6/12/2007

schneewittchen b.i.g.


französischer hiphop, den man knuddeln kann, das ist, was uns teki latex und seine posse um ttc mit ihren 2 neuen alben präsentieren. der leicht untersetzte rapper erhält hierbei unterstützung von seinen französischen kollegen tido und cuizinier, sowie den produzenten tacteel, para one und modeselektor. letzterer sollte zumindest bei berlinern einen gewissen aha-effekt auslösen. wer der französischen sprache mächtig ist, sollte sich jedenfalls mit dem von den fluokids geführten interview verköstigen. falls dem nicht so ist, französisch klingt auch so sexuell. vor allem mit beats. mehr dazu hier.

genau mit denen kennt sich auch tepr sehr stark aus. der bis jetzt mit viel zu lauer aufmerksamkeit gesegnete dj jagt mit en direct de la cote ein album an den markt, das sich hinter denen der einheimischen größen nicht verstecken muss. vor allem für zeitgenossen, die glauben, dass french house noch 2-3 jahre hat, empfehlenswert. mehr audiovisuelles hier.


die verlorene ehre der paris hilton

was soll man dazu sagen? oder: soll man dazu was sagen? fest steht, dass paris in dem hin und her zwischen panoptischer gefängniszelle und mehr er- als tragbarer fußfessel zum spielball boulevardesker willkür wird. [der haft-ticker der bunten sei hier auch nur beispielhaft erwähnt.] klar geht das alles jedenfalls auf keinsten. zur erinnerung an bessere zeiten lohnt es sich den clip bis zum ende zu schauen. honeybunnies need its natural habitat, too.



vincent gallo - honey bunny


6/11/2007

africa, who's gonna ride your wild horses?


noch vor wenigen tagen wussten die beiden spendeneintreiber des schlechten gewissens zielsicher den nerv zu treffen, der die diskoschorle vom vorabend in wallung bringt. dass man dann noch bob geldofs visage in dauerrotation auf phoenix sehen musste, brachte wohl auch das fass einiger spiegelschreiberlinge zum überlaufen, denn endlich nahm sich die informationsquelle der generation latte/wlan einer unter witschaftsstudenten schon länger bekannten the- bzw problematik an: der wirtschaftshilfe und deren effizienz.

es sind sänger wie bono, nominell soziale politiker und die werbebranche, die ein lohnenswertes geschäftsfeld für sich entdeckt haben, ein geschäft das auf unwissenheit und einer jugendliebe namens daktari basiert. und so spenden jahr für jahr unwissende mütterchen aus hamburg hamm, birkenstockausgerüstete kleinfamilien aus dem scheidungsgürtel, lobbyisten und personen des öffentlichen lebens für eine maschinerie, die sich selbst befruchtet, in die des korrupten afrikas.

dass hierbei völlig unerheblich ist, dass wirtschaftswissenschaftler seit jahren darauf hinweisen, dass die wirtschaftshilfe alles andere als förderlich ist, sondern im gegenteil einen kontinent lähmt, in dem in einen kaputten apparat investiert wird, anstatt strukturen aufzubrechen, ist nur auf den ersten blick verwunderlich. denn dass weder geldof noch bono sowie der durschnittswiiplayer ein interesse daran hat, dass es afrika wirklich besser geht, wird spätestens dann klar, wenn man sich neben snoop dogg zujubelnden teenies mit palifeudel auf ein einem live8-konzert wiederfindet.

dass jenes bier, das man mit dem gewissen trinkt etwas gutes zu tun, am bestes schmeckt, war hamburgern schon 1997 mehr als bewusst, als es darum ging, die schließung der in st. pauli beheimateten bavaria brauerei wirkungsbewusst zu verhindern. immerhin astra konnte gerettet werden. das klingt ja schon beinahe wie afrika. und allerspätestens nach fünf davon fällt es auch nicht mehr sonderlich schwer ein bis zwei augen zuzudrücken.


