Showing posts with label Loveboat Boredom. Show all posts
Showing posts with label Loveboat Boredom. Show all posts

5/29/2010

unsuspecting loveboat boredom


der minnesang unserer zeit meinte nicht den unsäglichen europäischen wettbewerb, der gerade europas kitschkinder in atem hält. dennoch, das oslog-videoblog von lukas heinser und stefan niggemeier hat einen kuss verdient, und einen besseren zeitpunkt als diese paneuropäische erinnerung an die achtziger jahre - den grand prix - könnte es kaum geben, um hier die kategorie loveboat boredom kurz zu beatmen. mit ein paar fashion finds, ein wenig chanson und anderen delikaten dingen des lebens. der schmucke jungspund im eröffnenden bild dieses posts wurde für das editorial "glorious basterds" von sam scott schiavo für das modemagazin supplementaire geschossen. dieses kleinod gibt es als printmonster für schlappe 125 pfund zu kaufen, das pdf für zärtliche 4.99 £. am bildschirm kann man es aber auch durchblättern. wie es eben gefällt.


wir stellen vor: boudist, das fotoblog des australischen fotografen daniel boud. das bild wurde aufgenommen bei der präsentation des labels romance was born bei der fashion week in sydney. für den modeverliebten menschen empfehlen wir noch folgende blogs für den reader: street etiquette (für die herren), brèves de style, das charmante corporate blog vom comptoir de cotonniers (in französicher zunge) und we live young.


und was ist fast so wichtig mode, wenn nicht durch z.b. strenesse durchaus auf gehobenem niveau bereits vereint: der fußball. der guardian verfasst dabei eine glorreiche zusammenfassung der deutschen bundesligasaison und qualifiziert sich mit folgendem satz als neues berlin-hipster-blog (sugarhigh ist auch toll): "and hertha got turned over in the basement like an unsuspecting visitor of berlin's infamous berghain club."

mehr ballsport gibt es von der mädchenmannschaft über geschlechterklischees
und michael angele, der versucht das endspiel zu verstehen.

der guardian hatte neben seiner berghain-bundesliga-connection aber auch den schärfsten verriss von sex and the city erbracht, der als intelligente frau nicht schwer sein dürfte zu schreiben. hadley freeman hat den konsum des films kaum verkraftet: "it's like beinglobotomised with a pink teaspoon. ... a woman can love fashion without looking and behaving like an international call girl."

nicht zu sex and the city 2, aber zu feminismus und das bild der frau in der musikindustrie spricht marina and the diamonds in einem videointerview bei popnography. ihr album sei an dieser stelle auch empfohlen, es schmeckt in einem song ein stück nach laurie anderson und außerdem, wie es sich buchstabiert: mit champagner, fröschen und starken mädchen.


der abend soll aber keinesfalls enden mit champagner, sondern mit einem sprung, behende vom fensterbrett. denn, "ich strich die interpunktion aus meinem leben: kommata, anführungszeichen, punkte, one-night-stands, ellipsen und die abendnachrichten." und schließlich auch das verliebtsein. nachzulesen in meinem mädchenblog.


3/09/2010

accessorize!

lola

Bis 30 darf man sich noch ein Dartmoor Pony wünschen. Danach nur noch bipolare Schoßhunde. Hoffen wir, dass die degenerierten Biester ihr Schicksal hart an der Kante des Givenchy Peep Toe Sandal-Absatzes nur im Nebel von Großstadtfeinstaub und dem Duft der nächsten Mastleber mitbekommen. Maarten Wetsema hat sich für seine Portraitserien robuste Kerlchen herausgesucht, deren Nasenspitze eine steife Gartenbrise und heimliche Kaninchenjagd verrät. Die sind für euch und haben Stil. Für solch flegelhaft schlecht geschriebene Texte über das Rätsel der Jugend, beißt Lodewijk euch schnell in die Wade.

