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9/29/2008

in the meantime, don't bend over for the soap



californication, david duchovny in hochform als zauberhafter, dreitagebärtiger autor hank moody, kommt heute endlich auch in die deutschen schlafzimmer und flimmert auf rtl 2 über die bildschirme. da ich bereits mit zarten zwölf fox mulder für alle zeit verfiel, habe ich die erste staffel der serie bereits im letzten jahr in mich aufgesogen und an dieser stelle bei knicken rezensiert.

in berlin wird zu recht an jeder stelle für die mehrfach prämierte serie geworben, auch die taz fand die passenden worte für das warum. doch auch für alle, die sich in duchovnys schürzenjäger-character bereits in der original-version heftig verguckten, kam heute die rettende botschaft: die erste folge der 2. staffel lief bereits gestern in den usa. für mich ist das zweifelsohne der höhepunkt meines septembers, der sich nun wöchentlich durch den herbst ziehen wird. ist duchovny eigentlich immer noch für seine sexsucht in der entzugsklinik?

wer es weniger sexy, dafür aber bunt, verspielt und mit reichlich zuckerguss mag, darf sich ebenfalls auf die zweite staffel einer hinreißenden serie freuen. am ersten oktober geht pushing daisies in die nächste runde.


2/18/2008

somebody shrunk the men



als spross der katholischen kirche bin ich mit dem ritus des österlichen fastens aufgewachsen und habe anstandslos die an weiberfastnacht ersungenen süßigkeiten zur verwahrung oder rationierten abgabe an die oberste spirituelle instanz meiner familie übergeben. wirklicher verzicht erwuchs einem kind in den 80ern daraus nicht. heisshungerattacken aus liebeskummer, hormonellen schwankungen oder klausuren- stress sind kleinen kindern meist unbekannt, und ein verzicht auf das spärliche medienangebot war zu dieser zeit kaum von nöten.

vom deutschen fernsehen abstinent zu leben ist zwanzig jahre später im sinne des fastens ebenfalls kein opfer, eine zuwendung zum programm der heimischen sender wohl eher ein opfererung des eigenen verstands – dennoch kommt der aufruf der ansonsten eher rückwärtsgewandten katholischen kirche einem kleinen schritt auf modernerem boden gleich: papst benedikt xvi. empfiehlt seinen schäfchen in den wochen vor ostern ein medien-fasten, um in der abkehr von bildern und stimmen die zeit der buße intensiver zu durchleben.
für die amerikanischen katholiken erscheint dies vielleicht als hohn, hat der writers’ strike sie doch mehrere wochen auf zwangsdiät von ihren liebsten sendungen gesetzt und quer durchs land sarkastisch kommentieren lassen, das aussetzen des programmangebots würde die us-bürger nun zwingen, interpersonalen kontakt zu intensivieren oder das geschriebene wort zur hand zu nehmen.



für die deutschen christen hingegen wäre das medienangebot das geeignete anorektikum, um in der fastenzeit die finger von den gaumenfreuden zu lassen. doch vielleicht hat benedikt sich mit seinem vorschlag in die essstörungs-offensive der bundesregierung eingereiht, und sieht beim medien-fasten einen ansatz - ensteht durch shows wie dsds, barbara salesch oder johannes b. kerner doch eher ein brechreiz als appetitlosigkeit – bulimische symptomatik einzudämmen, scheint diese doch wenig vereinbar mit den prinzipien der katholischen kirche – im gegensatz zur spirituellen askese.

das fasten auf immateriellen verzicht zu verlagern ist außerdem von nicht zu unterschätzender volks- wirtschaftlicher bedeutung: kommerziell angebotenes fasten, tee, vitaminpräparate und yogamatten könnten wohl kaum ausgleichen, was verloren ginge, würden alle christen 40 konsekutive tage auf jegliche genussmittel oder gänzlich auf feste nahrung verzichten.

hoffen wir nur, auch die politik verzichtet in der fastenzeit einmal auf das bad in pseudo-ereignissen: als bildfähige aktion wäre das fasten natürlich für jeden minister geeignet, sich in zeiten, in denen kein handy zurückzugeben ist, teesiebe auf die augen gesetzt werden oder gänse gerettet werden können, sich medial mal wieder ohne politische aussage zu positionieren. die wirksamkeit solcher aktionen sollte aber für eine gute platzierung unter unseren beliebtesten volkvertretern auch im zuge eines medien-fastens der bevölkerung ähnlich gering ausfallen.

