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6/07/2010
ich habe durst. auf den rängen des hau1 ist es zu schwül, zu gewollt, zu mittig, und ohne jedes kunstverständnis. der tosende applaus, den peaches für eine gänzlich uninspirierende vorstellung ihrer inszenierung "peaches christ superstar" erntet, ist die erste große überraschung an diesem abend. die aus den umliegenden second-hand-boutiquen angereiste fanschar jubelt, als habe der theaterboden es wachgeküsst, als gebe es kein morgen, als sei die kunst, zu klatschen. so schließt die vorstellung mit einem phallus - natürlich -, der dort schwebend, misslich und inhaltsleer, weder den einen durst stillt noch den anderen besänftigt.
zu hören, zu hören und zu trinken, was es wert war die zehen aus dem haus zu setzen gibt es dann dort, wo es doch weniger authentischer hätte zugehen sollen, als wenn die kanadische performancekünstlerin in kreuzberg die bretter des hau betritt. das gegenteil ist der fall. in der bar tausend präsentiert gilles peterson das remixalbum havana cultura und den kubanischen nachwuchskünstler kumar, ingo robin stellt fotografien aus, der getränkesponsor schenkt aus. die klänge aus kuba irritieren das ohr (es regnet, und regnet, und regnet in berlin), die gesichter und stoffe das mittegeschulte auge. es ist ein gesponsertes event - und so richtig nett, tatsächlich lauschig und angenehm, denn der fokus liegt klar auf den künsten und nicht möglichst viele nachtschwärmer mit möglichst viel rum zu beglücken. die gästeliste ist schlank, die anzahl der freien mojitos unverdorben. so bleibt die musik im ohr, und die gespräche im kopf. wer dennoch weder pfennigabsatz noch lenkrad meistern kann, darf den fahrdienst benutzen. vielleicht auch wieder nach kreuzberg, wo ein musical schön getrunken werden will.
p.s. endlich angestoßen mit: freunde von freunden; mehr bilder bei artschoolvets und facebook; das sagt jan joswig; und ein wohlgenährtes dankeschön an mirna.
9/16/2009
Nite Jewel im Interview / Gig im West Germany
Nite Jewel alias Ramona Gonzalez, geboren und aufgewachsen in Oakland, Kalifornien, ist Musikerin, Künstlerin, Kuratorin sowie Philosophiestudentin am Occidental College in Los Angeles, welches auch Obama kurzzeitig besuchte.
Ihre Musik wird von der Musikpresse gern als Lo-Fi und/oder „homemade“ bezeichnet und danach klingt sie auch: rau aber trotzdem chic, ein bisschen wie ein Sonntag Morgen post Feiern, in einem sommerlichen Park, vorzugsweise mit wenig bis braunem Rasen, lauwarmem Club Mate und großer Sonnenbrille im Gesicht.
Mit ihrer 12“ „What did he say“, erschienen im Herbst 2008 auf Italians do it better, feierte sie ihren Durchbruch und wurde erstmals von einer breiteren Masse wahr genommen. Inzwischen hat sie eine neue LP, selbst veröffentlicht, betitelt „Good Evening“, zu deren Promo sie im Septemeber, ergo jetzt, auf Europa Tournee gehen wird. Hinsichtlich dieses Events habe ich den Lofi-Juwelen online interviewt. Claudia Rech
CR: Woher kommt der Name Nite Jewel und was bedeutet er?
NJ: „Night Jewel“ ist der Titel eines Songs der 80er Jahre Band „Nimbus Obi“ aus San Diego. Mein Freund Jason hat diesen Song entdeckt und dann angefangen, mich Night Jewel zu nennen. Ich habe Night Jewel dann in Nite Jewel geändert, um es ein wenig einfacher zu machen.
CR: Wann hast Du begonnen Musik und Kunst zu machen?
NJ: Ich habe angefangen Musik zu spielen, als ich 4 oder 5 Jahre alt war. Schon als Kind habe ich immer in den verschiedensten Formen Kunst gemacht. Ich glaube, mit Spielzeug zu spielen ist vermutlich sehr inspirierend.
CR: Was sind Deine Einflüsse in Musik und Kunst?
NJ: Als ich ein Kind war, hat meine Mutter viel Folk und World Musik gehört und mein Vater viel Pop und mexikanische Folklore. Ich weiß nicht genau, ob man das wirklich als meine Einflüsse bezeichnen kann, aber das hat sicherlich Spuren hinterlassen.