bas

diego

lodewijk

lonneke


liebe ist für alle da

credits for all pictures: bryan schutmaat - western frieze

Meine erste Hochzeit begab sich im Garten meiner Eltern. Eine Gardine aus der Karnevalskiste verschleierte die kleine Braut. Zwei Wochen später wurde ich eingeschult. Mein zweiter Eheschluss folgte mit 23 und war durchaus ernster, obgleich ohne Brautkleid, ohne Pfarrer, und ohne Gäste. Ein Klick und der Ring saß am Finger. Ich stellte meinen Beziehungsstatus in meinem StudiVZ-Profil auf verheiratet. Der Überfluss an Oxytocin in meinen Adern ließ mich glauben, dieses Mal sei es für immer. Aber noch mehr schwingt mit als ein impulsiver Glücksmoment, wenn junge Menschen in sozialen Netzwerken ihrer Beziehung virtuell Gewicht verleihen. Die Preisgabe im Internet, ob der Herr oder die Dame Single, in einer Beziehung, verheiratet oder geschieden sind, ist Selbstdefinition, dient der schmerzlosen Kommunikation und ist nicht zuletzt ein Status, sondern oftmals Statussymbol.

„Du hast geheiratet?“ Natürlich hatte ich das nicht. Auch die Umstellung des Status von vergeben auf Single muss im Netz nicht bedeuten, dass die Beziehung am Ende ist. Zu den schier unbegrenzten Möglichkeiten sich im Social Web ein eigenes Ich nach Maß zu stricken, tritt die Möglichkeit Beziehungen neu zu definieren und mit vertrauten Menschen zu kommunizieren.

Den roten Teppich für die Bekenntnis zum Liebeslebenswandel haben die sozialen Netzwerke selbst ausgerollt. Obgleich die von jungen Menschen genutzten Netzwerkangebote nicht explizit der Partnersuche dienen, sonder zunächst auf den Wunsch zurückgehen, sich in den schon existierenden Freundeskreis nun auch im Web einzureihen, enthält das Formular zur Selbstdarstellung stets die Möglichkeit, etwas über die sexuelle Orientierung und den Fortschritt auf dem Weg zum Hafen der Ehe anzugeben. Die Nutzer haben die Formularvorgabe schnell von dem spröden Charme der Steuererklärung und Auskunft über die Paarungsbereitschaft befreit und sich zu eigen gemacht. Die Angaben zu Beziehungen sind für statistische Erhebungen uninteressant, da sie im Netz in vielen Fällen eine andere Sprache sprechen. Das Vorhandensein eines Partners auf einer Profilseite mag nur Schutz vor ungewollten Anfragen sein. Bei Facebook heiraten die besten Freundinnen einander, als Ausdruck starker Freundschaft, aus Sorge um das leere Feld. Was wir im Netz über Zwischenmenschliches berichten und wie wir mit Partnern kommunizieren, eröffnet ein neues Feld für die Beziehungs- und Kommunikationsforschung.


Eine breit akzeptierte Umgangsform mit dem Beziehungsleben hat sich in sozialen Netzwerken noch nicht etabliert. Schon die Haltungen gegenüber der Eintrittsfrage: „Äußere ich mich dazu, ob und in welcher Art von Beziehung ich lebe?“, wird völlig unterschiedlich bewertet. Für wen eine intim gelebte Partnerschaft von hoher Wichtigkeit ist und diese sich im kleinen Kreis zweier Menschen bewegen soll, mag von vorneherein auf die Angabe verzichten. Nicht jedem Aspekt des eigenen Lebens muss Virtualität verliehen werden: „Meine Freunde wissen doch, dass ich einen Freund habe und kennen ihn. Wozu sollte ich das ins Netz stellen?“ Doch was für den einen die Diskretion des Glücks bedeutet, kann für den anderen verletzend sein. Ein Nicht-Bekenntnis zur besseren Hälfte im Netz kann als Nicht-Bekenntnis zur Beziehung im Alltag gewertet werden; eine Aufwertung des Beziehungsstandes von in a relationship zu married mag den anderen bedrängen; und was passiert eigentlich, wenn man sich ganz oder vorübergehend trennt? Ersetzt heutzutage die Löschung des Ex per Mausklick das über eine Trennung Hinwegkommen in Rekordzeit? – Das Web schwenkt seine soziale Fahne: Das Miteinander leicht gemacht. Bisweilen bedarf es kurz nach der Statusaktualisierung klärenden Worten im direkten Austausch. Die Kommunikation über und mit der Beziehung ist ein Tanz auf dem Glatteis – zumindest, wenn der Partner mitliest.