die politischen, spirituellen und gesundheitlichen aspekte des fastens hin oder her – einem bericht der new york times zufolge hat ein asketischer lebenswandel nun auch wieder für männer hochkonjunktur: im artikel "fashion’s new male ideal: the underfed look" sorgt guy trebal sich um die hohlwangigen männer, die über die laufstege wandeln.

von anabolika zum leben erweckte muskelmassen sind zwar seit jeher nicht zu tolerieren - geschweige denn anzufassen - doch nun können die skispringer sich zusätzlich damit rühmen, nicht nur mit der in hungerzeiten natürlich auftretenden zusatzdosis von serotonin zu dopen, sondern auch modisch in sachen körperbild am puls der zeit zu sein. der trend nun lieber etwas elfengleiches, als einen california surfer boy an der hand zu führen, mag auch den frauen trost spenden, die trotz normalgewichts ihren freund im armdrücken schlagen, oder seit monaten versuchen, ihn durch den entzug von zigaretten, aufopferndes zufüttern von sahnigen suppen und den weihnachtlichen marzipanvorräten, wenigstens auf inch-weite 30 zu mästen – was meist ohne erfolg hinsichtlich des körperfetts bleibt, aber wenigstens mit wertschätzung und verblüffung über die wachsenden küchenambitionen honoriert wird.



wer sich nicht in weiser voraussicht des indieboy-revivals ein solches prachtexemplar vor jahren im magnet-club zu eigen gemacht hat, kann nun natürlich das gemeinsame kochen im pärchenkalender als fastentag markieren, den trend zum jüngeren mann gleich wieder miteinführen und den 17-jährigen freund der kleinen schwester einheimsen, oder ins sauerland zum skispringen fahren.

sollte all dies ohne trophäe enden, kann frau bis ostern zumindest immer noch behaupten, vor allem sexuelle enthaltsamkeit zu exerzieren.
im zuge dieses stichwortes gibt es dann noch eye candy zum abgewöhnen für die herren: lindsay lohan im ny mag als marilyn monroe - streckenweise unbekleidet, aber nicht gerade lecker.

futter für die geschundene fernsehseele gibt es seit letzter woche übrigens wieder von der insel. dort ist sie zweite staffel der serie "skins" angelaufen - so schön, so sexy und so skinny wie eh und je.


9/25/2007

burlesque loveboat boredom



bei knicken gab es heute viel zu sehen, und so soll der tag auch enden: dita von teese ist gesicht der neuen peta-kampgne animal birth control.

freilich darf man darüber streiten, ob die angelsächsische art von campaigning, die eigentlich ausnahmslos prominente testimonials involviert, auch im bereich des tierschutzes sinnvoll ist, und ob gerade schneewittchen-schönheit dita an birthcontrol denken lässt. hübsch anzusehen ist frau von teese wie eh und je.

bevor das loveboat euch allerdings mit dem gossip des tages beglückt, darf ich auf eine weitere fernsehserie hinweisen, die winterabende im fluge vorbeiziehen lässt: nip/tuck kehrt zurück auf die bildschirme und verlagert die kunst der plastischen chirurgie und des verführens vom sunshine state in den golden state – und wir sind uns einig: dr. christian troy ist mit großem abstand der heißeste serienarzt aller zeiten – dr. doug ross alias george clooney gibt gegen julian mcmahon eine recht traurige gestalt ab.
in deutschland läuft auf prosieben erst die zweite staffel, in den usa nun die fünfte. staffel drei und vier waren nebenbei bemerkt allerdings ein hochgenuss in sachen morbider arztserien. there's something to look forward to.

zu guter letzt also die schlagzeilen des tages: das sextape von meg white, das zu diesem zeitpunkt wahrscheinlich schon jeder gesehen hat, ist scheinbar ein fake, the doherty schenkte kate moss eine tote maus – als zeichen seiner gefühle, eye candy für alle fans von jake gyllenhaal, unser lieblings-gossip-blog dlisted kürte "bavaria’s most glamorous politician" gabriele pauli zur hot slut of the day, und schließlich gibt euch präsident ahmadinejad im rahmen seiner usa-reise eine weisheit mit in die süßen träume:

"in iran, we don’t have homosexuals like in your country. we don’t have that in our country. in iran, we do not have this phenomenon. i do not know who has told you that we have it."


