Levi's geht auf Tour. Das ist ja auch erstmal nichts Verwunderliches, denn als Firma mit lustigen Jeans und roten Schildchen hat man einen Ruf bei pubertierenden Teenies bis hin zu Hipstern in skinny Jeans und funky Hair zu verlieren. Und ganz neoliberal muss man einfach anerkennen, dass man sich beim heurigen Unbuttoned Event Mühe gegeben hat. Das Lineup ist sehr stark gut, ganz objektiv, die Zugangsbedingungen mehr als demokratisch. Abgesehen davon macht Aufknöpfen von je her am meisten Spaß, insofern triggert man hier echte Gefühle. Dafür bin ich natürlich immer zu haben.
Wie also kommt ihr zu euren Karten? Entweder ihr macht am Levi's Design Contest mit und denkt euch ein paar sehr stark fetzige Knöpfe aus oder ihr beantwortet ein paar Fragen in diesem Quiz, wohlmöglich die einfachere Variante. Wie immer gibt es aber auch die Möglichkeit, uns mit einer möglichst dämlichen eloquenten Antwort zu überraschen und direkt bei uns 2x2 Karten zu ergattern. Das ganze per Mail an knickenberlin@googlemail.com. Die Antwort wird natürlich ebenfalls kommentiert und veröffentlicht. Ist klar.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Die auftretenden Musiker sind unter anderem Alex Ridha, den ich noch aus Schulzeiten kenne und der heute als Boys Noize nicht nur ein Label, sondern auch ein paar mehr Achtungserfolge zu vermelden hat, Shir Khan von unsereren Lieblingsbloggern der Berlin Battery, der nicht nur niedlich ausschaut, sondern mindestens genauso auflegt, Amanda Blank, die uns als fetzige Emmanze in Combo mit dem Pornobatzis von Bangers & Cash in Erinnerung geblieben ist, Esser, den mein Herz Aleks schon vor Ewigkeiten an den Mann bringen wollte, die Crookers, zu denen man eigentlich nichts mehr sagen muss, ausser das hier und die Subways, die vermutlich Tessas Herz für sich gewinnen können. Von wegen funky Hair und so. Reinhören könnt ihr hier auch in ein bisschen was.
die scala feiert mal wieder. und wir verlosen mal wieder. vorab allerdings nochmal eine kleine bemerkung. knicken ist wirklich nicht tot. ehrlich. echt. in echt sogar. es ist nur so, dass tessa und ich viel arbeiten und ich in meiner "freizeit" an meiner abschlussarbeit schreiben muss. montag ist abgabe, insofern ist zu erwarten, dass danach wieder ein bisschen was passiert. und ich studierter volkswirt bin. oder sowas ähnliches.
anyway, das programm für die scala ist durchaus lohnenswert. für donnerstag, also heute ergibt sich folgendes lineup:
D.I.M. (BOYSNOIZE RECORDS/HAMBURG) HOUSEMEISTER (BOYSNOIZE RECORDS/BERLIN) BEEF JERKY RECORD RELEASE JACKSON DJ-SET (WARP/SOUND OF BARCLAY/BERLIN) REMUTE *** LIVE (AREAL/LIEBE*DETAIL/HAMBURG) PELLE BUYS (SENDER/HAMBURG) TU.SSY (TECHNOTAVERNA/ZPYZ/BERLIN) DANIEL RAJKOVIC (DELETE MUSIC/BERLIN) HEILER BLUMEN MESSE *** LIVE RAP (MAX TIMM&THOMAS BALDISCHWYLER/HAMBURG)
für samstag, den 2., verlosen wir 3x2 gästelistenplätze. an diesem abend gibt es dann auch folgendes zu bewundern:
ADAM SKY (TURBO/EXPLOITED/LONDON) JAMES F!@.$%^ FRIEDMAN (THRONE OF BLOOD/NYC) MUALLEM (BLACK LABEL/COMPOST/MUNICH) EIGHT LEGS DJ-SET (SNOWHITE/LONDON) DLK (VICE/EASYJETSET/BERLIN) LOVEFINGERS (BLACK DISCO/NYC) ROBIN VAN DER KAA (DAVID GILMOUR GIRLS/RELISH/BERLIN) HUGO CAPABLANCA (DISCOS CAPABLANCA/BERLIN) AC SLATER (NIGHTSHIFTERS/NYC) BOK BOK (NIGHTSLUGS/LONDON) JUBILEE (NIGHTSHIFTERS/NYC) L-VIS 1990 (NIGHTSLUGS/LONDON) EGYPTRIXX (NIGHTSLUGS/TORONTO) DJ DONNA SUMMER (NIGHTSHIFTERS/BERLIN)
dabei geht ein spezieller gruß an bok bok, lovefingers, ac slater und donna summer raus. grindin represent und so. ein bisschen liebe von euch gibt ein bisschen bumbum von ihnen. versprochen.
wer auf die gästeliste für SAMSTAG will, schreibt eine email mit dem viel sagenden betreff "samstag" an knickenberlin@googlemail.com. wir entscheiden dann teils willkürlich, teils nach sympathie. ist klar.
mehr infos findet ihr bei coop, eurem freundlichen host. ausserdem natürlich noch auf den flyern rechts in der leiste. ein schönes wochenende wünscht
Quentin Dupieux ist die Art Künstler, an dem sich die Geister scheiden. Für die einen ist er der Genius, der Ed Banger, dem Label, das seit ca. einem Jahr selbst in den iTunes-Bibliotheken hiesiger Indiemädchen überproportional häufig vertreten ist, fehlte. Wieder andere halten ihn für ein begnadeten Generalisten, der sich an Film und Kunst versucht, dessen Werke fernab der Musik aber bis dato bestenfalls als Achtungserfolge wahrgenommen wurden. Das Gros der Ottonormalverbraucher wird jedoch bei seinem Alias Mr. Oizo vor allem an eine Puppe denken.