Das netzbasierte Beziehungsmanagement geschieht nun aber nicht nur in den vier Wänden der eigenen Profilseiten, sondern in den viele Ecken des Social Web. Es betrifft neben dem Partner nicht nur den besten Kumpel oder die große Schwester, sondern mehrere Dutzend Freunde, Bekannte, vergessene Schulkameraden und Kollegen. Doch ganz anders als die Selbstverständlichkeit, kompromittierende Partyfotos nicht im Netz zu teilen, sollten Zeilen zur Liebe oder zur Einsamkeit kein Tabu sein. Dass wir uns daran gewöhnen Erlebnisse, Gedanken und in Worte gefasste Gefühle nicht gezielt mit einer Person zu besprechen, sondern offen für den Kreis der Freunde im Netz zur Kommentierung freigeben, bedeutet keine generelle Verflachung von intensiven Freundschaften, sondern ergänzt diese mit Menschen, die einander digital besser kennen und verstehen lernen. Egal ob Freude oder Frust, ein Tippen des Gemütszustandes ins Netz ermöglicht ein kleine Abbitte, auch wenn ansonsten jeder schläft. Ein rührend geschrieben verliebter Gedanke mag seinen Weg ein Stück weiter ins Netz beschreiten, zu Tränen rühren, Ablehnung erfahren, flüchtig am Leser vorbeirauschen. Das in Tinte getränkte Tagebuch schweigt im Dunkeln auch Tage später.


Gehören Gefühle in die Weiten des Netzes? Sie tun es, denn auf digitalen Bahnen muss weitaus mehr statt finden, als Nachrichten- und Informationsfluss, um die Kanäle lebendig zu halten. Twitter fand seinen Weg in die öffentliche Wahrnehmung und Medien außerhalb des Internets, als der Journalismus begann den Wert des Microbloggingdienstes als Nachrichtenquelle und Recherchemöglichkeit zu entdecken. Doch ein Großteil der ins Web gesandten Kurztexte informieren nicht sachlich, sondern sehr persönlich. Zum Strom der Nachrichten und Meinungen gesellen sich Gefühle, Begegnungen und Dialog. So überrascht es nicht, dass die Umarmung des getickerten Lebens aus der Ecke der schreibenden Zunft vorangetrieben wird, die aus dem Verständnis ihrer Berufung heraus seit jeher mehr Emotion und Wortgewalt in Texte schossen, als die Journalisten: Schriftsteller.

Jeder Mensch ein Wortkünstler; jeder verliebte, jeder verlassene Mensch ein Autor, der seine Tweets mit Herzblut pflanzt. Nähert man sich einer Typologie der Akteure im Social Web, die es mit Liebesbekundungen, Kinderwünschen und den resignativen Seufzern der Langzeitsingles befüllen, fällt schnell auf, dass die Literarizität dieser meist kurzen Auswürfe begeistern kann. Für den Liebsten, für den Ex, werden die Tasten weichgeklopft. Aber mehr noch: der sprachliche Anspruch ergänzt die Erklärung des freigiebigen Erzählens um ein weiteres Element: Neben das Herzklopfen, das mit loser Zunge schreiben lässt, tritt die erzählerische Perspektive des Absenders, der seine Liebesgeschichte als Fortsetzungsroman in 140 Zeichen oder Blogeinträgen verfasst. Partner und Selbstbild flüchten sich in die dritte Person, sprechen lauter, sprechen freizügiger und treten auf unter Namen, die sie als Figur inszenieren, anonymisieren und austauschbar machen. Der Mann, der Begleiter, Frau X und der Ex. Die Wahrung der Identität hinter abstrakten Begriffen beruhigt das Gewissen des freigiebigen Autors und gewährleistet zudem die Unendlichkeit der Geschichte: die nächste Frau, wird wiederum „die Frau“ getauft.