9/24/2007

a girls' boys club



lucky number slevin brachte mich letztes jahr dazu lucy liu zu mögen und ihrem schauspielerischen können ein wenig respekt entgegen zu bringen – vielleicht waren es auch einfach ihre sommersprossen und ihre kindliche stimme, die mich ein stück verzauberten. die rolle des tigers in ally mcbeal spielte liu immer überzeugend, nahm aber somit den charakter ein, vor dem man die neurotische und hochgradig anorektische ally beschützen musste.

am 4. dezember startet in den usa eine neue serie, in der lucy liu nicht mehr hinter anderen charakteren zurückstehen wird: cashmere mafia. alle weiblichen fashion und serien victims geraten bei dieser nachricht vermutlich in entzückung, besonders, da sex and the city produzent darren star mit an bord ist.

anders als sex und the city verspricht die serie einblicke über den tellerrand nymphomaner singles und girl talk hinaus, hinein in die welt von weiblichen führungskräften in manhattan, die neben der passenden garderobe auch noch partnerschaften, kinder und die karriereleiter managen müssen. sogar gender issues innerhalb der führungspositionen werden der vorschau zufolge aufgegriffen. ursula wäre stolz auf dich, darren.

ob man dem braten trauen kann? sollte die cashmere mafia, ein boys club für business ladies, doch nur wieder beziehungs-, sex- und stylefragen diskutieren und eine plattform bieten, um lucy liu zu einer neuen fashion ikone zu küren, gibt es diesen winter genügend ausweichmöglichkeiten. andererseits verspricht der trailer mehr, und fräulein liu vermag es durch ihren humor und ihre frische spielweise einer serie den richtigen twist zu geben. was wäre ally mcbeal ohne lings fauchen gewesen?

und wie paul schon im trailer zu funny games ganz richtig - im kontext von hanekes film bitterböse - anmerkt: you shouldn't forget the importance of entertainment.



9/09/2007

no nudity in the kitchen!

eine der seltenen begebenheiten, in der das argument "ich habe die brüste" die diskussion nicht zu meinen gunsten entschied, führte zu einer neuen richtlinie für die wg-küche: no nudity while watching soccer.

zugegeben, fußball gehört nicht zu den fernsehereignissen, die man nackt genießen sollte, denn deutscher fußball ist für mich – gleich nach den schanzensprüngen der bulimischen schneehasen – die sportart mit dem spärlichsten sexappeal. unter formal ästhetischen kriterien sind profikicker zwar durchaus nicht von der bettkante zu weisen, der weg dorthin hingegen scheint schier unmöglich, wenn visuelle verlockung und starfucksyndrom keine ausreichenden anreize bieten. da der schritt endgültig alles arbeit zu nennen nicht mehr fern ist, sollte bei jedem flirt, jedem one-night-stand und jeder affäre intellektueller fortschritt mit inbegriffen sein. kein job für kevin kurányi, but: there’re sexy lawyers out there.

doch dies nur als exkurs und einsicht darüber, dass fußball nur mit bier, cigaretten und ohne female distraction zu genießen ist. das spiel gehört den jungs, die waffen der frauen ruhen. you name it, eva herman.

am morgigen montag kehrt allerdings eine fernsehserie zurück, die man auf keinen fall alleine, und gerne ohne bekleidung konsumieren sollte. zunächst kreiert der cast von curb your enthusiasm in den episoden mitsamt der improvisierten dialoge fremdscham in einem ausmaß, das nur zu zweit zu ertragen ist – blaue flecken nicht ausgeschlossen, sie mildern den schmerz. weiterhin versprüht die serie von und um larry david zwar keine erotik, doch es ist verfrüht im september bereits zu heizen. zweisamkeit unter bettdecken bietet sich an.