Noch knapp 10 Jahre nach seinem durchschlagenden Erfolg mit „Flat Eric“, dem neurotisch zuckenden, gelben Etwas, das uns Faltenhosen schmackhaft machen wollte, kämpft Dupieux seinen Kampf gegen Windmühlen. Dass sich seine neue Platte „Lambs Anger“ jetzt mit einer Referenz an den „Andalusischen Hund“, einen in 1928 erschienen Stummfilm von Luis Buñuel und Salvador Dali, der vor allem Surrealisten und Freudianer auf den Plan rief, schmückt, ist kaum verwunderlich. Dupieuxs Umgang mit der eigenen Person, Umfeld und Geschichte wirkt eigenwillig, bisweilen exzentrisch. In jedem Falle aber gewinnt man den Eindruck, es mit einem Menschen zu tun zu haben, der ein gespaltenes Verhältnis zu sich, seinen Erfolgen und Niederlagen, sowie den Mechanismen des Marktes hat, dem er versucht, seine Kunst näher zu bringen.
Beim Interview selbst wirkt der Franzose angespannt, manchmal flapsig, jedoch immer wach und darauf bedacht, klarzustellen, dass er es sein will, der seine Geschichte schreibt. Ein Unterfangen das mitunter schwierig sein könnte, bedenkt man, dass gleich seine erste Single einen stattlichen Stempel im Gedächtnis der Mediengesellschaft hinterlassen hat.
Dein neues Album ist gerade erschienen. Das Artwork, eine Referenz an Buñuels bzw. Dalis „Andalusischen Hund“, fällt dabei wortwörtlich ins Auge. Es entsteht der Eindruck, du würdest dich auf tragische Weise von deinem Alter Ego „Flat Eric“ verabschieden.
O: Nein, dabei handelt es sich in erster Linie um eine Ehrerbietung an Buñuel und Dali und deren großartigen Kurzfilm. Ich finde es aber unterhaltsam, dass sich alle darüber den Kopf zerbrechen. Es ist witzig zu sehen, dass sich Jugendliche im Internet darüber unterhalten und herausfinden, dass es sich dabei um den „Andalusischen Hund“ handelt. Ein Stück weit möchte ich damit auch das Interesse an Kunst fernab des Mainstreams wecken, so kann man den Jüngeren ein bisschen was mit auf den Weg geben. Etwas zum Nachdenken, Kultur.
„Flat Eric“ lebt also weiter. Damals allerdings hast du im Affekt ein Album veröffentlicht mit dem die meisten Hörer nicht viel anfangen konnten.
O: Ja, es war definitiv eine Antwort auf den Erfolg, weil ich der Überzeugung war, dass dieser für das, was es war, ein paar Nummer zu groß ausgefallen ist. Es war schließlich ein einfacher Beat, den ich für einen Werbeclip mehr oder weniger hingerotzt habe.
Also wolltest du die Leute überrumpeln?
O: Ja, es war eine art Teenagerebellion. Ich wollte allen sagen „Fuck off! Ich bin mehr als das, ich kann auch etwas Härteres, Kreativeres machen“. Es war sozusagen eine Trotzreaktion auf den Erfolg.
Danach hast du eine ganze Weile nichts mehr veröffentlicht. Vieles von dem, was du in der Zwischenzeit angefangen, aber nie beendet hast, hast du als „Scheiße“ bezeichnet. Das klingt ein wenig nach Quarterlife-Crisis.
O: Nein, ich bin immer glücklich mit „Flat Eric“ und dem Drumherum gewesen, aber offensichtlich kam das alles viel zu früh. Ich war gerade erst dabei anzufangen, Musik zu machen, hatte keine Erfahrung. Der Erfolg war mir dann einfach zu groß und schien nicht angemessen für ein eher lapidares Stück Musik. Das hat mich retrospektiv definitiv blockiert und mich daran gehindert, etwas Neues zu machen.
Eigentlich verstehst du dich ja auch mehr als Filmer denn Musiker, richtig?
O: Ich habe angefangen Filme zu machen, als ich vielleicht 12 war. Hauptsächlich Kurzfilme. Als kleines Kind war ich besessen vom „Texas Kettensägen Massaker“, also hab ich versucht, solche Sachen im Garten meiner Eltern nachzustellen, irgendwo in einem Pariser Vorort. Mit 20 wollte ich dann mehr in die Comedy-Ecke. Das ist aber alles immer ein bisschen dunkler gewesen, als man es vielleicht bei Comedy erwarten würde, schwierig zu beschreiben. Mit Musik hab ich eigentlich nur angefangen, um sie über meine Kurzfilme zu legen. Da war ich vielleicht 18. Tanzmusik wurde das erst, als ich Laurent Garnier kennen gelernt habe, der mich dazu animierte ein bisschen Blödelmusik zu machen. In erster Linie verstehe ich mich aber weiterhin als Filmemacher, richtig. Die Musik ist nur spaßiges Beiwerk.
Du arbeitest jetzt nur noch digital, wann und warum hast du damit angefangen?
O: Vor 5 Jahren. Anfangs habe ich allerdings noch versucht, das alte Zeug an meinen Rechner anzuschließen. Ich habe eine ganze Batterie an Equipment, die sich über die Jahre angestaut hat. Es war eine wahre Obsession, immer neues auszuprobieren und zu kaufen. Dementsprechend ist z.B. „Moustache“ in einer Halbwelt aus Computern und analogem Equipment entstanden. Inzwischen bin ich aber komplett auf Computer umgestiegen, weil ich denke, dass man damit besser arbeiten kann.