CR: Bezüglich deiner Installation “The Question Concerning Technology”; kannst Du uns ein bisschen was darüber erzählen?
NJ: Das Stück beinhaltet die Demontage einer Schreibmaschine und die dazugehörige Tonaufnahme (auf Kassette). Man hört, wie ich in verschiedenen Stadien während der zwei Wochen, in der sie komplett zerlegt wurde, darauf tippe.
Alle Einzelteile der Schreibmaschine wurden dann in sehr steriler Weise auf einem Tisch zur Schau gestellt, vergleichbar mit den Utensilien eines OP-Tischs. Unter dem Tisch wurde die Tonaufnahme abgespielt. Das Intuitive der Tonaufnahme, also der Zerfallsprozess der Maschine, sollte mit der sterilen Natur der Elemente auf dem Tisch korrespondieren.
CR: Wie ist es, in L.A. zu leben und wie inspiriert Dich die Stadt?
NJ: Ich liebe es, in L.A. zu leben, wenn nicht der ewige Smog wäre. Es ist einfach, einen Job zu finden, das Leben kostet nicht viel und das Wetter ist eigentlich immer gut. Es ist eine Stadt, die geologisch und kulturell vielschichtig ist. Ausserdem sind die Leute relaxed. Ich würde sagen, dass die Stadt mich einfach inspiriert, weil ich hier weniger gestresst bin und so mehr Zeit finde kreativ zu sein.
Nite Jewel - Weak 4 Me (DL) (Alt)
CR: Hast du immer in Amerika gelebt?
NJ: Ja, bis dato immer.
CR: Und zieht es dich in Zukunft irgendwo anders hin?
NJ: Ja, klar, nach Berlin. Ich visiere so um 2011 an.
CR: Du studierst Philosophie; Wer beeindruckt Dich momentan mit seinen bedeutungsschwangeren Worten?
NJ: Ich mag viele Philosophen. Zur Zeit bin ich ein großer Fan von Wittgenstein. Vor kurzem habe ich drei Bücher von ihm plus Biographie gelesen. „Philosophische Untersuchungen“ ist grossartig.
CR: Und was möchtest Du werden, wenn Du groß bist?
NJ: Wenn ich Groß werde? Haha - ich glaube, ich werd es rausfinden. Als ich ein Kind war, wollte ich Sängerin werden und so wie es momentan ausschaut, hat das geklappt.
CR: Im September wirst Du eine Tournee in Europa spielen; ist es dein erstes Mal auf dem alten Kontinent, und falls ja, welche Erwartungen hast Du an Europa?
NJ: Ich war schon mal mit 18 in Europa. Damals war ich für 2 Monate hier und hatte schon eine Menge Erwartungen, die aber zum Teil doch sehr schnell passe waren. Ich glaube Rom war der größte Schock für mich. Ich habe mir etwas großartiges und schönes vorgestellt und nicht so etwas Heruntergekommenes. Heute, wenn ich mir die „Nächte von Cabiria“ von Fellini anschaue, denke ich „Ja, das ist Rom“, so wie jede andere Stadt, inklusive Schattenseite. Ich glaube, als in Rom war, hatte ich einfach nicht erwartet, dass die Stadt nicht nur mit prächtigen Monumenten geschmückt sein würde, sondern dass dort auch echte Menschen leben und es so was wie Alltag gibt. My Fault.
Ich habe danach, während meiner klassischen Europa-Reise, vor allem die ländlichen Gegenden genossen. Die waren mir lieber als die Städte.
In Deutschland war ich damals aber nicht, umso mehr freue ich mich jetzt. Allerdings diesmal ohne große Erwartungen, ich will mich und das Land nicht unter subjektiven Erwartungsdruck setzen.
CR: Noch ein kurzes Wort zu deinem Release “Good Evening” und zu deiner Tournee, was hat man zu erwarten?
"Good Evening" wurde auf einem 8-Spur-Kassettenrekorder bei mir Zuhause aufgenommen, dementsprechend klingt es auch. Auf derTournee werden wir es aber mit einer drei Mann Band reinterpretieren, damit die Fans auch etwas davon haben.
CR: Das Wichtigste zum Schluss: Dein Lieblingsessen?
NJ: Ich mag Suppen, alle.
