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5/14/2009

die wahlkampfarena



ok, wir waren immer eher den weichen themen zugewandt. ich zumindest. tessa hat ja schon des öfteren ihr feministisches herzblut, ich ab und zu meinen ärger über die bahn durchblicken lassen. jetzt aber haben tessa und ich dabei geholfen ein neues baby ans licht der erde zu führen. das ist mitunter auch der grund - neben meiner abschlussarbeit - warum es hier etwas still wurde.

jetzt also machen wir ernst, politik und so. der altkluge küchenstaatsmann in mir wurde schon lange nicht mehr ausgelebt, war angestaubt und mit wodka red bekleckert. es hat mir aber sehr viel spaß gemacht - das tut es immernoch -, diese grauen zellen meines hirns wieder aufleben zu lassen. und jetzt ist sie eben da: die wahlkampfarena.

vermutlich wird sie der größte online-stammtisch deutschlands, mit zig meinungen, die sich jeweils für wichtiger halten als die andere. provokativ soll sie sein, politiker, hobbyphilosophen und diejenigen, die es schon immer besser wussten als jürgen klinsmann bzw. angela merkel, sollen sich hier die finger verbrennen.

wie auch immmer, ich finde die idee klasse, weil sie einer vergessenen wählerschaft die politische debatte wieder ein bisschen näher bringt: den onlinern, die wir nun mal sind. irgendwie. und vielleicht haben wir inzwischen auch genug mp3s gehört und lustige bildchen von schuhen gesehen. vielleicht (vermutlich) auch nicht. ein blick zur seite jedenfalls hat zumindest mir nicht geschadet.

wenn ihr lust habt, schaut rein, macht es euch bequem und diskutiert ein bisschen mit, stellt fragen, präsentiert eure meinung. versteht es als spielart, nehmt es ernst, tut das gegenteil, wie ihr wollt. nach zensursula jedenfalls kann es nicht falsch sein, ein bisschen radau zu schlagen.

mehr infos findet ihr auf der startseite der wka, die faq hier und mehr zu meinem sexy arbeitgeber hier. einen heissen dank auch an die wildcards, die das alles erst möglich gemacht haben.


2/11/2009

vom wohlfühlfaktor im weiblichen wahlkampf


kinder, es hätte so schön sein können. und sie so zahlreich. die kinder.

übermutter ursula befand sich auf dem besten wege die legislaturperiode als heilsbringerin der überalternden gesellschaft zu beenden. elterngeld, mehr kitas, treu sorgende väter auf großen plakaten und weitere kampagnen mit glucksenden, satten und süßen kleinkindern. kinder, so weit das auge reicht. das war die vision. die zielsetzung einer mutter von sieben kindern, die in ihrer kommunikativen vermittlung jungen frauen nahe legte, ein baby und besser ganz viele seien ihre vaterlandspflicht. die passenden väter dazu gab es ja auf den plakaten. das wickelvolontariat debütierte kurz als verbaler spielball der medien, zeigte aber gleichsam karikierend, dass eine ernsthafte involvierung der väter in erziehung und ihre gleichberechtigte freistellung vom beruf eine realitätsferne idee war, die besonders in frau von der leyens schwesternpartei csu eher mit einem höhnischen lachen als einem mildes lächeln bedacht wurde. die familienfreundliche babykampagne flankierte die bundesfamilienministerin dann mit progressivem einsatz für eine werbung der faz. sie versteckte sich hinter der zeitung während sie in einem meer von weißen, flauschigen kaninchen saß.
wie die kaninchen, liebe bürger, ich schau auch kurz weg, doch mehret euch. das war die vision.



ob frau von der leyens brutplanung am ende des tages die kurven der frauen und geburtstatistiken signifikant beeinflusst hat, wird kaum zu sagen sein. zu zahlreich sind die intervenierenden variablen, zu dünn ist das konzept des elterngeldes als anreiz zur familienplanung zu fungieren. dabei werkelte das das bundesministerium für familie, senioren, frauen und jugend so emsig am deutschen kindersegen. so emsig, dass sich die jugend sido, die drogenbeauftragte der bundesregierung sabine bätzing und herrnkoch teilen durften, die senioren als best ager von werbeagenturen und als pro ager von dove betüddelt wurden und mädchen in sachbuch und prosa die gleichstellung der frauen und emanzipation voranpeitschten. die arbeitsteilung funktionierte. sie sollte theoretisch funktionieren. denn wenn die jugend erfüllt ist mit tugend, die omas und opas die besseren kitas sind und die frauen von morgen die männer von heute, segnet uns ein babyboom. das war die vision. dann kam die krise.