Das lässt sich auch gut raushören, „Analog Worms Attack“ klang noch wesentlich organischer als deine letzten beiden Werke.
O: Ja, „Analog Worms Attack“ wurde z.B. noch auf Tape aufgenommen. Aber ich denke, es ist inzwischen kein Problem, mit der heutigen Technik diesen Effekt zu reproduzieren. Zumindest wenn man sich schlau genug anstellt.
Auf „Moustache“ lässt sich auch erkennen, dass du moderner Tanzmusik etwas mehr Respekt zollst, wenn man es mit dem noch sehr experimentellen, konzeptuellen „Analog Worms Attack“ vergleicht.
O: Ich kann nur sagen, dass ich mit dem zweiten Album so lange warten musste, bis ein wirklich neuer Antrieb da war. Zwei mal das gleiche Album aufzunehmen wäre langweilig gewesen. Deswegen sind die drei Alben auch so unterschiedlich, denke ich. Jedes Mal steckte eine völlig andere Energie hinter dem Ganzen.
Woher kam damals dieser Antrieb, woher die Muße?
O: Vor allem aus den Möglichkeiten, die mir mein Computer bot. Ich war besessen davon, auszuloten, was mir diese digitale Welt zu bieten hatte, all die verrückten Dinge, die man aus den Plugins quetschen konnte. Es klingt für mich selbst etwas komisch, wenn ich das sage, aber im Endeffekt war es wirklich mein Computer, der mich inspirierte, diese Platte aufzunehmen, mit der ich im übrigen heute noch sehr zufrieden bin.
Die neue Platte klingt sehr modern und glatter, verströmt den heutigen Zeitgeist französischer Elektronik, auch wenn sie immer noch sehr dicht gestrickt und voller Ideen ist.
O: Die Idee ist immer noch das Wichtigste, wenn es darum geht, etwas Kreatives zu tun. Welches Werkzeug du dann genau benutzt, welchen Computer, welchen Synthesizer, welche Software oder ganz allgemein, welchen Weg du wählst, sie zu verwirklichen, ist eigentlich egal. Bei „Lambs Anger“ war z.B. die Idee Affenmusik zu machen.
Affenmusik?
O: Ja, die Platte wurde aufgenommen, ohne viel nachzudenken. Alles sollte sehr schnell gehen. Jeder Track wurde vielleicht in 2 bis 3 stunden, maximal aber einem Tag aufgenommen. Auf keinen Fall mehr.
2 Stunden sind vergleichsweise wenig. Man erzählt sich auch, dass du dir für Remixe nicht viel mehr Zeit nimmst.
O: Nun, ich denke wirklich, dass ich ein spezieller Künstler bin. Meine Person, mein Name ist wesentlich wichtiger als die Musik, wenn es um einen Remix geht. Vielleicht liege ich damit falsch, aber so nehme ich mich selbst wahr. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich schon eine Weile darüber nachdenke, bevor ich etwas in 2 stunden aufnehme. Dass es dann am Ende 2 Stunden sind, ist unwichtig. Es ist viel wichtiger, immer wach und aufmerksam zu sein.
Du bist jetzt auf Ed Banger, zusammen mit Justice, SebastiAn oder Uffie, deren neues Album du auch produzierst. Inwiefern hat dich bei dieser Art und Weise zu arbeiten auch dein neues Umfeld beeinflusst?
O: Eigentlich gar nicht. Ich meine klar, wenn ich auflege, spiele ich natürlich auch ihre Platten, aber für daheim ist das nichts. Manchmal gibt mir SebastiAn einen neuen Track und ich höre ihn das erste Mal, wenn ich ihn im Klub spiele. Wenn ich mir das Zeug auch noch zuhause anhören würde, wäre ich depressiv.
Warum?
O: Weil es zu laut und zu dumm ist. Ich kann verstehen, dass es sehr jungen Leuten gut gefällt, weil sie damit ihre Eltern vergraulen können, aber Musik für meine Anlage ist es auf keinen Fall.
Ist dir das nicht kreativ genug?
O: Doch, doch, es ist schon kreativ, aber es wiederholt sich ständig. Wenn du die ersten 20 Sekunden gehört hast, weißt du, wie es die nächsten paar Minuten weiter geht.
Deine Stücke sind immer relativ kurz und dicht gehalten. Um die zu spielen müsste man sich eigentlich Edits basteln.
O: Ja, genau, darum ging es mir. Ich wollte Tracks voller Kleinigkeiten machen. Die Leute picken sich eh die Teile raus, die sie mögen und basteln sich daraus etwas Eigenes. Das ist seit „Moustache“ Konzept.
Hast du selbst mal darüber nachgedacht, mit Ableton Live oder ähnlichen Tools aufzulegen, um dem ganzen einen kreativeren Touch zu geben, einen, der deine Einstellung etwas besser widerspiegelt?
O: Nein, ich bin CD-DJ. Es kümmert mich nicht wirklich, was die Leute denken, weil die meisten eh nur kommen, um mich zu sehen. Ich muss diesen Teil meiner Arbeit nicht ernster nehmen als irgend notwendig.
Also geht es primär darum, Geld zu verdienen?
O: In gewisser Weise schon. Auf der anderen Seite trifft man natürlich auch Leute und kann seine Musik promoten. Vor 10 Jahren hätte ich auch nicht aufgelegt, weil jeder nur auf Technik schielte. Die hatte ich nicht. Damals hätte man mich wegen jedem Übergang verurteilt, heute interessiert das niemanden mehr. Im Grunde genommen spiel ich aber auch einfach genau dasselbe wie all die anderen auf Ed Banger.