CR: Merzi.
Unser Mädchen Claudia Rech hat vor ein paar Wochen dieses Interview geführt. Anlässlich des Konzerts am 17.09.2009 im West Germany gibt es das entsprechende Manuskript jetzt hier bei uns. Als kleine Einstimmung.
Mehr Informationen zu Nite Jewel findet ihr hier, mehr zum Gig im WG hier. Spärlich.
9/08/2008
i kissed a girl, and then i went to hell
katy perry ist die art von mädchen in der welt des pop, die amerikanischen christen und republikanern heftige bauchschmerzen bereitet. sie kokettiert zwischen burlesque & bubblegum pop, zwischen vamp und unschuldigem hundeblick und singt zu allem übel auch noch über zungenspiele mit dem gleichen geschlecht. in ohio provozierte der song der tochter eines pfarrerehepaars bereits einen gottesbotschafter ein schild mit der aufschrift "i kissed a girl and then i went to hell" aufzustellen - broadsheet berichtet. die gay community hat sie im übrigen ebenfalls mit ihrem song 'i kissed a girl' verärgert. hier wirft man katy vor, die lesbische lust für heterosexuellen kitzel auszubeuten. na dann.
das caliornia girl hat es trotz diesen kleinen empörungswellen zu einem erstaunlichen übernachterfolg geschafft. ihr berlin-konzert, das für den 17. september angesetzt ist, wurde aufgrund der großen nachfrage bereits in den großen raum des postbahnhofes verlegt. einen tag vorher spielt sie in köln.
ein umfassendes portrait findet ihr beim observer, aus dem folgende beschreibung der sängerin stammt:
"like alanis morissette without the anger ('i have angst, but it's not my main message. it's a bit boring, I think.'), a pink without the need to blame her parents ('i had a great upbringing, i'm fine with it.'), perry's feisty, upbeat music is the kind that lily allen might have produced had she grown up in christian california."
bei uns findet ihr einen remix von mr. gaspar. noch mehr informationen zu katy gibt es auf ihrer homepage und myspace-seite.
katy perry - i kissed a girl (mr gaspar bootleg) (ysi)
katys debut-album 'one of the boys' erscheint am 14. september by virgin.
8/14/2008
these boys are in love, these boys are in berlin
wie bereits angekündigt spielt der australische act the presets am morgigen abend in berlin und ich bin sehr gespannt. beim joggen haben sie sich als excellentes motivations-tool erwiesen, und ich sehe keinerlei hindernisse diesen effekt auf die tanzfläche zu übertragen. wer ihr album apocalypso noch nicht sein eigen nennen kann, sollte dies ändern und kann zu dem video 'this boy's in love' schon mal mit der aufwärmung beginnen.
modular präsentiert die jungs von down under im relais in der köpenickerstraße. der auftritt von juliam hamilton und kim moyes ist für 1 uhr angesetzt.
die übrigen nachtschwärmer, die von den plattentellern aus für schweißausbrüche sorgen werden, sind allesamt auch ohne das konzert der presets den besuch im relais wert. als club djs treten fetisch, ac slater von palms out sounds, unser hochgeschätzter jason forrest aka dj donna summer von der birthday party, reznik und weitere modular djs an. aber auch die derzeit allgegenwärtige mirage crew ist wieder am start und packt für euch den laser aus. emil doesn't drive, cheers chris und salto mortale lassen die feinsten discoscheiben kreisen. ergänzt wird das programm durch ein dance battle der tecktonik kids aus paris sowie eine ausstellung der modular graphics. this sounds like a lot of dancing.
freitag, 15. august im relais club
köpenickerstraße 126
u-bahn heinrich-heine-straße
ab 22.00 uhr
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teresa m. buecker
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10:58 pm
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Tags: Australien, Berlin, Disco, Konzert, Music, Rave, Tanzen
7/11/2008
eccentricity and her will to evolve
cry, if you can't be there tonight - denn der heutige auftritt von santogold im berliner tape ist das einzige konzert des herbeigebloggten wunderwerks santi white auf deutschem grund.
für alle, die wie ich ihre vorfreude noch entlang der wabernden bürotritesse im zaum halten müssen und vortäuschen, konzentriert eine stakeholdermatrix für mannigfaltige lobbyistische interessen der älteren berliner partygeneration zu erstellen, die sich im halbdunkel nächtlicher ausschusssitzungen an besseren drogen und edlerem wein erfreut, gibt es wenigstens für die mittagspause das video 'l.e.s. artistes' der new yorker lady.
man hört: it's friday.
für ein paar happen detaillierterer information über santogold klickt euch zu trashmenagerie, für weiteren ohrenschmaus zu discodust , the lemur blog und the fast life.
den flyer für heute abend findet ihr wie immer auch bei uns. mehr infos zu line up und party könnt ihr euch aber auch beim tape direkt und bei top friend party anlesen.