weder ist die plakatierung mit aktiven vätern noch das vorleben der perfekten großfamilie durch die vermehrungsministerin selbst der schlüssel zu einer kinderreichen gesellschaft, noch wird das schwächeln der konjunktur als maßgeblicher grund anzuführen sein, dass die graphik der geburtenentwicklung weiterhin einen traurigen eindruck machen wird. die beiden relevanten einflussgrößen, politik und popkultur (als maßgeblicher feministischer motor), haben das frauen- und familienbild sowie die tatsächliche situation nicht in eine richtung schubsen können, die den familiengründungswillen fördert.

politikerinnen, feministinnen, frauenrechtlerinnen und die dazwischenquatschenden männer fördern zunächst willkürliche weibliche stereotypen, die wiederum unter frauen neid, konkurrenz und feindschaft, aber wenig gemeinschaft und solidarität stiften. frau von der leyen will passionierte mütter, gerne mit beruf und karriere, die gleichsam ihren mann zum aktiven vater erziehen; leidenschaftliche mütter werden verachtet von frauen, die unter der fixen idee karriere zu machen wie ein mann vergessen, dass sie keiner sind und sich dennoch aufplustern wie ein hahn, obwohl es anders ginge; mütter konkurrieren auf dem spielplatz mit teuren kinderwägen, schönen kindern und pädagogischem halbwissen; hinter jeder entscheidung, sei es die kinderlosigkeit, sei es beruflicher erfolg, sei es ein einzelner sohn oder eine fünfköpfige rasselbande, wird unfreiwilligkeit, unglück, unfähigkeit oder das abkommen von der eigentlichen lebensplanung vermutet.

politik und insbesondere politikerinnen versagen in dieser hinsicht die verschiedenen facetten des frauseins zu vermitteln und anzuerkennen. besonders jungen frauen fehlen innerhalb der politischen landschaft identifikationsfiguren. was jungen frauen durch den kopf geht, wenn sie in zeitung und den politischen talk im fernsehen schauen, wenn sie sehen, wer neuer bundeswirtschaftsminister wird, das ministerium als politisches ressort, in dem gleichstellung besser aufgehoben wäre als im dem für die glückliche familie, illustriert vielleicht christine eichels kommentar, den sie zur erpressung von susanne klatten im cicero schrieb:


"es bedarf nicht allzu viel fantasie, um sich vorzustellen, welchem genre die männer angehören, die eine frau der klatten-liga bei vorstandssitzungen, societypartys und golfturnieren trifft. sie erlebt die öde selbstgefälligkeit gestandener herren, die sich mithilfe routinierter beeindruckungsprosa in bewunderung sonnen wollen. ungefragt geben sie anekoten aus dem allzu umfangreichen repertoire ihrer heldengeschichten zum besten. frauen sind ihr Publikum, ihr spiegel, ihre claque."


also gehen wir fremd. und die "öde selbstgefälligkeit" kann derart starke ausstrahlungskraft haben, dass falls das politische von frauen nicht bereits abgestoßen bei seite geschoben wurde, sie sich nicht ausschließlich thematisch orientieren, sondern auch dort politisch sammeln, wo frauen sichtbar sind, mitentscheiden, und nicht als hübsche dekoration und alibi auf den billigen plätzen drappiert wurden. der anteil der frauen, der sich als emazipiert begreift, unabhängigkeit und berufliches fortkommen schätzt, steigt nachweislich gleichsam mit dem wachsenden interesse an politik und der aktiven teilhabe daran.

