noch vor wenigen tagen wussten die beiden
spendeneintreiber des schlechten gewissens zielsicher den nerv zu treffen, der die diskoschorle vom vorabend in wallung bringt. dass man dann noch
bob geldofs visage in dauerrotation auf phoenix sehen musste, brachte wohl auch das fass einiger spiegelschreiberlinge zum
überlaufen, denn endlich nahm sich die informationsquelle der
generation latte/wlan einer unter witschaftsstudenten schon länger bekannten the- bzw problematik an: der wirtschaftshilfe und deren effizienz.
es sind sänger wie
bono, nominell soziale politiker und die werbebranche, die ein lohnenswertes
geschäftsfeld für sich entdeckt haben, ein geschäft das auf unwissenheit und einer jugendliebe namens
daktari basiert. und so spenden jahr für jahr unwissende mütterchen aus hamburg hamm, birkenstockausgerüstete kleinfamilien aus dem
scheidungsgürtel, lobbyisten und personen des öffentlichen lebens für eine maschinerie, die sich selbst befruchtet, in die des korrupten afrikas.
dass hierbei völlig unerheblich ist, dass wirtschaftswissenschaftler seit jahren
darauf hinweisen, dass die wirtschaftshilfe alles andere als förderlich ist, sondern im gegenteil einen
kontinent lähmt, in dem in einen kaputten apparat investiert wird, anstatt strukturen aufzubrechen, ist nur auf den ersten blick verwunderlich. denn dass weder geldof noch bono sowie der durschnittswiiplayer ein interesse daran hat, dass es afrika wirklich besser geht, wird spätestens dann klar, wenn man sich neben snoop dogg zujubelnden teenies mit
palifeudel auf ein einem
live8-konzert wiederfindet.
dass jenes bier, das man mit dem gewissen trinkt etwas gutes zu tun, am bestes schmeckt, war hamburgern schon 1997 mehr als bewusst, als es darum ging, die schließung der in
st. pauli beheimateten
bavaria brauerei wirkungsbewusst zu verhindern. immerhin
astra konnte gerettet werden. das klingt ja schon beinahe wie afrika. und allerspätestens nach fünf davon fällt es auch nicht mehr sonderlich schwer
ein bis zwei augen zuzudrücken.