Doch der Roman unseres Liebeslebens verwischt die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion noch weit reichender, als es die Darstellung des eigenen Ichs im Netz bisweilen tut. Das Biotop der Beziehung kann nach Belieben fernab des Tatsächlichen bespielt werden, ohne Herzen zu brechen. Dies aber ist vorrangig der Fall, wenn der Partner das Netzwerk der Wahl entweder gar nicht oder wenig intensiv nutzt, oder erst noch gefunden werden will. Direkt adressierte Liebesbekundungen sind selten und verlaufen zumeist über private Bahnen. Die Erklärung der Liebe geschieht vor den Augen der mitlesenden Netzbewohner oft indirekt. Das verklärt verliebte Grinsen, das ein frisch in den rosa Schleier getauchter Mensch nicht verstecken kann, wird ungehemmt ins Netz geschrieben. Eine Ausformulierung des Glückes zu zweit, als würde jede weitere Verewigung im Web die Partnerschaft schützen vor der Schnelllebigkeit der Liebe; jedes einsam notierte Zubettgehen der Partnerlosen die bessere Hälfte ein Stück näher rücken. Für manche mögen das Zeichen emotionaler Verwahrlosung sein, doch das Teilen der Gedanken im Netz kann ebenso die Aufarbeitung von Gefühlen als Äquivalent zum Gespräch mit Freunden in trauter Kneipenrunde leisten. Wo Menschen einander zuhören, kann kein Ort sozialer Kälte sein.

Dennoch, bei all der katalysierenden Wirkung, die ein in digitale Häppchen aufgefächertes Gefühlsleben sinnvoll erscheinen lässt, kann ein Blick auf das unterschiedliche Verständnis von sozialen Netzwerken und dem Maß des sich Mitteilens nicht schaden. Neben der Beziehung, die im Netz ihre Darstellung findet, pflegt ein Mitglied eines Netzwerkes mehr oder weniger enge Bindungen zu anderen Usern. Entscheidend ist hier das weniger – vielleicht. Der Begriff des ‚Oversharings’ – das Teilen von mehr persönlichen oder intimen Informationen als Adressaten als angebracht und angenehm empfinden – ist vielleicht derzeit eine der spannendsten Konfliktlinien innerhalb des Social Web. Für manche Nutzer sind das #beischlaftweets, laute Parteibekenntnisse vor einer Wahl oder suizidale Gedanken. Durch diese unterschiedlichen Präferenzen aber gruppieren sich Menschen im Web nicht nur entlang tatsächlich bestehender Bekanntschaften und Interessensgebieten, sondern auch entlang empathischer Fähigkeiten, Toleranz und Schmerzgrenzen.