dass dies spitzenkräften wie franz müntefering (spd) erst kurz vor wahlkampf einfällt und er schwammig formuliert: "wir müssen auch darüber sprechen, warum relativ wenig frauen in führenden positionen sind. ist es zum beispiel sinnvoll, etwas zu tun, was in vielen Parteien lange gedeckelt worden ist? klammer auf quote klammer zu. manchmal muss man auf zeit solche instrumente anwenden, um ein ziel zu erreichen.” dies kritisiert heide oestreich in der taz zurecht: "einer partei fällt nach zehn regierungsjahren auf, dass man ein gleichstellungsgesetz brauchen könnte? derselben partei, die vor acht jahren dieses gesetz bereits vorgelegt hatte und es dann selbst per kanzlerdekret wieder einkassierte?" den vorsprung, den oestreich der union im weiblichen wahlkampf attestiert - "wenn münterfering gegen die strahlkraft, die von der leyen und merkel allein durch ihre anwesenheit erreichen, etwas ausrichten will, wird ein bisschen quotengemurmel nicht ausreichen" - sehe ich allerdings nicht.

frau von der leyen repräsentiert auch nach haarschnitt nicht den modernen frauentyp noch die Politikerin, der junge wählerinnen begeistert und inspiriert. wer einen kreativen ansatz zum thema gleichstellungspolitik aus dem zuständigen ministerium sehen möchte, dem sei ein blick in den medienkoffer "frauen und männer - gleich geht´s weiter" empfohlen. dazu staatssekretär gerd hoofe: "wenn schülerinnen und schüler zum beispiel sehen und hören, wie breakdance-kids über gleichstellung denken oder selbst aufgefordert werden, einen rapsong zum thema zu machen, setzen sie sich intensiv mit ihren zielen und dem eigenen rollenverständnis auseinander. das hilft den mädchen wie auch den jungen dabei, ihren eigenen weg zu gehen - in beruf und familie." ich vermute, nein ich weiß, dass dieser koffer bei den schülern der 9. bis 12. klasse, für den er vorgesehen ist, für spott sorgen wird, aber nicht zum nachdenken.

angela merkel wird nun abermals im wahlkampf nicht als frau, sondern als neutrum in erscheinung treten. niemand fordert flammende feministische reden. ein bekenntnis zum frausein bedarf keinen staatsakt. ein frauenfreundlicher wahlkampf bedarf aber auch keine babys auf wahlplakaten. frauen bedürfen keine karrieren nach männlichen mustern, aber nach ihren eigenen.

liebe ursula, liebe angie, die frauen von morgen werden weder die mütter, noch die männer von gestern und heute sein. der wohlfühlfaktor im weiblichen wahlkampf wird schmerzlich vermisst.


12/28/2008

botox und bilanzen



bilanzen und eine kritische rückschau mögen in der finanzwirtschaft ihre berechtigung haben, und sollten sicherlich rigoros getroffen werden, wenn im nächsten jahr aus all unseren fähigen volksvertretern eine neue bundesregierung zusammengewürfelt wird. vor allen dingen sollte der blick auf den wahlzettel aber vorausschauend und mutig geworfen werden. den alten zeiten hinterhertrauern ist für und und unsere kandidaten das falsche rezept. wie viele andere stimmen den öffentlichen lebens klagen diese immer noch darüber, dass die zeiten sicherer koalitionsbildung vorbei sind, anstatt sich den herausforderungen des wandels im parteiensystem zu stellen. die cleavage-theorie greift auch 2009 maximal für eine annäherung an angela merkels modischen gehversuche zu den wagner festspielen oder dem bundespresseball.

die park avenue wird sich nicht mehr darüber wundern, die vanity fair in gewohnt dilettantischer weise. doch was kommt? bei knicken schauen wird nach vorne; schaut euch gerne die jahrescharts an anderer stelle an. über die tag cloud könnt ihr euch zudem einfach durch all das, was schön und mit einem funken popkultureller relevanz versehen war, schnell navigieren. der winter plätschert weiter; die lackleggins halten die mädchenbeine warm, aber auch im angesicht dieser ästhetischen grausamkeit darf die verliebtheit der kalten jahrestage ähnlich heftig klopfen wie im dritten frühling. das war auch wohl der eine grund, warum es bei knicken in den letzten wochen etwas ruhiger verlief. die anderen liegen in der flut exzellenter musik, die noch zum jahresende an die oberfläche trieb, und die friedliche und fruchtbare koexistenz von web- und printmedien. zwei musikalische auswüchse von gefühlt bedeutsamen rang und ein mediales schätzchen habe ich heute ausgewählt, auf deren schultern ich ins neue jahr blicken möchte. zum einen wäre da die school of seven bells die mein herz von brooklyn aus erobert hat und deren vorstellung ich mit einem interview bei lost at e minor beschließen möchte. ihr album alpinisms gehört so fest zu knickens musikalischem winter-repertoire wie die kirche ins dorf.