neben einem anlass für ausgedehnte serienabende zwischen decken und kissen (californication und nip/tuck nicht zu vergessen) könnte larry david sogar paartherapeutische funktionen übernehmen. larry ist als fiktionaler charakter für den zuschauer absolut liebenswert – because deep inside you know you're him – für seine angehörigen, freunde und geschäftspartner hingegen auslöser für gerechtfertigte wutausbrüche. somit führt er immer wieder vor augen, wie wenig anstrengend der eigene partner ist, und wie entzückend und unterhaltsam dessen macken.

warum die serie nie im deutschen fernsehen lief, ist einfach zu erklären: sie ist zu witzig, zu böse und niemals politisch korrekt. as sexy, as it gets.
larrys witze über seine eigene, jüdische religion, rassistische hunde, ein streit zwischen einem holocaust-survivor und einem teilnehmer der gleichnamigen show, in letzter sekunde nicht mit einer frau zu schlafen, weil ein foto von george w. bush ihr zimmer ziert?

hbo schickt morgen die sechste staffel auf sendung. wer die ersten fünf noch nicht gesehen hat, sollte dies schnell nachholen um die winterdepression im keim zu ersticken. ihr werdet lachen, nach luft schnappen und schmerz durchstehen; zu guter letzt ein paar neue englische wendungen zum fluchen, kommentieren und streiten aufschnappen, und ein paar eigene, böse gedanken hegen:

you ain't got no etiquette, muthafucka!


8/15/2007

consider yourself defiled



david duchovny hat einen weisen zeitpunkt gewählt, um auf die flatscreens der us-haushalte zurückzukehren. mit 47 gehört er zu den männern, die mit steigendem alter an attraktivität gewinnen, und stellt somit eine sehnlichst erwartete alternative zu hollywood's next-gen men dar, die sich scheinbar darum prügeln, wer der androgynste oder most metrosexual sein darf.

sein character hank moody in der neuen serie californication sieht aus wie ein mann, der mitten in schaffens- und midlife-krise steckt: fertig, unterschlafen, dreitagebärtig und gedankenverloren – aber der durst nach inspiration, sex aber auch familie scheint unverkennbar hinter seiner sonnenbrille hervor, die ein veilchen verdeckt, dass er sich bei der akrobatik am laken eingefangen hat.

californication flimmerte am montag abend das erste mal über die bildschirme, und gestern auch endlich über meinen. thank god he's back. david duchovny ist ein exzellenter comedy-schauspieler, was er immer wieder in den amüsanten folgen der x-files oder der larry sanders show unter beweis gestellt hat.
auch ein stückchen nerdigkeit bringt er aus seiner paraderolle fox mulder mit ein, spielt er doch einen schriftsteller dessen debut den titel "god hates us all" trägt. dieser zweifelt nicht nur aufgrund einer gescheiterten beziehung, sondern eben auch an seinen fähigkeiten als autor, nachdem sein erstlingswerk unter dem titel "a crazy little thing called love" mit tom und katie verfilmt wird. seitenhieb für den scientologen cruise?

anyway, die us-medien loben die serie schon nach der pilot-episode als eine der besten serien des jahres, legt man hank so eindrucksvoll böse bilder in den mund wie gegenüber einer seiner bettgeschichten "not only are you a cadaverous lay…", lässt ihn intelligente vagina-jokes erzählen und rundet die serie sowohl mit etablierten schauspielern als auch vielversprechenden nachwuchstalenten ab.

die erste folge gibt bereits einen guten einblick in die figur hank moody, ohne wie so viele pilotfilme zu dick aufzutragen, und lässt dennoch verlauten, dass es noch viel zu entdecken geben wird. auch, welche der drei auf die bühne geführten ladies (ex-frau, tochter und one-night-stand) letztendlich seine muse sein wird, oder jemand ganz anders.

zum schluss noch einmal von duchovny selbst auf den punkt gebracht, was diese serie so empfehlenswert macht und von anderen differenziert: "it's a comedy. it's an adult comedy. it's not an adult acting like a 6-year-old, which is what most comedies are like."