6/08/2007

tischör vs. bürojunge

es gibt nicht so viele djs in dieser republik, die man derartig breitgefächert buchen kann, dass sowohl anzugluftpumpen auf exklusiven b2b parties mal die prada krawatte lockern, aber auch eine "dreckige credibilitygeile crowd" in kellerlöchern zum ausrasten bringt. eine dieser wenigen ausnahmeerscheinungen ist dj shir khan, er schafft den spagat zwischen (bastard-)pop, elektronik und undefinierbarem.

umtriebiges kerlchen, das er ist, kommt er nicht nur mit seinem eigenen shit an den start, betitelt: exploited, sondern re-mixed auch für die trendlabels dieses planeten diverse bands im neuen funky gewand ab. ein besonders hörenswertes beispiel ist sein KICK ASS "office boy" remix im original von: bonde do role. aber lauschet selbst:

link

thanx to discodust.blogspot.com for this amazing soundlinkhint!


6/05/2007

we need a grrrl riot!



da sex und rock’n’roll schließlich mit männern und frauen zu tun hat, nimmt kerstin grether sich der sache an. ihr neues werk "zungenkuß" vereint musikjournalistische leckerbissen zu einer großen erzählung, die immer weiter gehen, als bloße rezensionen, konzertberichte oder interviews. Ihre fesselnde mischung aus popliteratur, gesellschaftskritik und musikgeschichte erhält den letzten schliff durch eine menge humor, selbstironie, fantum, ein bisschen feminismus, magersucht, und der definition von süß. gonzales auf politischen plateau-schuhen, saufen mit nick cave und ihr plädoyer für schwache nerven sind nur drei höhepunkte eines turbulenten ausflug in die magische welt des pop.

zungenkuß. du nennst es kosmetik, ich nenn es rock’n’roll. musikgeschichten 1990 bis heute.
soeben erschienen im suhrkamp verlag.

zur release gala am 7. juni im n.b.i. (einlass 20 uhr, beginn: 20.30 uhr) lesen die musikhelden aus zungenkuß texte mit, kommentieren und spielen eigene songs. im fliegenden wechsel haben sich angekündigt: thees uhlmann (tomte), jana pallaske (spitting off tall buildings), sandra grether (doktorella), britta, patrick wagner, laura osswald ("verliebt in berlin") u.v.m.

hingehen, ihr bräute von heute! - denn: ein bißchen musikgeschichtliches wissen ist definitiv heißer als ein perfekter lidstrich.


6/04/2007

gui boratto - beautiful life (video)


der fantastische neotrance frühlingshit des brasilianischen techno-exportschlager gui boratto bekam ein nettes video verpasst. hier und da trällerte einem der tune ja schon seit ein paar monaten entgegen und sorgt für euphorie und kreischende mädels. nun steht dem endgültigen durchbruch wohl nix mehr im wege. jetzt nochmal ordentlich dazu abfeiern, denn im september kann das bestimmt niemand mehr hören...


kerner koks nutten


wer es letzten donnerstag verpasst hat, sollte es schleunigst nachholen: bushido bei kerner. dass der sogenannte berliner rüpelrapper mit bonner und tunesischen wurzeln nicht komplett blöd ist, ahnte man ja schon länger. bei herrn kerner zeigte er sich als eloquenter gesprächspartner und fand mit sky du mont einen neuen freund. letzterer saß neben ihm und beobachtete bushido mit einer mischung aus be- bzw. verwunderung. festzuhalten bleibt, dass sich bushido geschickt aus der affäre zog und keinem der von j. baptist kerner oder der cdu-lokalpolitikerin stefanie strasburger gestreuten und doch etwas plumpen vorwürfen auf den leim ging. bei all der berechtigten kontroverse: respekt.

das ganze kann man sich bequem hier anschauen. mehr über bushido hier, hier oder hier.


die registratur macht dicht, aber macht sie wirklich dicht?