credits for all pictures: bryan schutmaat - western frieze

Wer dies alles unter Mädchenkram ablegt, irrt. Das Feld der großen Gefühle wird im Bereich der Statuts-Updates auch immer mehr von den männlichen Teilnehmern befüllt. Die Autorin Elisabeth Rank fragte noch im Rahmen der re:publica 2009 „Wieso bloggen so wenig Männer über ihre Gefühle?“ Es scheint für Männer leichter dies im stark begrenzten Rahmen der Status-Aktualisierungen zu tun. Es scheint nahezu verlockend. Auch wenn es im Bereich der Blogs und längeren Texte weniger evident ist, das Bekenntnis zu Gefühlen ist chic, das Veröffentlichen eines Beziehungsstatus dabei nur der erste Schritt. In sozialen Netzwerken stellt sich mehr und mehr für unterschiedliche Bereiche das Phänomen der sozialen Erwünschtheit ein, der nachgegeben wird. In den Wochen und Tagen vor der Bundestagswahl erschienen Status-Updates stark politisiert; das reichte von Kommentierung der Wahlprogramme über Aufforderungen Wählen zu gehen bis zum Offenlegen von Erst- und Zweitstimme. Für die Romantik des Alltags scheint sich Ähnliches einzustellen. Als gute Freundin oder treuer Ehemann erwähnt man die bessere Hälfte ab und an auch digital. Ebenso wichtig scheint dies für den letzten Schliff der Selbstdarstellung: eine glückliche Partnerschaft gehört zu einem erfüllten Leben dazu so wie ein gut bezahlter Job und das entsprechende Auto. Selbstgeschrieben erreicht die Liebes- und Lebensgeschichte den gewünschten Grad der Perfektion. Und in Zeiten, in denen Beziehungen loser geführt, Ehen später oder nie geschlossen werden und die Erstgebärenden 40 sind, beruhigt der elektronische Ring am Finger und das digitale Treuegelöbnis vorerst das Gemüt.

Heiratsanträge gestellt über Twitter, der erste Schritt zur Trennung über das Löschen des Liebsten aus der Friend-List, die Anbahnung einer Romanze über einen nobel geschriebenen Pinnwandeintrag – auf den ersten Blick scheint dies neu, fremd und ein wenig zu einfach, und dennoch voller Poesie. Es bleibt Geschmacksfrage, wem die Liebe gelten soll: Nur ihm oder ihr, oder einem Teil der Welt. Doch Liebe scheint mehr und mehr für alle da. Gefühle lauern im Netz an jeder Ecke. Sie umarmen elf Jungs auf dem Platz, gelten Politischem oder der Band auf der Bühne. Wer sagt schon, dass die ganz großen Gefühle immer die von der rosaroten Wolke sein müssen?



Ihr könnt diesen Text auch ausdrucken oder ab dem 15. März im BLANK-Magazin lesen. Für die Kommentare wünsche ich mir vor allem, dass ihr Herrn Schmitz bittet, einen Beitrag über Modeblogs zu schreiben. Das wünsche ich mir nämlich zum Geburtstag.


6/11/2008

mein lieblings-loveboat



in manier des gestrigen wasserballetts der schweizerischen und türkischen nationalelf lädt der broken hearts club heute mit nautischem motto ins ballhaus mitte. beim loveboat-special legt ein zauberhaftes line-up dazu für alle leichtmatrosen und nixen die passenden engtanzklänge auf. wir freuen uns auf die schicksten uniformen und figurumscheichelnde ringelshirts.


tonight: heartbreak lovesongs played by


dj kaos (berlin)
khan live at midnight (i'm single)
anton qlint (gotheburg)
hector + guest (vice magazine)
tanja & björn (picknick)
& your broken heart club hosts


donnerstag 12. juni 2008
ab 22 uhr
im ballhaus
chaussestraße 102
berlin mitte

dresscode: sailorlook!


3/30/2008

sedative loveboat boredom


ein viertel jahr nach dem letzten ausflug in die zerstreuung des traumschiffs präsentiert sich der wöchentliche recap mit einem schwerpunkt auf trash, freudigen erwartungen und den sexgöttern und irrwandlern deutscher politik. mehr musik gibt es, wenn herr schmitz von seinem außeneinsatz bei den wirtschaftsweisen zurück ist. als kleinen bonus an dieser stelle: romanoffs neuer track.


romanoff - zombie bite (dl) (ysi)


beginnen wir den rückblick mit einem sexy ausblick: david duchovny, inkarnation des knieerweichenden nerds, kehrt als fox mulder im sommer auf die kinoleinwände zurück. bis dahin sollte californication auch vom letzten ungläubigen gesehen worden sein.