school of seven bells - i am under no disguise (dl) (ysi)





auch deutsche klänge melden sich im januar zurück. die berliner band klez.e hat in den vergangenen monaten ein album aufgenommen, das an bombast kaum zu überbieten ist. ein 20köpfiges orchester und 40 sängerinnen und sänger unterstützten die band bei ihrer platte 'vom feuer der gaben', die mit ihrer veröffentlichung am 30. januar 2009 einen maßstab im deutschen indie setzen wird, dem die branche für einige zeit hinterherhecheln dürfte. die erste single-auskopplung 'wir ziehen die zeit' erscheint bereits am 2. januar bei loob musik. ich habe als prelistening 'madonna' für euch ausgewählt. zudem empfehle ich euch ein von robert stadtlober hervorragend geschriebenes portrait über sänger tobias siebert, zu finden an dieser stelle.


klez.e - madonna





aber nun zu den schriftstücken: print ist tot, studivz sowieso und an blogs glaubt deutschland auch nicht. so weit, so gut. ich habe knicken die letzten monate nicht besonders gehegt, mein modischer mädchenblog flannel apparel könnte auch besser im futter sein, doch das alles hat einen grund. ich habe in den letzten monaten bei der wochenzeitung freitag an deren neuem erscheinungsbild gefeilt. anfang februar ist es soweit. die website, die zur zeit noch mittelalterlich anmutet wird in etwa einem monat einem onlineauftritt weichen, der vielleicht den zeitgeist der so genannten web 2.0-generation trifft, ohne dabei inhalte zu vernachlässigen. wer eine wirkliche alternative zu der qualität der deutschen printmedien im netz sucht, wen das zum boulevard verkommende spiegel-online erschaudern lässt, wer ein medium sucht, das das netz nicht als untergang der abendländischen kultur verschreit, wer lechzt nach neuen und frechen ideen, sollte den freitag im auge behalten. mein engagement beim freitag zeigt außerdem, dass die investition von liebe und zeit in ein kleines weblog - sei es nun zu musik, mode oder mädchenkram - mehr wert sein kann als praktikum nach praktikum in großen medienhäusern oder die freie journalistische tätigkeit für die lokalzeitung in der heimat. wer knicken liest, wusste das im zweifelsfalle schon, doch vielleicht ist es an dieser stelle noch einmal zeit dafür jan dafür zu herzen, dass er mich ins kalte und unbekannte wasser des bloggens schmiss, und ich irgendwann wieder wusste, dass ich zu recht irgendetwas mit medien studiere, auch wenn ich all mein rüstzeug für das leben in diesem dschungel abseits der uni erworben habe. eine weitere ausführung und liebeserklärung ans bloggen findet ihr hier.

danke, für dieses charmante jahr.



12/06/2008

a husband in paris

oder die große koalition als scheinehe


Shahab, Kellner und Kunsthändler – Pont Neuf, July 2007


Gabriel, Maître D’ – Brasserie Balzar, September 2007


Sébastien, Redakteur – Bastille, July 2007


Pierre, Anwalt – Pont des Arts, July 2007


Pierre, Architekt – Rue de Buci, August 2007

kalkül und liebe. vermutlich enger verflochten als das wortpaar nebeneinander gestellt vermittelt. nicht nur auf zuneigung basierende beziehungen, eltern-kind- konstellationen und gehorsame schoßhunde operieren an vielerlei ansatzpunkten mit berechnenden gedanken - meist noch bevor die liebe da war, und immer noch, wenn sie sich bereits verflüchtigt hat - kalkül und liebe haben ebenso in der politik ihren festen platz.