7/17/2007

journey through time and space


der sommer ist feucht und alt, nach einem letzten aufbäumen vielleicht sogar kürzer als erwartet. man will es nicht hoffen, stehen doch noch mindestens fünf mal seenplatte, eisdielenexzesse und zoobesuche mit der angetrauten an. apropos, ein lichtlein bringen zoos im hinblick auf den ins wasser gefallenen sommer mit, und ausnahmsweise hat das ganze nichts mit urinsteinfarbenen fellkneueln im kindchenschema zu tun, sondern mit einem goldenen herbst.

die rettung kommt aus england, dreht sich um zwei zoowärter a.d. und wird in gb im abend diesen jahres in die dritte runde gehen. the mighty boosh returns. wem noch nicht blüht, was ihm bevorsteht oder wer simpel noch keinen plan hat, was er machen soll, wenn die blätter fallen und es unmöglich wird, sich auf glatten sohlen fortzubewegen, (keine affäre? kastanien sind alleine langweilig? zu viel bier versaut mir die chancen, gesellschaftsfähig über den winter zu kommen? was ist smalltalk?), der sollte sich dieses interview ansehen, sich hier grundlegend informieren und abschließend die ersten zwei staffeln käuflich erwerben oder sich anders behelfen, in jedem fall konsumieren.

mehr zu noel fielding und julian barratt hier und hier.


6/26/2007

top-nerd? hot nerd!


"why does he get to shag all the hot women? he is the top-nerd!" – so lautete der erste kommentar den ich erntete, als ich hoch enthusiastisch den trailer zu californication vorführte. david duchovny ist zurück! in der tat glänzt der protagonist der serie, die im august auf dem amerikanischen sender showtime premiere feiert, unter anderem mit promiskuitivem verhalten. dafür, dass ihm selbst eine nonne nicht zu widerstehen vermag, habe ich seit meinem zwölften lebensjahr vollstes verständnis. in der diskussion am küchentisch wurde hingegen vehement die meinung vertreten, der uber-nerd müsse allein den nerds gehören, und diese seien nun einmal nicht heiß. dabei hatte selbst die kühle und katholische dana scully über die gesamten neun staffeln der x-files nicht verbergen können, dass sie fox mulder nicht nur fachlich schätzte.
als gescheiterter autor hank moody bewegt sich duchovny nun in lebensnahen gefilden, und darf all das tun, wofür sein fbi-kämmerchen und die schattigen schauplätze der alien-jagd nie platz boten: kindererziehung, beziehungsprobleme und jede menge situationskomik.
ein komödiantischer duchovny wird vermutlich zunächst etwas befremdlich erscheinen, da ihm ein bisschen spooky wohl stets anhaften wird. der rolling stone zeigte sich aber bereits begeistert über die "serie von erwachsenen für erwachsene", und nach der hochgelobten serie weeds, die showtime 2005 auf die bildschirme brachte, kann man getrost gutes erwarten.

im hinblick auf kuschelige winter-fernsehabende gibt es übrigens weiteres serien-futter, das über den ein oder anderen umweg hoffentlich auf die heimische festplatte gelangt: für noch mehr eye candy werden dr. christian troy und sean mcnamara in der fünften nip/tuck staffel sorgen, und nach langer durststrecke geht auch curb your enthusiasm in die nächste runde.

hier ein kleiner vorgeschmack auf californication:



6/13/2007

donnerstagabend on demand

die nächste stufe von video on demand ist erreicht. mit stage6 entwirft divx einen youtubeklon, der erstens in beinahe dvdqualität daherkommt und zweitens den usern ermöglicht zu entscheiden, online zu gucken oder den content völlig ohne lästige helferlein auf den heimischen pc zu laden. ob das ganze auf lange sicht nicht von einer klagewelle erdrückt wird, bleibt abzuwarten.
klar scheint jedoch, dass ein mehr an qualität in zukunft unumgänglich sein wird, um auf dem markt für web2.0-videos zu bestehen. und das kann dem endverbraucher nur recht sein, denn anstatt mies zerstückelte filmteile in noch mieserer qualität auf youtube oder dailymotion mit viel fantasie zu erahnen, bietet sich jetzt die möglichkeit, ganze episoden schön aufbereitet in augenfreundlicher qualität zu schauen. für leute, die eh schon seit jahren zu der gattung mensch gehören, die woche für woche den airdates ihrer us-lieblingsserien wie gilmore girls, lost oder heroes entgegenfiebern, um sich diese dann auf umwegen frisch auf den bildschirm zu holen, bietet stage6 daher eine angenehme alternative. ganz zu schweigen davon, dass es für diejenigen, die auf den serienstart in deutschen landen warten, eine willkommene möglichkeit bietet, diesen habitus abzulegen.
zieht man zusätzlich noch in betracht, dass mit sopcast, pplive, etc und dem etwas weniger fadenscheinigen joost auch noch die eher klassischen fernsehfelder beackert werden, so dünkt es einem, dass der krieg um das tv2.0 nicht ausgebrochen ist, sondern schon seit ca. 2 jahren tobt und sowohl premiere als auch die telekom eher weniger damit zu tun haben. it's a brave new world hätte dr. sam beckett gesagt.