weiter schweift der blick zu den anderen schönlingen hollywoods: hat brad pitt sein versprechen, nicht zu heiraten, bevor dies jedes paar in den usa könnte, gebrochen? und warum trägt george clooney seinen hut?
sorgen bereitet hingegen nicht petey's hut, sondern seine neue spirituelle orientierung.

back to good old germany.

ede gewährt im sz-magazin einsichten in sein dasein als politpensionär, findet james bond filme entspannend und erzählt außerdem von dem ihm anhaftenden bonmot: "der stoiber mag lieber eine dicke akte als eine schöne nackte."

wowi spricht im aktuellen cicero über rot-rote bündnisse und eitelkeit; woody allen schreibt im gleichen heft, das ein merkel-portrait von sigurd wendland schmückt, über relativitätstheorie, entnommen aus seinem sammelband pure anarchie; reinhard löffler verwandelt rembrandts hendrickje badet im fluss in joschka fischer, und guido westerwelle sinniert über seine letzten stunden.

aus grün wird schwarz, weltuntergang hin oder her, wir sitzen im wasser auf nikotinfreien inseln, und stecken schäuble und lidl unter einer decke?

und jetzt raus vor die tür, es warten wolfgang tillmann im hamburger bahnhof, bettina rheims in der c/o gallery und die geburtagsausgabe des frühtau in der pappelallee.

auf keine fall verpassen solltet ihr den kinostart von michel gondrys neuem film "be kind rewind". lasst euch nicht von dem scheußlich eingedeutschten titel 'abgedreht' irritieren - you will fall in love.

in diesem sinne, einen schönen sonntag.


11/20/2007

carnivalesque loveboat boredom



we haven't had loveboat boredom or bites of politics in quite a while for a reason: there's nothing worth covering. as well as in hollywood and germany the issue dominating the news are the strikes, and both the writers in hollywood and deutsche bahn and its drivers in germany care for the motion of the country. not even anne will's anticipated avowal to her chosen one seemed to be able to jolt the news.

so i'll just equip you with the rest of the sienna miller eye candy from pop magazine; you might already know the infamous nurse picture from the mag.

apart from that you might want to check out naomi campbell looking like hot 80s trash and copycat it for the weekend, keep yourself informed with news on "rocky - the musical", and after matt damon somehow managed to bribe people magazine for finally being called sexy by someone, take a look at what dlisted chants about the unsexiest men alive.








10/08/2007

fugly loveboat boredom



it's monday baby, time for some gossip. über die furry friends habe ich schon ausführlich berichtet, die folgenden küken, in ihrer aufgabe als ehefrau und tochter nicht weniger bedeutsam und liebesbedürftig als ein haustier, haben ihr schönstes federkleid angezogen und sind unbemerkt durch die katzenklappe in die realität entwichen. hätte nur jemand die mädchen nach aller kunst abgerichtet auf das well-being ihrer umwelt zu achten - ihr anblick verletzt jeden ansatzweise guten geschmack und zerfleischt ein gesundes sehvermögen im handumdrehen.

victoria beckham sieht aus, als wolle sie todtraurig gegen käfighaltung von neonhennen protestieren.

jennifer lopez besaß zwar schon immer zweifelhaften geschmack, etwas derartig abscheuliches hat sie allerdings selten getragen, schwangerschaftslaunen hin oder her.



und brooke hogan, tochter von hulk hogan, defies any explanation. michael von dlisted beschreibt dies ganz passend: what innocent gay cat on acid had to die for that dress?!



weiterhin hat das out magazine exklusive shots von tom ford mit den boys, gisele bündchen is a foxy cat in vogue und andy samberg präsentiert ein lahme imitation von mr. kevin federline.

da fällt mir gerade ein: die farbigkeit der präsentierten outfits verlangen geradezu nach claudia roths auftritt bei den bayreuther festspielen, und da harald schmidt damals ihr escada-kleid mit dem kommentar eichhörnchen auf ecstasy würdigte, fügt sich das foto nahtlos in die reihe der hollywood-hennen ein. danke herr waltz, dass sie sich um frau merkel gekümmert haben.