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teresa m. buecker
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12:11 am
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Tags: Berlin, Feierei, Girlism, Konzert, Music, Musicvideo, Next Big Thing, Pop
7/07/2008
laser with luca
luca von den cazals bleibt im takt und stellt uns gut zwei monate nach dem letzten ein weiteres mixtape aus seiner schmiede zur verfügung. dem summermix des guitarristen hört man selbstverständlich wieder an, dass er neben seinem engagement bei einer der stilsichersten indiebands - geherzt von hedi slimane - ausflüge in andere musikalische gefilde nicht scheut. zeichnete sich das letzte tape noch durch eine härtere, elektronische gangart aus, tobt sich luca nun wieder in sachen disco aus. die januar-edition in vergleichbarem kleidchen findet ihr hier.
luca - summermix (ysi)
von der brillianz des bei kitsune erschienenen albums können sich die berliner am 24. august im magnet persönlich überzeugen. bis dahin viel spaß mit dem mix. mehr von den cazals gibt es hier und bei myspace.
update: luca selbst ist schon diesen samstag in berlin und wird sich im pulp mansion zusammen mit namhaften mitstreitern an den plattentellern beweisen. den flyer gibt's wie immer nebenan!
5/27/2008
mitte der woche
bei der gesprächsrunde mitte der woche ist an diesem mittwoch tim renner zu gast und sinniert dort über "zukunft, chancen und scheitern - wann man am besten gehen sollte, und wohin".
die veranstaltung des berliner kommunikationsforums findet wie immer in den josettihöfen statt und gewährt allen interessierten kostenlosen eintritt. nachdem der motor-chef und -gründer sich den publikumsfragen gestellt hat, sorgt die singer/songwriterin kat frankie für den realmusikalischen beitrag zum abend. die seit 2004 in berlin lebende australierin ist außerdem gerade auf deutschland-tournee und spielt donnerstag ein komplettes konzert im bang bang club.
mitte der woche
28. mai 2008 - 19.30 uhr
josettihöfe
rungestraße 22-24 - 2. hh - raum 30
s-bhf jannowitzbrücke / u-bhf heinrich-heine-straße
10/30/2007
yellow lounge - berghain
die veranstaltungsreihe yellow lounge zieht es diesmal an einen ort, an dem klassischerweise nicht ebensolcher musik andächtig gelauscht wird, sondern das publikum versunken und entrückt puls und bewegung in einklang mit harten technoklängen bringt. wenn das berghain am 8. november für das mahler chamber orchestra seine tore öffnet, prägt nicht der anblick scharf definierter, schweissnasser oberkörper die ästhetik des abends, sondern ein für den club verhaltenes ambiente und ungewohnte musik, die das sinfonieorchester in der ehemaligen turbinenhalle zusammen mit kolja blacher an der violine spielen wird.
die deutsche grammophon/universal classics lädt um 21 uhr zu einer weiteren runde ihrer seit 2001 bestehenden clubeventreihe yellow lounge, die zuvor oft im cookies, 103 oder weekend gastierte und schon neil tennant, matthew herbert und rufus wainwright für klassische dj-sets begeistern konnte. tickets gibt es für 5 euro an der abendkasse.
yellow lounge
mahler chamber orchestra & kolja blacher
schumann - konzert für violine und orchester d-moll
mozart - sinfonie nr. 41 c-dur "jupiter"
donnerstag - 08-11-2007
21.00 uhr
berghain/panorama bar
wriezener bahnhof
berlin friedrichshain
auf der myspace-seite der yellow lounge und klassikakzente stehen zudem die podcasts zur eventreihe zum hören und download bereit.
violence is golden
ausschlaggebend dafür, nicht umgehend jegliche gesellschaftlichen verpflichtungen abzusagen und sich aufgrund eines licht- und serotoninmangels in den winterhalbschlaf zu verabschieden, ist besonders, dass the rakes in der kommenden woche berlin nach einem halben jahr getingel durch andere gefilde wieder beehren.