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

eine traurige news traf in den vergangenen wochen alle ambitionierten münchener tanzfluraktivisten: die registratur - einer der wenigen clubs, die in der bayrischen landeshauptstadt ohne schampus- und schicksenschnickschnack auskam und mit einem immer kompakten und gutem lineup, selbst verwöhnte berliner minimalisten zu überzeugen wusste - soll ende juni die lichter ausmachen. am letzten wochenende gibt es daher ein großes farewell-tamtam mit größen wie omar s., ellen allien und ewan pearson. die countdownuhr tickt bereits auf deren homepage. man inszeniert das ende im großen stil, dies verwundert bei der eher lahmen clubfluktutation auch eigentlich nicht. dennoch wird zwischen den zeilen wieder viel gemunkelt: macht sie nun wirklich dicht? haben sich die macher des ladens endgültig verkracht? handelt es sich um ein ende ohne wirkliches ende? ein teil der bajuwarischen community scheint bereits versöhnt, denn im september, also pünktlich zu der wiesn soll es wieder los gehen. just rumors you know. dann kann man hoffentlich wieder u.a. pappgitarren in der zombocombo zerstören. ergo: erstmal brav alles geld verprassen, denn: alles wird gut, spatzl!


der da oben: the boss of it all


lars von trier hat ideen. und wenn er diese umsetzt, dann regt sich was in der kinolandschaft. nicht immer positives, aber was man ihm nicht vorwerfen kann, ist, dass sein kino nicht bewegen würde. nach etlichen experimenten, dogma und seinem ausflug in die welt des radikal ausradierten theatherkinos a la dogville nun also automavision.
automavision ist ein verfahren, bei dem computergesteuert der filmausschnitt nach dem zufallsprinzip festgelegt wird. soweit die graue theorie. bewundern lässt sich das ganze in 'the boss of it all', einem film, der überraschenderweise eine komödie ist. in dieser engagiert ein windiger manager einen schauspieler, um eben diesen seiner firma als strippenzieher, der bis jetzt nur im hintergrund die fäden gesponnen habe, zu präsentieren. das ganze ist - wie könnte es anders sein - eine kapitalismuskritik, die von ihren komischen momenten lebt.
der film floppte in amerika, was aber nicht weiter verwunderlich ist. allerdings hielten sich auch die kritiker mit lob vornehm zurück, im gegensatz zur internetgemeinschaft, die durchaus positiv bewertete.
vor 2 monaten lief der film in der schweiz und damit das erste mal im deutschsprachigen raum an. wann er wirklich hierzulande in die lichtspielhäuser kommt, bleibt abzuwarten. allerdings machte von trier in letzter zeit wieder schlagzeilen - der kontroverse regisseur wurde in eine kopenhagener psychatrie eingeliefert - so dass man der logik des marktes folgend davon ausgehen kann, dass dieses kleinod publicitywirksasm deutsche programmkinos in kürze erreichen sollte. und abgesehen davon bräuchten gerade jetzt die in den medien viel gescholtenen g8-gegner doch auch mal wieder etwas, was a. wirklich mit systemkritik zu tun hat und sie b. mal wieder zum lachen bringt.

trailer und homepage


6/01/2007

skins, tv in pubertärer extase



am spreewaldplatz schon länger "the thing", ist es nun an der zeit, fernsehdeutschland darüber aufzuklären, was die englische jugend in ihrer sparetime so treibt. skins heisst die channel4-serie, die einblicke in das leben zwischen drogensumpf, sinnkrise, sex und erster liebe geben soll. das ganze kommt schick verpackt, gut fotografiert und mit einigem an leckerer musik. natürlich - wie sollte man es von unseren englischen tv-machern anders erwarten - ist alles up to date und lässt sich ohne probleme unter jugendvertretung von shows wie nathan barley oder the mighty boosh subsumieren. wer also sozialwissenschaften studiert, synchronisierte coupling-folgen satt hat oder einfach nur wissen will, was es wohlmöglich hier im fernsehen nie geben wird, kann sich unter vorbehalt mit folgenden suchanfragen material für den nächsten party-smalltalk aneignen.

episoden: tony, cassie, jal, chris, sid, maxxie & anwar, michelle, effy, the boys