Ed Banger ist heutzutage ein gewichtiger Bestandteil moderner, lauter Klubkultur, während dein voriges Label FCom immer etwas klassischer, stilbedachter wirkte. Wie nimmst du dich im Kontext dieser beiden Labels wahr?
O: Auf FCom war ich einer von vielen Musikern, habe aber eine besondere Stellung eingenommen. Ich war das schwarze Schaf, das anders war als der Rest des Labelrepertoires. Laurent Garnier hat mich damals unter Vertrag genommen, ohne genau zu wissen, was ich überhaupt mache. Beim zweiten Album konnte er sich auch nicht mehr wirklich begeistern. Es fehlte der Enthusiasmus, den ich als Künstler gebraucht hätte. Ich denke, das ist auch, warum es nicht mehr wirklich funktioniert hat. Bei Pedro Winter (Chef von Ed Banger) ist das anders, auch wenn wir sehr verschiedene Vorstellungen von Musik haben, hat er eine sehr einfache Art Enthusiasmus auszudrücken, die mir zusagt. Dort fühle ich mich diesbezüglich besser aufgehoben. So oder so, ein Label ist wichtig für die Distribution meiner Musik, und das funktioniert bei Ed Banger ganz gut.
Was du über das Label zu sagen hast, klingt sehr moderat und abgeklärt. Gibt es auch Kollegen, denen du dich nahe fühlst?
O: Es gibt schon Leute, die ich mag. SebastiAn z.B., der mir auch beim Soundtrack für „Steak“ geholfen hat, ist jemand, den ich schätze. Aber das hat jetzt nichts mit seiner Musik zu tun. Die ist natürlich auch gut, aber eben nicht immer nach meinem Gusto. Er ist auch noch sehr jung, hat auch definitiv großes Talent. Musik machen ist für mich aber auch eine Sache des Geistes, worüber man nachdenkt, wofür man sich interessiert, im weitesten Sinne eine besondere Kreativität. Heutzutage ist es sehr einfach gute, beeindruckende Musik zu machen, wenn man Piano spielen kann. Nimmt man z.B. Aphex Twin, dann hat man immer das Gefühl, das hinter seiner Musik etwas Geniales steckt, etwas Mysteriöses. Ed Banger Stuff dagegen ist sehr auf Spaß und Unterhaltung bedacht. Alles muss laut und aufregend sein, was ohne Zweifel seine Daseinsberechtigung hat, mir fehlt allerdings manchmal der Geist dahinter.
Das klingt ein bisschen so, als könnte das Auflegen dann für dich manchmal sehr schwierig sein.
O: Es kommt vor, dass es total deprimierend ist, aber, wie gesagt, es ist Teil meines Jobs, leicht verdientes Geld und gute Werbung. Schließlich hab ich eine Platte zu vermarkten.
Du bist zweifelsohne auch Teil einer regen französischen Szene, die von Daft Punk, Alan Braxe, Fred Falke in den 90ern bis zu neueren Acts, die jetzt auf Kitsuné, Institubes oder eben bei Ed Banger veröffentlichen, reicht. Was denkst du, wie sich das noch weiter entwickeln wird?
O: Dafür interessiere ich mich eigentlich nicht wirklich. Es gibt genug Menschen, die mich bis heute für einen Engländer halten, insofern hab ich auch nie wirklich etwas mit dieser French Connection anfangen können. Vielleicht handelt es sich dabei einfach eine Modeerscheinung, die in 6 Monaten schon wieder vorbei ist. Das wäre dann aber zumindest für mich auch nicht wirklich relevant.
Nun lässt sich aber nicht daran rütteln, dass zumindest der Spirit, sei es in Reinform oder als Inspiration für Genres wie New Rave, Einzug in die Clubs gehalten hat.
O: Ja, das stimmt natürlich. Vielleicht passen Franzosen mit ihrer Art einfach ganz gut in die neue, musikalische Spaßgesellschaft. Vor vielleicht 5 Jahren war Clubmusik noch sehr langweilig, heute hingegen kommt es ein bisschen weniger auf das Können der DJs und mehr auf die gute Auswahl an. Das kommt poppiger, spaßiger Musik sehr entgegen.
Du vertrittst durchaus Thesen, mit denen man anecken könnte. Welchen Einfluss haben die alten und neuen Medien, z.B. Blogs und eZines, auf dich? Ist dir dein Bild in der Öffentlichkeit wichtig?
O: Nein, ich hab in erster Linie Interesse an meinem eigenen Blickwinkel. Ob jemandem meine Musik, meine Filme oder mein Leben gefällt, ist mir egal. Das hat absolut keinen Einfluss auf mich und meine Arbeit. Womit ich nicht sagen will, dass ich mir nicht anschaue, was über mich geschrieben wird. Manches ist gut, manches ist schlecht, aber am langen Ende ist es mir eben doch egal.
Apropos, dein letzter Film „Steak“ wird jetzt – fernab dessen, womit man gerechnet hätte – in Russland veröffentlicht. Wie kam es dazu?
O: Mein Produzent hat sich nie groß für den Film interessiert, er ist ja auch gefloppt. Warum er jetzt ausgerechnet in Russland erscheint, weiß ich nicht. Auf der anderen Seite ist es auch nicht mehr wichtig, weil „Steak“ für mich vorbei ist. Ich wende mich jetzt anderen Dingen zu.
Die da wären?
O: Ich werde einen Film („Realité“) machen, neue Musik einspielen. Alles so wie immer, bei mir wird sich nicht viel ändern.
Fin.