die vorfreude auf diese einzigartige aerobicstunde und ein paar fundstücke der letzten tage bieten zudem anlass für den ersten teil einer kleinen indiereihe, die im agenturslang gesprochen in der pipeline steckt, aber mit einem deut mehr liebe als ein redundanter pitch hier in wort, bild und ton gefasst werden wird. ich verrate soviel: unter meinem kopfkissen schlummert etwas ebenso schmuckes wie unsere jungen götter von the teenagers.
den anfang bilden allerdings zunächst das londoner quartett the scanners, deren single raw nicht nur am 5. november offiziellen release feiert, sondern die genau mit dem blamma! blamma! remix dieses liedes zu einem festen bestandteil der sets avanciert sind, die am wochenende in den berliner clubs aufgelegt wurden.
das album violence is golden schafft zwar in seiner gesamtheit nicht den sprung zur indie-sensation, ihr catchy brit rock bedient sich allerdings abseits des klassischen repertoires aus schubladen von 90s pop-grunge, elektronischem getöse aber auch sehr zarten, wavigen einschüben, die das album definitiv hörenswerter machen als die ideenlosen aufgüsse von antikem material, mit denen mando diao und the hives sich nun endgültig dazu bekannt haben, sich nicht als musiker, sondern als projektionsflächen für die ersten romantischen fantasien 13jähriger provinzblumen zu verstehen.
hingegen klingen die ersten ergebnisse der scanners leidenschaftlich, markant und energiegeladen. sängerin sarah daly singt mit steter dringlichkeit und dennoch mühelos, dirigiert die band sowohl musikalisch als auch ihre bühnenpräsenz tough, mit stil and a little bit violent - und eben das ist durchgängig programm: liebe & gewalt als leitthema spiegeln sich nicht nur im titel des albums und auszügen der songtexte wieder, der passende domestic violence clip à la amy winehouse & bräutigam folgt sogleich.
da violence is golden bereits im juni 2006 erschien, darf man in nicht allzu ferner zukunft mit neuem material rechnen. blamma! blamma!, la riots und die young americans werden ferner nicht die letzten gewesen sein, die the scanners mit hingabe geremixt haben. die so entstandenen werke findet ihr hier und hier, das original und den blamma! blamma! mix nachstehend.
the scanners - raw
the scanners - raw (blamma! blamma! scanners! mix)
10/06/2007
sattelt die pferde!
mädchen wünschen sich im alter von sechs bis dreizehn nichts sehnlicher als ein eigenes pony. diese immanente sehnsucht nach der geborgenheit eines vertrauten schnaubens spiegelt sich heute in den stilvorlieben der damaligen pferdemädchen wieder: skinny jeans ersetzen die geliebte reithose, stiefel werden auch im sommer nicht mehr abgelegt, und gerte, sporen und kandare finden sich symbolisch im zügellos geführten nachtleben und losen mundwerk der großstadtgören wieder.
die pferdeliebe der klassenkameradinnen kam den männern schon immer entgegen. bevor sie einen diffizileren geschmack für schöne geschöpfe entwickeln konnten, war das ziel der "willst du mit mir gehen"-zettel das klassisch blonde pferdemädchen, das sich schon frühzeitig zu gunsten einer grazilen figur in den reithosen den babyspeck vom leibe gehungert hatte.
so suchen folglich nicht nur die mädchen in den skinny jeans ihre kinderträume, die röhren lösen ebenfalls bei den herren erinnerungen an eine zeit, die im rückblick so weich, zart und süß erscheint wie die martyrer-süßigkeit der 80er und 90er jahre: das yes-törtchen. doch auch der 2003 vom markt genommene schokokuchen erfährt gerade ein revival, wie mein samstagseinkauf mich heute morgen belehrte.
da sind wir also, am ende der jugend, in unseren reithosen aus jeansstoff, mit unserem kindergartengeburtstagstörtchen und sehnen uns immer noch nach ponys.
diesem verlangen nehmen sich heute abend drei französische herren an: poney poney aus paris beglücken uns im 103 club. dieses konzert sei auch allen kindern der 80er ans herz gelegt, die mit tierliebe und engen hosen wenig anfangen können. hörproben gab es bereits im podcast, eine liebeserklärung an die franzosen erst vor kurzem hier und weiter einstimmen kann man sich auf der myspace seite der pferdchen. zum weiterhören sei zudem noch tahiti boy & the palmtree family empfohlen, ein projekt, an dem poney poney ebenfalls mitwirken.
come, dance in the sparkling ballrooms of paris and berlin!