9/25/2007

burlesque loveboat boredom



bei knicken gab es heute viel zu sehen, und so soll der tag auch enden: dita von teese ist gesicht der neuen peta-kampgne animal birth control.

freilich darf man darüber streiten, ob die angelsächsische art von campaigning, die eigentlich ausnahmslos prominente testimonials involviert, auch im bereich des tierschutzes sinnvoll ist, und ob gerade schneewittchen-schönheit dita an birthcontrol denken lässt. hübsch anzusehen ist frau von teese wie eh und je.

bevor das loveboat euch allerdings mit dem gossip des tages beglückt, darf ich auf eine weitere fernsehserie hinweisen, die winterabende im fluge vorbeiziehen lässt: nip/tuck kehrt zurück auf die bildschirme und verlagert die kunst der plastischen chirurgie und des verführens vom sunshine state in den golden state – und wir sind uns einig: dr. christian troy ist mit großem abstand der heißeste serienarzt aller zeiten – dr. doug ross alias george clooney gibt gegen julian mcmahon eine recht traurige gestalt ab.
in deutschland läuft auf prosieben erst die zweite staffel, in den usa nun die fünfte. staffel drei und vier waren nebenbei bemerkt allerdings ein hochgenuss in sachen morbider arztserien. there's something to look forward to.

zu guter letzt also die schlagzeilen des tages: das sextape von meg white, das zu diesem zeitpunkt wahrscheinlich schon jeder gesehen hat, ist scheinbar ein fake, the doherty schenkte kate moss eine tote maus – als zeichen seiner gefühle, eye candy für alle fans von jake gyllenhaal, unser lieblings-gossip-blog dlisted kürte "bavaria’s most glamorous politician" gabriele pauli zur hot slut of the day, und schließlich gibt euch präsident ahmadinejad im rahmen seiner usa-reise eine weisheit mit in die süßen träume:

"in iran, we don’t have homosexuals like in your country. we don’t have that in our country. in iran, we do not have this phenomenon. i do not know who has told you that we have it."


9/19/2007

free climb loveboat boredom



paris hilton beweist immer wieder aufs neue, dass sie den test für die vorschule kaum bestehen würde, da sie immer noch gedanklich in der bunten welt der kleinkinder weilt.

anziehen ohne hilfe will nicht ganz klappen, ihr sprachschatz ist limitiert, sie steckt dinge in den mund und besteigt neuerdings auch hindernisse, die ihr den weg versperren. dies ist keinesfalls anstößig gemeint, sondern wortwörtlich.

nachdem die partyfotos vom emmy-wochenende tatsächlich etwas von einem kindergeburtstag hatten, entschloss sich wonky ein tor hinauf zu klettern. vielleicht um den paparazzis einen besseren winkel für crotch shots zu bieten, vielleicht um ihre entlassung aus dem gefängnis für die presse neu zu inszenieren, oder eben, weil es das ist, was kleine kinder tun: krabbeln, klettern und unverständliche dinge brabbeln – ihr schutzengel war auch im gepäck und dies somit nicht die letzte meldung über das blonde prachtmädchen.

wo auch immer die party am wochenende steigt: don’t forget to go home, aber bitte durch die tür.

was trieben die anderen blondinen? courtney love besuchte the doherty im entzug, sharon stone verzichtet von nun an auf mimik und brad pitt really needs to get laid soon – zum träumen taugen die fotos aus dem v magazine nicht, versuchts mal mit chris evans.