6/01/2007

skins, tv in pubertärer extase



am spreewaldplatz schon länger "the thing", ist es nun an der zeit, fernsehdeutschland darüber aufzuklären, was die englische jugend in ihrer sparetime so treibt. skins heisst die channel4-serie, die einblicke in das leben zwischen drogensumpf, sinnkrise, sex und erster liebe geben soll. das ganze kommt schick verpackt, gut fotografiert und mit einigem an leckerer musik. natürlich - wie sollte man es von unseren englischen tv-machern anders erwarten - ist alles up to date und lässt sich ohne probleme unter jugendvertretung von shows wie nathan barley oder the mighty boosh subsumieren. wer also sozialwissenschaften studiert, synchronisierte coupling-folgen satt hat oder einfach nur wissen will, was es wohlmöglich hier im fernsehen nie geben wird, kann sich unter vorbehalt mit folgenden suchanfragen material für den nächsten party-smalltalk aneignen.

episoden: tony, cassie, jal, chris, sid, maxxie & anwar, michelle, effy, the boys


5/30/2007

glotze 2.0

J O O S T

klar, für die etwas nerdigeren knickenleser ist joost ein alter hut. die waren schon beta-tester als noch nicht alles 2.0 war.
konnte man bis vor kurzem nur per einladung in den elitären kreis der tester aufgenommen werden, bekommen nun auch normalsterbliche einen einblick in die zukunft des fernsehens.

joost ist das nächste große projekt des schwedischen skype-gründers niklas zennstrom und im grunde interaktives internet-tv im vollbildmodus.
das installieren könnte nicht einfacher sein. keine umständliche registrierung oder ähnliches. mit dem userinterface findet man sich sofort zurecht und mit einer halbwegs anständigen dsl-leitung werden die inhalte ziemlich schnell geladen. wo wir auch schon beim wichtigsten punkt wären: content.

der lässt in der beta-phase natürlich noch etwas zu wünchen übrig, demonstriert aber schonmal ganz gut die themenvielfalt. beispielsweise gibt es einen xl-recordings und einen ministry of sound channel. nicht gerade unsere lieblingslabels, lässt einen aber freudig in die zukunft blicken (wie wäre es mit einem warp oder wichita channel?!).

spielfilme oder populäre serien wie lost, heroes oder the simpsons sucht man noch vergebens. man darf gespannt sein ob wir als europäer vorerst überhaupt verfrüht in den genuss von us tv-serien kommen werden. früher oder später wird auch das fernsehen komplett globalisiert sein, noch allerdings haben die großen networks interesse an der üblichen verwertungkette. sprich: das tv hier hängt ca. 12-18 monate hinterher. ein paar jährchen wird uns die gute alte passive berieselung also sicher noch treu bleiben. auch von uns geschätze britische serien wie mighty boosh oder extras "on demand" bleiben wohl vorerst ein wunschtraum.

die werbung auf joost ist insgesamt noch recht zurückhaltend. mit hochwertigeren inhalten wird sich das allerdings sicher schnell ändern. die bildqualität ist insgesamt schon relativ gut. zwar längst keine dvd-qualität, aber dimensionen besser als youtube.
auch wenn es noch zu früh ist, um das fertige produkt zu beurteilen, reinschauen lohnt sich. nicht nur für nerds...

joost.com