103 club berlin
6. oktober 2007, 23:30h
falckensteinstraße 47
"get crazy"
poney poney
play paul (craft music),
strip steve (boysnoize records)
lobsang rampa (tnt)
& special guests
die pferdeliebe der klassenkameradinnen kam den männern schon immer entgegen. bevor sie einen diffizileren geschmack für schöne geschöpfe entwickeln konnten, war das ziel der "willst du mit mir gehen"-zettel das klassisch blonde pferdemädchen, das sich schon frühzeitig zu gunsten einer grazilen figur in den reithosen den babyspeck vom leibe gehungert hatte.
so suchen folglich nicht nur die mädchen in den skinny jeans ihre kinderträume, die röhren lösen ebenfalls bei den herren erinnerungen an eine zeit, die im rückblick so weich, zart und süß erscheint wie die martyrer-süßigkeit der 80er und 90er jahre: das yes-törtchen. doch auch der 2003 vom markt genommene schokokuchen erfährt gerade ein revival, wie mein samstagseinkauf mich heute morgen belehrte.
da sind wir also, am ende der jugend, in unseren reithosen aus jeansstoff, mit unserem kindergartengeburtstagstörtchen und sehnen uns immer noch nach ponys.
diesem verlangen nehmen sich heute abend drei französische herren an: poney poney aus paris beglücken uns im 103 club. dieses konzert sei auch allen kindern der 80er ans herz gelegt, die mit tierliebe und engen hosen wenig anfangen können. hörproben gab es bereits im podcast, eine liebeserklärung an die franzosen erst vor kurzem hier und weiter einstimmen kann man sich auf der myspace seite der pferdchen. zum weiterhören sei zudem noch tahiti boy & the palmtree family empfohlen, ein projekt, an dem poney poney ebenfalls mitwirken.
come, dance in the sparkling ballrooms of paris and berlin!
103 club berlin
6. oktober 2007, 23:30h
falckensteinstraße 47
"get crazy"
poney poney
play paul (craft music),
strip steve (boysnoize records)
lobsang rampa (tnt)
& special guests
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teresa m. buecker
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3:11 pm
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Tags: Animals, Fashion, French, Girlism, Indie, Kinderträume, Konzert, Next Big Thing
9/23/2007
young parisians are so french
i want to go to paris with you
just to see what the french boys do
why don't you come to paris with me?
and see the young parisians
es scheint fast, als würde hätte sich die grande nation aufgemacht, jegliche aufmerksamtkeit auf sich zu vereinen. showmaster sarkozy entfacht einen "furor des regierens" und unterhält gesamt-europa, die tour de france dominierte das journalistische sommerloch nahezu ohne konkurrenz und nun haben die jungen pariser es sich zum ziel gesetzt, abseits elektronischer klänge die herzen im sturm zu erobern - getreu dem motto: sex, croissants und rock'n'roll.
um foxy franzosen aus nächster nähe in augenschein zu nehmen reicht es vorerst, in berlin-kreuzberg zu bleiben. die hush puppies und nelson besuchten berlin letzte woche im rahmen der diamondtraxx night im lido und poney poney haben ihren besuch für den 6. oktober im 103 angekündigt.
i am in love already.
tracks wie junior, der schon im jazzmaster podcast seinen platz fand, demonstrieren klar, dass es nur eine frage der zeit sein sollte, bis der hightempo indie sound von sam, antoine und florent einen hype erfährt. am music und by the numbers produzierten die jungs zudem mit xavier von justice. der 1999 entstandene bandname lässt sich laut antoine auf ein kindheitstrauma zurückführen, genau rekonstruieren kann das pariser trio dies aber nicht. macht aber auch nichts – meine verzückung könnte bei einem fordernden nasenstüber eines shetlandponys kaum größer sein.