Das Interview wurde ursprünglich für die De-Bug geführt und ist in Ausgabe 128 oder online hier nachzulesen. Weiterführendes zu Mr. Oizo findet ihr hier. Die Fotos sind Flickrfundstücke, merzi dafür. Diesmal ohne Kleinschreibung, da mir der Aufwand nicht gerechtfertigt erschien. Man möge es mir verzeihen.
kate moross und alex sushon haben sich zusammen getan, um diese spärliche live-visualisierung für simian mobile disco anzufertigen. die dazugehörige single wird es in kürze an die ladentheke schaffen. bis dahin zurücklehnen und verstehen lernen, warum selbst aktive väter noch auf runde dinge stehen. faszination form.
schön flashy und nicht geeignet für menschen, die an epilepsie leiden. hab ich mir sagen lassen.
malente, seines zeichens emsige fleissbiene drüben bei unseren freunden der berlin battery, stellt uns dieses rework der oxforder band foals zur verfügung. die engländer selbst spielen am kommenden samstag zusammen mit den friendly fires im columbia club und legen danach im rosis auf. mit dabei unter anderem mein mann peter bounce, der kürzlich seinen neusten mix veröffentlichte. wer also viel wert auf die autonome verfügungsgewalt über sein hinterteil legt, dem sei dieses event ans herz gelegt. natürlich auch jedem, der erst ein paar drinks braucht, um in engtanzstimmung zu geraten.
pünktlich zur nächsten milch-veranstaltung, auf der sich unter anderem auch unsere englischen sternchen von den foals die ehre geben, bringt peter bounce, der neuköllner nachbar, sein nächstes mixtape raus. das stück handgemachte hausmannskost ist mit den derzeit bedeutungsschwangeren worten 'oh, mama!' betitelt und kommt daher wie der dax dieser tage: es geht auf und ab und hin und her. los geht es mit jimmy bo horne, meinem negativ, dessen lobhudelei auf feierei durch vitalic einen hauch taktgeschwängerte melancholie abbekommt, das fulminante ende macht ein trauerzug auf biggy smalls. dazwischen beweist peter wie so oft ein glückliches händchen bei der zusammenstellung. man fühlt sich mitgerissen, hin und her geschubst und kann - ich in jedem fall - sich bildlich vorstellen, welches grinsen dem hasardeur bei der anfertigung des kleinods über die lippen gehuscht sein muss. and now it's time to pass that grin on. an euch. viel spaß beim neusten knicken mixtape: #17!
mehr informationen findet ihr auf dem myspace von peter bounce. mehr zur nächsten milch hier. und beides plus foals am 22.11.08 im rosis. have fun. ps: download per klick aufs bild oder den titel. die tracklist findet ihr in den comments.
modular feiert heute abend in berlin und vertritt mit großer geste den kontinent down under. mit dabei sind unter anderem van she, die vor kurzem ihr album v veröffentlichten. zum anlass ihres besuchs, hier der lifelike remix ihres klassikers kelly. einen weiteren von breakbot findet ihr auf discodust.
der name klingt schon ein bisschen so, als würde man gnade nötig haben, um zu überstehen, was da auf einen wartet. und so dürfte man auch wenig überrascht sein, wenn man von ac slater bekommt, was sein alias verspricht: raues aus energie, waberndes aus yps-mit-gimmick-gehirn.
und weil das gute stück auf juno gen himmel schiesst und wir natürlich auch chartaffinität beweisen müssen, original und remix von jack beats jetzt hier auf knicken. mit freundlicher unterstützung der mehr als großartigen jungs von palmsout, die ein bisschen mehr sind, als manch einer denken mag. bestrafung inklusive.
für die restlichen remixe und für den guten zweck, kauft das gute stück doch auf junowdownload, beatport oder wo auch immer. es lohnt sich allemal. this is an ad. ich schwöre. mehr infos zu ac slater selbst findet ihr hier. im übrigen ergeben bild und musik eine ganz wunderbare symbiose. wenn man sich denn traut.
sta ist ein alter bekannter auf knicken, zu dem man eigentlich auch nicht mehr viel sagen kann, ausser dass er immernoch kanadier ist, dies vermutlich auch bleiben wird und einen verheerenden effekt auf junge mädchen haben könnte. und dann gibt es noch musik, natürlich, klar. diesmal ein stück mit saxophon und wiedererkennungswert. dabei viel spaß und ein gesegnetes wochenende.
knicken verlost 3 x 2 gästelistenpätze für die boys noize records nacht in der ritterbutzke am freitag mit folgendem programm:
flur 1: BOYS NOIZE (BOYSNOIZE REC.) A-TRAK (FOOL'S GOLD) CLP - LIVE! (BOYSNOIZE REC./SHITKATAPULT) STRIP STEVE (BOYSNOIZE REC.) SPECIAL GUEST (ED BANGER)
flur 2: SCHOWI (BASS ILL EURO/TOP FRIEND PARTY) JACK TENNIS (BERLIN BATTERY) CREATHIEF (DISCODUST/LL COOL CLUB) SIR WILLIAMS (BERLIN) COOP (SCALA)
wenn ihr häschen also noch nichts vorhabt und souverän die schlange umschiffen wollt, kurze mail an knickenberlin@googlemail.com. email 3, 6 und 7 kommen durch. ansonsten muss man nicht viel zum event selbst sagen, es handelt sich um für sich selbst sprechende qualität: boys noize ist wieder in der stadt und bringt eine kleines labelshowcase mit. strip steve und a-trak sind auch mit an bord, ein bisschen ed banger plus liveact. voll auf die hanse. oder so.
als kleinen teaser eine colab mit siriusmo, die für die letzte boys noize remixed aufgenommen wurde. im kürze übrigens im plattenladen eures vertrauens die best of für das label des hamburgers. puren reef, mein bester.