kalkül, so schreibt philip grassmann im aktuellen freitag, sei stets angela merkels präferierte strategie gewesen, verhalf ihr zum aufstieg innerhalb der "männerpartei cdu", führte sie als erste kanzlerin ins amt. belohnt wurde diese taktik mit liebe, oder um im duktus von politischer tuchfühlung zu bleiben: mit beliebheit. frau merkel flogen die herzen entgegen, die krone der politischen charts, die nackenmassage von george bush. die temporäre ehe von cdu/csu und spd mit liebe zu füllen vermochte frau merkel hingegen nicht. die große koalition ist dabei keine gescheiterte ehe, in der partner sich dulden, viel schweigen und die wenigen entscheidungen des alltags auf dem kleinsten gemeinsamen nenner treffen: sie war stets scheinehe. das bündnis der derzeit regierenden parteien besaß nie einen funken liebe, den koalitionen bisweilen versprühen - mit dem partner flirtend, zumindest zu anfang das feuer einer affäre verspüren. wie auch für die meisten scheinehen üblich verwaltete die große koalition ihre zweisamkeit und das land, ohne zu gestalten, ohne fruchtbar zu sein, ohne kinder. der zweck der liaison galt vorrangig dem verbleib an der spitze des machtgefüges, so wie die ehe als schein dem gatten oder der braut den aufenthalt im land garantiert.

man muss kein experte sein, um prognostizieren zu können, dass ein wahlkampf im stil von barack obama hierzulande vorrangig an fehlender leidenschaft, liebe und charisma scheitert und erst danach an den völlig verschiedenen rahmenbedingungen. nicht nur die linken scheitern daran, dass sie die herzen der menschen nicht mehr füllen können, wie jakob augstein vor kurzem schrieb: auch die großen parteien werden hart daran zu knabbern haben, dass inhaltliche aussagen alleine nicht ausreichen werden, um dem wahlkampf ein wenig glanz zu verleihen und dementsprechende effekte zu erzeugen. nach drei jahres des merkelschen zauderns verblasst die begeisterung der deutschen wähler über ihre kanzlerin merklich, schwächt nicht nur ihr eigenes ansehen sondern auch die union und könnte zu dem führen, was philip grassmann zu bedenken gibt: "eine geschwächte kanzlerin ist für franz müntefering und frank-walter steinmeier die beste voraussetzung für eine neuauflage der großen koalition nach der bundestagswahl im kommenden herbst". es ginge weiter, mit wenig feuer.
dabei scheint es fast bizarr, dass die partei, die den wert der ehe hoch ansiedelt und sie homosexuellen paaren weiterhin verwehren möchte, durch eine farblose kanzlerin in einen weiteren turnus eines ehebündnisses geführt wird, in dessen charta die infertilität eingraviert ist.

die fotografin katarina radovic hat sich der natur der scheinehen auf der künstlerischen ebene genähert. für ihre fotoreihe 'a husband in paris' übernahm sie selbst die rolle einer jungen frau, die sich in paris auf die suche nach einem mann begibt, der mit ihr eine scheinehe eingehen würde, um ihr den aufenthalt im land zu ermöglichen. sie sprach die männer zunächst mit diesem anliegen an, um sie kurz darauf über ihr eigentliches vorhaben aufzuklären: die fotografische inszenierung eines scheinehepaares. auf diese weise entstanden portraits von männern unterschiedlicher berufszweige mit der vermeintlichen frau fürs leben. portraits von ehen als verwaltungsakt.

"The aesthetic complexity of these staged images surpasses the strictly political aspects and stretches to romantic relationships between possible marriage partners as well as the seduction of the young woman who, in her appointed role, does not hide that she is "in the hurry"."

die vollständige serie findet ihr bei lensculture mit weiteren ausführungen der künstlerin. katarina radovic und paris bieten hier die zweisamkeit als bühnenstück als variante der scheinehe, die mehr glück, romantik und weitaus mehr perspektive als eine große koaltion verspricht.


10/22/2008

mehr make-up im wahlkampf


is there anything more fun than election campaigning? und nun stelle dir vor, da kleben sticker mit kurt beck als illustration. nun, aus diesem grund wurde zwar nicht frank-walter auf seinem sitz installiert, aber so farbenfrohe unterstützung wird kein deutscher kandidat im nächsten jahr im wahlkampf erhalten, und daher darf man auch als deutscher den amerikanischen wahlkampf mit großen augen und einer menge enthusiasmus - und sei es nur für den kreativen output den dieser hervorruft - verfolgen. visual evasion hat die 50 schönsten plakate für barack obama zusammengestellt. und klick!






10/11/2008

david choe for obama



david choe für barack obama. mehr politisches in kunst gegossen gibt es bei design for obama.