die hushpuppies und nelson sollen daher auch nur am rande erwähnt werden. während sich der garage sound der puppies nicht allein aufgrund von you're gonna say yeah! einen namen gemacht hat, kommt das erste album von nelson noch sehr zurückhaltend daher. aber immer langsam mit den jungen pferden. preisschleifenverdächtig ist auf jeden fall der data-remix von i say you can't stop, der auch auf ihrem myspace-heim direkt heruntergeladen werden kann; für die eigenen großen sprünge muss noch ein wenig geübt werden.
i say you can't stop - nelson (data-remix)
bis zum 6. oktober kann französisches fernweh mit french kissing in der spätsommersonne oder einem besuch von julie delpys regiedebut 2 days in paris ein wenig im zaum gehalten werden.
by the numbers - poney poney
poney poney
6. oktober 2007
103 club
falckensteinstraße 47
berlin-kreuzberg
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teresa m. buecker
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12:11 pm
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Tags: Animals, French, Indie, Konzert, Kreuzberg, Next Big Thing
9/14/2007
im schweiße deines angesichts
nach einem kurzen ausflug in unsere eckbadewanne gleicht mein anblick immer noch dem eines begossenen pudels. ähnlich durchnässt bewegten sich die neon kids eben aus der tür der maria auf ihre heimwege in die berliner stadtteile.
eine knappe stunde hatte ausgereicht, die heißesten tage des sommers im schnelldurchlauf zu erleben: justice kochten die körper ihres publikums auf eine fiebertemperatur, die alle aufkeimenden erkältungen vergessen machte, und bescherte ein endorphinhoch, das die tänzer erst am frühen freitag abend langsam ins wochenende entlassen wird.
zwischendurch dachte ich: "these guys seriously wanna kill us." halbmarathon für halbwüchsige, blaue flecken als merchandise. das glas sekt versetzt die 14jährigen in ekstase, die 17jährigen sind auf e und die enddreißger genießen den jungbrunnen-effekt der tobenden menge.
ein auf sehr eigenwillige art breitgefächertes konzertpublikum, wenn auch durchgängig sehr bunt, sehr new rave und sehr glücklich - vereint unter dem gleißenden licht eines kreuzes. der trend liegt auf der lauer. werden nun alle mädchen, die im grundschulalter in ein kommunionkleid gesteckt wurden, ihre goldenen ketten mit den kreuzen wieder hervor kramen?
meine mutter bräche vermutlich in freudentränen aus, würde ich es wagen nach meiner kette zu fragen, und sagen, sie hätte doch immer gewusst, dass ich noch einmal zur katholischen kirche zurückfinden würde.
abgesehen davon, dass ich goldschmuck an mir nicht mag, wird aber auch letzteres niemals eintreffen.
unter einem kreuz zu tanzen, hat die überbleibsel meiner katholischen kindheit gezwickt und mich zunächst irritiert. doch eddie amadors erkenntnis kann zweifellos auf mehr als house music übertragen werden: zur bestätigung der aussage "it’s a spiritual thing; a body thing; a soul thing" wird sich vermutlich nach jedem konzert – unabhängig von seiner musikalischen verortung – ein bekennender fan finden.
justice werden zwar weder in naher noch in ferner zukunft so viele anhänger zu ihren gigs versammeln wie es popstar papst benedikt vermag, meinen spirituellen hunger haben die franzosen hingegen für diese nacht besser gestillt, als die katholische kirche es jemals im stande sein wird.
dies geschah ohne explizite texte, hochtrabende aussagen und eindringlicher vermittlung von werten und moral. oftmals macht musik auch ohne viele worte mehr sinn als eine lange predigt.
lediglich in ein paar internen bereichen scheint der jungsclub der katholiken sinn zu machen: wer immer und ohne recht in frauenthemen die alleingültigkeit der eigenen meinung reklamiert, tarnt mit dem zölibat geschickt die große schwierigkeit, das andere geschlecht auch nur in die nähe einer sympathiebekundung zu bewegen.