tittsworth kills it. so sagt man zumindest unter der hand. kid sister ja eh, spätestens seit pro nails mit fame-boy kanye. zusammen gibt es jetzt ein nervöses 90s-gefeixe, das sich unter anderem auf dem neuen titts-album 12 steps wieder findet. aber eben auch hier.
b-more selbst, die fahne, die man hier gen himmel reckt, existiert dabei schon eine halbe ewigkeit. im abebbendem nurave-hype wird das gute stück aber nochmal ordentlich gehisst, mit gebläse auf minimum 1600 watt. lässt man mal den faden anschein von verzweiflung weg, kann man aber sicherlich noch diesen winter auf ekstase in oversized tees und mit lustig bedruckten schirmmützen krochen. es ist ja auch alles gold was glänzt. spätestens nach 3 runden fusel. wort drauf, ich kenn mich aus.
tittsworth neues album kann man per itunes oder beatport auch käuflich erwerben. mehr informationen gibt es auf den myspaces von kid sister und tittsworth.
hier ist ein weiterer meiner quick & dirty posts bevor das nachtleben beginnt. heute birgt die nacht einen wilden mix aus australischem auf die neun, disco, laser und der dazugehörigen schorle, morgen hat man als fan schöner frauen natürlich keine andere wahl als sich auf den engtanzfloor im picknick zu begeben. dieses heiße pflaster in berlins mitte werden unter anderem cache cache cache auf den siedepunkt spielen. ein paar infos zu der restlichen brillianz, die sich zu tanjas geburtstag im picknick einfindet, findet ihr morgen an dieser stelle.
wie bereits angekündigt spielt der australische act the presets am morgigen abend in berlin und ich bin sehr gespannt. beim joggen haben sie sich als excellentes motivations-tool erwiesen, und ich sehe keinerlei hindernisse diesen effekt auf die tanzfläche zu übertragen. wer ihr album apocalypso noch nicht sein eigen nennen kann, sollte dies ändern und kann zu dem video 'this boy's in love' schon mal mit der aufwärmung beginnen. modular präsentiert die jungs von down under im relais in der köpenickerstraße. der auftritt von juliam hamilton und kim moyes ist für 1 uhr angesetzt.
die übrigen nachtschwärmer, die von den plattentellern aus für schweißausbrüche sorgen werden, sind allesamt auch ohne das konzert der presets den besuch im relais wert. als club djs treten fetisch, ac slater von palms out sounds, unser hochgeschätzter jason forrest aka dj donna summer von der birthday party, reznik und weitere modular djs an. aber auch die derzeit allgegenwärtige mirage crew ist wieder am start und packt für euch den laser aus. emil doesn't drive, cheers chris und salto mortale lassen die feinsten discoscheiben kreisen. ergänzt wird das programm durch ein dance battle der tecktonik kids aus paris sowie eine ausstellung der modular graphics. this sounds like a lot of dancing.
freitag, 15. august im relais club köpenickerstraße 126 u-bahn heinrich-heine-straße ab 22.00 uhr
gerade flatterte obriger flyer in mein postfach und meine reaktion fügte sich nahtlos in die euphorische grundstimmung, die der besuch der copenhagen fashionweek mit den blog-ladies zum launch von two for fashion bei mir auslöste. reiseberichte zu diesem zauberhaften kurztrip findet ihr bereits jetzt aufmahrets blog f&art, bei puri von mary, bei lea und ihren lieblingen, lisa aka la lila und judith mit ihrem goldstück 'what wrong with the zoo. von mir gibt es ähnliches auf meinem zweiten blog-sprössing flannel apparel, ich musste jedoch meinen ersten text für diese meldung kurz unterbrechen: the presets are coming to berlin! das australische duo hat sich mit seinem neuen album 'apocalypso' schon lange fest auf meine jahres-topliste gepeitscht, weswegen ich es kaum erwarten kann, sie einmal live zu erleben. modular und coop präsentieren euch diesen hochgenuss am 15. august. there's no way around it.
weitere informationen könnt ihr dem flyer entnehmen. auch das begleitende line-up lässt wie immer nichts zu wünschen übriges.
manche behaupten, grindin sei so etwas wie die secret society der mp3-blogger. in teilen trifft dies sicherlich zu, aber zum einen akzeptiert grindin frauen, zum anderen tragen wir unsere pläne stets in die öffentlichkeit: so eben wurde wolfgang clement von der deutschen delegation abgeworben, damit überbleibsel der spd wenigstens in ein paar monaten noch im netz zu finden sein werden. die spd streitet sich derweil lieber noch ein bißchen weiter, denn umfrageergebnisse auf einem all-time-tiefstand haben immer noch nachrichtenwert. politikblogger möchte clement hingegen nicht werden. er brütet emsig über einer deutschen adaption von hipster runoff. clement hat blogs verstanden. weblogs werden in deutschland zwar weiterhin geflissentlich unterschätzt, wir werden aber gerade im herannahenden bundestagswahlkampf wohl noch einige hochtrabende ideen zu ihrem einsatz hören. ich gehe an dieser stelle gerne wetten ein, dass unbescholtene jungspunde der parteien sich schon jetzt in klausur darüber die köpfe zerbrechen, wie sie blogs infiltrieren können um sie im wahlkampf für die jeweilige partei auf stimmfang zu schicken. zu spät für die spd, und ebenso attestiere ich für diesen zweck den deutschen parteien gerne: it's not gonna happen. einzige möglichkeit: sie kaufen aleks und bringen in kollaboration mit discodust eine wahlkampfhymne auf den weg und flehen um die unterstützung von clements hipster blog. man sieht mal wieder, bloggen birgt jede menge spaß. vor allem sind blogs aber eine wunderbare ausrede für uns kinderlose.