9/18/2007

political loveboat boredom



weder das workout auf dem justice konzert noch der allwöchentliche ausflug ins picknick bestätigten meine these herannahende herbsterkrankungen durch tanzeinlagen und vodka abwenden zu können. so gehörte der sonntag abend dem tatort, der den sehnlichen wunsch nach dem 28. oktober und unerreichten professor boerne nur verstärkte - das unausweichliche übel folgte im anschluss.
für unzählige männer gehört anne will zu den schönsten gesichtern des öffentlich-rechtlichen fernsehens, und auch ich stehe ihr durchaus wohlwollend gegenüber, der sonntag-abend-polit-talkshow hingegen nicht.

haben diese sendungen jemals zu einer wirklichen weiterbildung beigetragen, oder sind sie reines portal für selbstinszenierung der geladenen gäste, deren erfolg unerbittlich von telegener erscheinung und rhetorischen fähigkeiten bestimmt wird? sabine christiansen demonstrierte mit prominenten besuchern aus dem showbiz wie sky dumont nicht nur die fragwürdigkeit ihrer gästeauswahl, sondern auch einen politischen kurs.
die illustre runde zu gast bei anne will schien da einen deut unpolitischer, dafür hochgradig emotional – im kategoriensystem einer medieninhaltsanalyse hätte man glatt abwägen müssen, die sendung als human touch zu codieren.

auch der problembär und jürgen rüttgers wirkten in den ersten einstellungen als sei die neue show ein großer spaß – sie strahlten um die wette – waren sie doch in einer sendung, die maximale bevölkerungs- und medienaufmerksamkeit erhalten würde, platziert worden. unter gesichtspunkten wie eloquenz, charisma und logik wird diese betrachtungsweise aus perspektive von kurt beck natürlich zur milchmädchenrechnung. wie bereits vor zwei wochen erwähnt: ich freue mich auf den wahlkampf, und wünsche der spd eine überirdische agentur oder glückliche begebenheiten zum agenda surfing.

beinahe hätte sich das erste problem der spd von selbst erledigt, und die sendung vermochte wenigstens einmal kurz zu unterhalten: während die kamera auf margot käßmann ruhte, entlud sich über ein noch eingeschaltetes mikrophon eines anderen talkgastes ein knallendes geräusch.
"kurt beck ist geplatzt!" - vielleicht hatte sich auch jemand die aufforderung der titanic zu sehr zu herzen genommen.


kurt beck saß allerdings immer noch quicklebendig und krebsrot vor aufregung auf seinem stuhl, als die kamera zurückschwenkte.
sein coach hat ihm für solche situationen hoffentlich empfohlen an die weinlese in der pfalz zu denken. dieses landschaftsgemälde von max slevogt gewährte beeindruckende einsicht in die mentalität und den horizont von rheinland-pfalz' ministerpräsidenten, wie auch die anderen lieblingsbilder, die politiker 2006 im cicero präsentierten.
selbstverständlich bewies zu diesem anlass guido westerwelle das sicherste händchen, gerd schlug sich respektabel und was wählte ursula von der leyen?– chagalls maternité. diese ausgabe des cicero erspart das lesen langatmiger biografien und politischer programme – ein wahlomat für ästheten und psychologen.

anne will hätte eigentlich anlass für einen schönen mädchen-beitrag sein können, den ich schon lange seit der grausigen titelstory des tip schreiben wollte. die quintessenz der küche zum vom tip erfundenen berliner phänomen des bösen mädchens lautete: es gibt keine bösen mädchen – nur neurotische. beide findet man in moderatorenkreisen der ard eher selten, monika lierhaus ausgenommen.

nachdem anne will aber ein braves mädchen blieb und die jungs problembären sein ließ, bleibt der sonntag abend auch in zukunft frei für andere dinge, beispielsweise spitzzüngigen gossip auf deutsch.

für heute bleibt es allerdings bei ein paar harmlosen links zu feinen gute-nacht-geschichten: cowboys bei fashionshows, britische paradiesvögel, ein blonder robert downey jr., mehr brangelina, absurde adoptionswünsche, johannes b. kerner zieht die aufmerksamkeit eines amerikanischen blogs auf sich und anregungen für turbulente träume.