die PR-Agenturen in ihren Meldungen Suzy Menkes als einzige Referenz um andere Schreiber ergänzen, und den Hinweis, welche B-Prominente zu Weilen den Designer tragen, herausstreichen.

Wir zeigen hier Marc Schuhmanns Erinnerungen, die seine Kamera in der ersten Juli Woche festgehalten hat. Mindestens eine Geschichte, versteckt sich in jedem Bild.


patrick mohr backstage






6/29/2009

2. juli - 1x2 tickets für die vice bread & butter party


picture by miss hentschel

die fashion reports des vice magazins stellen den hochglanz-schreiberinnen der modewelt die nackenhaare auf, denn obgleich der vice-typischen neigung zur übertreibung treffen die kurzbeschreibungen des berliner stils die sache zielgerichtet im mark: die "mysteriöse kombination aus sex, abgefucktheit und dem süßlich-soften charme einer vorkriegsschönheit hat unser aller herzen ergriffen". doch berlin, die bread & butter und die fashionweek brauchen gerade wegen der mühsam gebügelten fassade und den durch die prominenz des hinteren alphabets erzwungenen glamour während der modischen woche parties, die fashion auf eine andere art und weise zelebrieren. schwappt der vodka nicht aufs kleid, hast du nicht richtig gefeiert.

für die vice party am 2. juli - die zweifelsohne viel fashion, aber wenig couture bieten wird - haben wir 2 karten zu vergeben, und die aufgabe ist denkbar einfach: beschreibt uns kurz, was für euch der berliner stil ist und welches stück die berliner straßen und nächte in der kommenden saison prägen wird.

eure fashion reports nehmen wir montag und dienstag als e-mail an knickenberlin@googlemail.com hocherfreut entgegen, und wenn ihr schon dabei seid, packt sie gerne direkt in die comments.

alle infos zur party, die übrigens nur mit einer einladung in angriff genommen werden kann, findet ihr auf dem flyer. unsere zusammenfassung der letzten fashion week findet ihr an dieser stelle.



einen ausschweifenden guide zu den nächtlichen festlichkeiten während der fashion week und bread & butter haben übrigens unsere charmanten kollegen von i heart berlin zusammengestellt.


2/16/2009

mr. moustache







magazine: wonderland
editorial: mr. moustache
photographer: koto bolofo

die einzigen beiden augenblicke während stefan raabs bundesvision song contest, die mein ästhetisches empfinden vermochten zu fesseln, waren zum einen die getränkewahl von polarkreis 18 - sie tranken passend zu outfits und bühnenshow im backstage bereich milch - sowie der schnäuzer vom sänger der band fotos. eine variante des männlichen bartes, die ich bis zum anblick des indie-jüngligs für weniger bis überhaupt nicht sexy gehalten hatte. da zeigte es sich also ausgerechnet im trash tv: ein sehenswertes exemplar des oberlippenbarts.

warum das editorial des magazins wonderland nun "mr. moustache" betitelt ist vermag ich nicht zu sagen, doch es ist als eye candy dennoch angebrachter als eine galerie voller schnurrbärte. diese mögen zwar derzeit für den jungen mann anlässlich hipper orte und langer nächte aus düsteren quellen den weg auf die modische agenda des mannes gefunden habe, gut kleiden tut der kleine pelz hingegen die wenigsten. fotos hin oder her. ich wünsche eine gute rasur zum anfang der woche.


2/07/2009

is it the shoes?



es ist der skandal, das gesprächsthema in der deutschen, weiblich dominierten mode-blogosphäre. von blasphemie, hybris und anmaßung ist die rede. bis aufs blut werden alte fehden aufgekocht und neue beschworen. es geht ans eingemachte, kein auge darf trocken bleiben, jeder muss stellung beziehen, mit oder gegen uns, für oder wider.

alles schnickschnack. in erster linie handelt es sich hier um ganz große unterhaltung. denn, wie könnte es anders sein, es geht um schuhe. von da aus ist es bekanntlich nicht mehr weit bis zur weiblichen psyche. und was diese kitzelt, kann man in seiner ganzen anmut, also dem teil, den wir männer immer übersehen (wollen, müssen), hier und hier nachlesen. ein trauerspiel in vier akten, in dem es vor neid, missgunst, übersteigertem selbstbezug und geschmacklosigkeiten nur so wimmelt. ich empfehle jedem geneigten toiletten-, wartezimmer- oder galaleser die lektüre. ein fest, ohne gehalt zwar, aber mit unterhaltungswert. siehe lektion eins.