das kinderthema ist auch in dieser tage in den printmedien omnipräsent. sogar der cicero, seines zeichens zeitschrift für politische kultur, macht mit dem baby-thema auf: "das neue baby-wunder." blond und blauäugig strahlt das wunderkind vom titel. ein wenig irritiert war ich weiterhin darüber, dass der cicero sich nun in touch-ähnlicher ankündigungen auf dem deckblatt bedient: wer ist angela merkels mann wirklich? die sterbe-industrie in holland; was obamas vater über den sohn verrät. das die tage erscheinende face-magazin präsentiert sich mit dem schwerpunkthema: wer kümmert sich um die kinder? nun, hier wird davon ausgegangen, dass die kleinen racker schon da sind, während der cicero uns erkenntnisse darüber liefern will, warum nun wieder so viele kinder geboren werden. im face-magazin erzählen stefan weidner, rza und mark wahlberg von ihrem engagement für kinder, weiterhin gibt es literarische leckerbissen von stefan kalbers, jan off und roman libbertz.
ich durfte hingegen zum face-magazin beitragen, weil ich noch keine kinder habe. ich kann es mir erlauben im nassen kleid durch berliner brunnen zu hüpfen, und - hier meine these zu kinderlosigkeit und blogs - stelle meine zehn kleinen lieblinge vor. mein kinderäquivalent, für das ich manchmal die nacht zum tage mache. wenn man als vermeintlicher akt der ultimativen problemlösung nach berlin gezogen ist, wird man sich früher oder später einen blog anschaffen, den man bemuttern kann. für die katze ist in der mietwohnung kein platz oder die hohe feinstaubbelastung hat unsere allergieproblematik auf die spitze getrieben; als logische folge des kindes als allgegenwärtigen style-accessoire im prenzlauer berg muss man diesen trend boykottieren. wer ist hier überhaupt noch fruchtbar, nach jahren auf raves, im berghain und in der bar25?
ich kümmer mich nicht um die kinder, sondern um knicken. das ist in der tat auch sehr zeitaufwendig, und meine augen leuchten, wenn ich sehe wie der kleine wächst und gedeiht. eine vorbildliche patchwork-familie sind jan und ich außerdem: unverheiratet, ungetauft und mit weiteren partnern. zudem war er es, der mit knicken schwanger geworden ist. wenn das kein stoff für hollywood ist.
wie dem auch sei. freitag abend ist die aus frankfurt stammende kultstätte für elektronische tagesfragen in berlin zu gast. im scala geben sich aleks von discodust, miss toats und ihre gefolgschaft die ehre. das ist natürlich kein schrulliger blogger-pflichttermin wie eine twitterlesung oder die republica, bei der zum thema frauenblogs männer schlicht aus dem raum geworfen wurden. der morgige abend im scala ist einfach eine tanzveranstaltung der extraklasse, auf der sicherlich auch ein paar blogger zugegen sein werden. im kern geht es hingegen immer um inhalte, in diesem fall um musik.
anything you need to know is here. click it, dress up and dance with us.
daniel dexter, wahlberliner und alter punkelektroniker mit wurzeln in den 80ern, beglückt uns mit seiner neusten rekonstruktionsarbeit für the fashion, eine dänische indierockband mit vorliebe für allerlei kurzklingiges. aber so ist die vorstadtjugend wohl heutzutage, kaum noch zu befrieden. anyway, freunde der registratur in münchen dürften wissen, was ihnen blüht, den berlinern sei gesagt, dass es sich um indiedisco mit einem ordentlichen schuss tamtam handelt. viel spaß dabei.
das scala hat sich innerhalb kürzester zeit zu einer der wegweisenden adressen in der berliner clubkultur gemausert. entlang des hipster-leitsatzes 'i listen to bands, that don't even exist yet', können die kids hier allwöchentlich zu den taufrischen acts abgehen, auf die der hype just hinter der nächsten ecke lauert, oder zu dem tanzen, was selbst nach einer beachtlichen zeit immer noch explosiv und glühend heiß geblieben ist. an diesem samstag beendet peaches ihre internationale dj-tour im scala und kommt in begleitung einer handverlesenen gesellschaft begnadeter geschöpfe, die über vergleichbares ekstase-potential wie die kanadierin selbst verfügen.
detaillierte informationen zu den einzelnen künstlern findet ihr auf der myspace seite vom scala; dramaturgisch gestaltet sich die nacht wie folgt:
revolte, das wohl beste, was derzeit halbwegs ungesignt in der newravefilterhousemischpoke zu haben sein dürfte, beglückten unser postfach vor ein paar tagen mit einem kleinod namens "les mecs kleenex". ob ihr vertragsstatus strategie oder unfähigkeit seitens der labelscouts ist, sei dahingestellt. diese jungs haben das potenzial, die letzten halme eines hypes abzugrasen, keine frage.
gefeatured wird das ganze von wonder, einem jungen pariser ding, das wohl sowas wie die antwort auf uffie sein soll. mit besserer haut. vielleicht. den job jedenfalls macht sie gut, so dass das ganze zu einer nummer verkommt, die man beruhigt unter poppig bis bouncy ablegen kann. viel spaß damit.