7/15/2007
don't mess with my hair
zur fashion week muss die frisur sitzen.
zwar braucht nicht jedes outfit den passenden schnitt, doch schöne haare finden immer neider, und an den hohen stellenwert unserer haarpracht werden wir nicht nur von der in tränen aufgelösten, frisch frisierten freundin erinnert. klaus wowereit färbte seinen schopf im wahlkampf für ein staatsmännisches image grau, schröder wiederum klagte dagegen, die echtheit seiner jugendlich glänzenden haarfarbe anzuzweifeln, und redhead gabriele pauli bringt in regelmäßigen abständen die csu aus dem konzept.
natürlich schreckt die musikbranche vor diesem thema nicht zurück. the rakes versuchen sich in ihrem neuen video glatt selbst als coiffeure. nachdem "the world was a mess but his hair was perfect" für eine dior fashion show als 15-minütige version erschien, spielten die jungs aus london den song noch einmal für ihr neues album "ten new messages" ein, und veröffentlichten es jüngst als zweite single.
wer ihr berliner konzert im mai nicht besuchen konnte, bekommt im november eine neue chance. vormerken! der beweis, dass die frisur nach dem the rakes hand angelegt haben sitzt, steht zwar noch aus, hingegen nicht, dass ihre show brilliant ist und sänger alan sein publikum besser als jeder aerobic animateur in bewegung bringt.
hier das video zur single.
7/08/2007
küsse aus der hölle der musik
tocotronic verfügen scheinbar über ein exzellentes meteorologisches gespür und veröffentlichten ihr album kapitulation passgenau zum ersten vorgeschmack auf den herbst. track sechs müsste folgerichtig lauten: melancholie ist eine strategie. aber wollen wird die abwärtsspirale der depression weiter hinab? fuck it all: ich warte weiter auf sommersprossen und urlaub. erschwerend kommt hinzu, dass wir mittlerweise gelernt haben, dass schokolade und diskoschorle nur einen teil der problemlösung darstellen. sie stillen weder das fernweh, noch bieten sie ausreichend tageslicht.
françoise cactus und brezel göring haben da ihr neues album schon aussichtsreicher platziert als die hamburger. paris<>berlin enthält nicht nur die forderungen nach mehr licht, sondern bietet auch den französischen akzent, der die deutsche frau ihrer contenance beraubt. zuletzt bekam ich einen solchen im rio zu ohren – die zeiten sind bekanntlich auch passé.
wer gerade nicht in alberner stimmung ist, wird es zwar kaum aushalten, das album am stück durchzuhören, aber die neuen stücke von stereo total punktuell in die playlist für die küche mitaufzunehmen, ist hilfreich dabei, die lachmuskeln in schwingung zu bringen, und die hüften auch.
so viele töne, für so wenig musik: schneller tanzpop gewürzt mit bunten effekten allerart stehen lakonisch vorgetragenen gesellschaftspolitischen problematiken gegenüber; sei es der stricherjunge mit der raucherlunge, plastic politicians in a plastic world oder der komplex mit dem sex. dass françoise hinreißend formulieren kann, ist aber auch nicht erst seit abenteuer einer provinzblume bekannt.
die beastie boys kürten das wieder in kreuzberg lebende pop-duo zu ihrer vorband bei ihrem pariser konzert im juni. wer sich dennoch nicht begeistern lassen kann und keinen französischen gott im haus hat, kann nur auf die sonne warten. unser sex-drive steht nachweislich unter starkem einfluss des tageslichts, und solange muss man sich wohl frau cactus anschließen, die da singt: meine libido ist ein fiasko.
paris<>berlin ist erschienen bei disko b. die beiden befinden sich gerade auf welttournee, spielen aber noch am 14. juli beim melt! und am 28. oktober im berliner postbahnhof.
hörproben gibt es hier.
5/09/2007
schwule hippies und schüchterne mädchen: of montreal und anna rikje rosenthal spielen im lido
zurück in der gegenwart ist es dienstag und das wetter macht müde. of montreal spielen im lido, berlins indie/elektro sternchen anna rikje rosenthal supportet - und das mal wieder sehr charmant. gregor sagt zwar, dass ein bisschen cooler besser wäre und sie weniger mit ihrer sweetness kokettieren sollte, aber ich finde das vollkommen in ordnung.
of montreal zünden gewaltig. die jungs und das mädchen sehen lustig aus: netzstrümpfe paaren sich mit engelsflügeln, pailettenkleidchen und safarihüten aus plüsch. das klingt ein wenig nach schwulen hippies und letztendlich kann man daran wenig rütteln. macht ja nichts. musikalisch bieten of montreal viel abwechslung und feuerwerk, ohne sich in effekthascherei zu verlieren. mal gewinnt das drama und mal die komödie.
das publikum jubelt. danke, liebes mädchen aus canada, dieser abend hat sich wirklich gelohnt.
band homepage
... auf youtube
anna rikje rosenthal's myspace
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