aber worum geht es eigentlich? ganz ehrlich, ich weiss es nicht genau, bewusst. hinter den vorhängen wohl um zwei blogs, deren betreiberinnen sich nicht mögen. vordergründig geht es um positionierungen: der eine kommerziell, der andere nicht. der eine elite, der andere mauerblümchen. der eine mit, der andere ohne geschmack. der eine mit zensur, der andere mit vogtschem biss, und so weiter. die liste ist endlos, und je nachdem auf welcher seite man steht, findet man das entsprechende antonym eben schlecht. so einfach ist tennis.

es hat schon immer spaß gemacht, im trüben zu fischen. und davon ist hier reichlich vorhanden, denn jeder hat ja eine meinung, einen standpunkt und eine klikke. nur irgendwie nicht so richtig. alles kein problem, jeder stammtisch ist nicht anders, aber "...jetzt kommt der punkt, an dem alles kippt, finde ich." jetzt kommen hormone ins spiel, gefühlte wahrheiten und dissoziative wahrnehmungen. der perfekte nährboden, für probleme, die es noch zu erfinden gilt. wer es bis hier hin geschafft hat, der hat es nicht mehr weit bis zu den kapriolen, die einen das leben vermeintlich schlagen lässt.





es ist für einen aussenstehenden wie mich einfach schwer, das allzu ernst zu nehmen, das alles nicht unter "ewig schwelendem zickenkrieg" zu subsumieren, der ständig und immer tobt, depression und hysterie auslöst und im schlimmsten fall meinen fix reservierten samstagnachmittag bedroht. alles schon gesehen bzw. gehört: auf mädchencouchen, in cafes, der kneipe, der uni, dem bett oder der diskothek. das ist selten neues, selten gewichtiges und noch seltener fundiert. und gott bewahre, selten dauerhaft.

die stunden, die man als zuhörer und analyst solcher ergüsse verbringt, sind trotzdem so end- wie sinnlos, gleichzeitig aber lehrreich und unterhaltsam. moment? das ist kein widerspruch, denn hier geht es um die königsdisziplin, das verstehen der weiblichen psyche. lektion eins: es ist alles erlaubt.

und so ist es eben auch hier erlaubt, aus einer mücke, zugegebenermaßen zweifelhaftem schuhwerk, einen elefanten, mehrere artikel mit gefühlten 8000 kommentaren, zu machen. nur beschweren sollte man sich nicht, wenn gelacht wird. denn auch wenn es einige kaum mehr zu glauben wagen, lachen ist nicht nur futter für die profilneurose. in erster linie ist es gesund.


die beiden angesprochenen artikel findet ihr hier und hier. vornehmlich geht es um die blogs les mads und next to you.


1/27/2009

knicken verlost: kilian kerner after show party & klez.e



viel geschneidert und gezupft, wenig geschlafen und auf hochtouren arbeiten designer bis zur finalen präsentation ihrer show auf der fashion week. wir haben mit dem blank magazins kilian kerner die letzten wochen bei zwei shootings begleitet, hinter die kulissen geschaut und ein interview mit ihm geführt, das zur berliner fashionweek im sonderheft des magazins erscheinen wird. für das fotoshooting wagten sich die schauspieler tom schilling, alice dwyer und jakob matschenz in kilians entwürfe und eine ranzige miniwerkstatt. die abgebildeten fotos sind aufnahmen des presseshootings zur aktuellen kollektion 'gute nacht, du wunderschöne(r)', die er am samstag auf dem bebelplatz präsentiert.

wir verlosen 2x2 gästelistenplätze für die blank aftershow-party am 31. januar. besonders erwähnenswert ist hierbei, dass in die arena des modezirkus die band klez.e treten wird, um live einige stücke des ende januar erscheinenden albums zu spielen. 'vom feuer der gaben' ist bereits jetzt im rennen um die deutschsprachige platte des jahres auf pfeilschnellem kurs. die band ließ außerdem zu jedem track des albums von einem anderen künstler ein bild malen, die ebenfalls im rahmen der party ausgestellt werden.

die blank sonderausgabe liegt vom 25. bis 31.01.2009 in 50 ausgewählten berliner shops, galerien, clubs, bars und restaurants aus, sowie auf der kilian kerner aftershow party am 31.01.2009 und der am 29.01.2009 stattfindenden beck´s fashion experience.

wer bei der festivität im café palermo am samstag dabei sein möchte schreibt uns einfach eine mail bis donnerstag abend mit dem betreff: kilian & klez.e an knickenberlin 'ät' googlemail 'dot' com.



31.01.2009 ab 21.00 uhr
blank magazin after show party
kilian kerner - gute nacht, du wunderschöne(r)

live
klez.e & dual sessions

djs
alpha nerd & lesstalkmorerock

café palermo
karl marx-allee 82-84
by invitation only