die süddeutsche zeitung widmet dieses wochenende einen artikel dem highway in die spießigkeit, in dem verena krebs von der ankunft und integration von techno-drogen in der mitte der gesellschaft erzählt und einige thesen dazu aufstellt. währenddessen kümmern sich die kreuzberger jungs von robosonic um dance entertainment für junkies, jogger und belesene anhänger elektronischer klänge. man höre und staune: das neuste baby von sascha robotti und cord henning labuhn ist ein tribut an charles bukowski. aus den staaten sind sie mit einer hand voll remixe zu ihrem track 'kaputt in hollywood' zurückgekehrt, der bereits auf ihrem debut album 'sturm und drang' erschienen ist. auch hier war literatur bereits ein prominentes thema, der gelbe reclam-einband der platte dabei nur ein optischer wink. aber keine sorge, auch ohne weiter in die lyrischen tiefen der robosonic tracks einsteigen zu wollen, sollten sie die freunde elektronischer tanzmusik garantiert beglücken. "sympathisch, ziemlich neurose- und genrefrei und trotzdem sehr modern dabei", lobt die de-bug. die berliner haben sogar politische fans. so zeigt sich grünen-politikerin julia seeliger auf ihrem blog zeitrafferin höchst erfreut darüber, robosonic für den grünen wagen der hanfparade gewonnen zu haben, die in diesem jahr am 2. august in berlin stattfindet.
kaputt in hollywood gibt es bei uns nun in drei versionen: dem original, einem mix von santiago & bushido aus der house-szene chicagos, sowie einem remix von troublemaker aus der hip hop / glitch hop szene von los angeles.
mehr zu den jungs findet ihr auf ihrer homepage, ihrer myspace-seite und bei ihrem label diskomafia. checkt ihre seiten für live-dates; in berlin und open-airs im umland trifft man die beiden diesen sommer noch öfter.
berlin woman, schneid deine haare ab und du bist frei. und wie wahr: dieser tage festigt sich die befürchtung, dass berlin in den kommenden monaten nicht mehr zur ruhe kommt. die fashion week ist unter diesen anzeichen nur ein hübsch anzusehendes, champagner verwöhntes mauerblümchen, dem man sich leicht entziehen kann. vielmehr nagt der politische habitus der stadt merkbar stark an dem gefühl, in einer hauptstadt zuhause zu sein.
das politische sommerloch, das kurz nach der konstituierung der bloßen koalition begann und von da an lediglich zäher und bornierter wurde, labt sich an reibereien über die politische eventkultur. die regelmäßige kommentierung über die seelische und sportliche form vom schweini & poldi durch angela merkel scheint nur noch eine frage von wochen, und mit vergleichbar trügerischer vehemenz, wie die spitzenpolitiker derzeit über eine legitimation eines berlin besuchs von barack obama und die platzierung seiner bühne streiten, ist ihre stille hoffnung auf ein foto mit dem amerikanischen präsidentschaftskandidaten. denn solch ein schnappschuss wäre für jeden deutschen politiker samt partei hinsichtlich des unmittelbar bevorstehenden deutschen wahlkampfs eine größere stütze als ein bild mit bush, sarkozy, ein besuch bei der fashion week, den wagner-festspielen oder im fußball-stadion. für obamas rede sind bereits großleinwände auf einer art fanmeile im gespräch - zu gute kommt das nicht nur ihm. hätte er nur ein paar wochen gewartet, hätte man ihm auch die o2 world anbieten können. vielleicht wären dann sogar bundespolitiker in die diskussionen um mediaspree in 'ihrem' berlin eingestiegen. die entstehung der baupläne, der debatte und der umgang mit der problematik von seiten der landesregierung und dem bezirk behält weiterhin einen absurden touch und zaubert auch fragezeichen auf die stirn von nicht-berlinern.
die knut-nachfolge, ameisenbär adolpho, hat tragischerweise nicht genügend kindchenschema gefrühstückt, um die berliner und übrigen länder so weit abzulenken, damit sie das politikfeld slapstick geflissentlich ignorieren. im stukenbroker safari park warten zwar sieben weiße löwen-babies auf die liebe debiler weibsbilder, ausreichend sollte aber auch das nicht.
nun haben unsere hamburger freunde von saint pauli und the coconut wireless wie auch beim letzten mal eine lange vorrede genossen, die mit ihnen nur sehr entfernt zu tun hat. doch hätten meine finger sich auf den tasten nicht kurzerhand verselbstständigt, hätten sie gar kein vorwort bekommen, denn ich bin gerade dabei die musik rauszuhauen, die sich in den letzten tagen in meiner mailbox gestapelt hat. die fashion week überlasse ich gerne julia, jessie, mary, mahret sowie den anderen fleissigen fashion-bloggern; wir bieten hier ein kleines alternativprogramm für die ohrenbekleidung. zur lektüre empfehle ich den text willkommen im kindergarten! von thea dorn, der besonders für alle, die sich in berlin und anderswo vom rauchverbot gegängelt fühlen, sehr erquickend sein wird:
"rauchen ist tödlich, so lassen sie die zigarettenschachtel zu uns sprechen. fünfmal täglich obst und gemüse, predigt es von der plakatwand herab. deutschland bewegt sich. in der tat: deutschland bewegt sich. und zwar in richtung kindergarten. noch sind wir nicht so weit, dass wir uns von mutti staat das pausenbrot schmieren lassen. noch darf der dicke tom weiter butterstulle mampfen und die dürre tanja an ihrem Apfelbutzen nagen. noch darf jutta jeden abend zwei flaschen rotwein trinken und jörn an seinem joint ziehen. doch der selbst verschuldete wiedereintritt des menschen in die unmündigkeit hat begonnen."
01. the count and sinden: beeper (a-trak rmx) 02. boys noize: oh (a-trak rmx) 03. caracho: in hamburg sagt man ja ja (saint pauli rmx) 04. martin solveig: c'est la vie (bloody beetroots rmx) 05. b52s: juliette in the spirits (saint pauli rmx) 06. mika: lollipop (yuksek rmx) 07. busy p: to protect and entertain (crookers rmx) 08. sarah walker: punani (the coconut wireless rmx) 09. audioporno: choo choo (bloody beetroots rmx) 10. egotronic: raven gegen deutschland (saint pauli rmx) 11. love&police: computermusik 12. pnau: baby (breakbot remix)