sebastian kamps ist
bäckersohn, und das ist auch der vermutlich einzige grund, warum die boulevardmedien ihn vor seiner
gestrigen hochzeit zu einem der begehrtesten
junggesellen deutschlands zählten. weder seine pausbacken, noch sein musikgeschmack begründen dies. sebastians ankunft in
travemünde wurde mit seinem lieblingslied
"i am looking for freedom" untermalt. ein bißchen sieht er auch aus wie
the hoff, nur hoffentlich erspart er travemündes strand die rote speedo!
die staubtrockenen backwaren der
franchise-kette kamps eignen sich bekanntlich nur als
entenfutter und paniermehl, doch schaden angerichtet hat die familie noch nicht genug. sebastian und seine
gattin gülcan, ihres zeichens selbst eine
kreation der medienbranche, setzten gestern einen erneuten meilenstein in der entwicklung des fernsehens, die sowohl journalisten als auch werbern den
brötchenerwerb immer schwieriger macht; denn wer hier wirbt, oder berichtet, muss verzweifelt sein. das privatfernsehen braucht keine journalisten mehr, die kommentatoren kommen aus den seniorenresidenzen
ausgedienter viva-moderatoren. da weiß man, was man hat: können, charisma und kompetenz gleich null. auf seiten der werbung stellt sich die frage, welche firmen ihren agenturen noch
große etats für fernsehwerbespots zur verfügung stellen möchten. fernsehwerbung mag zwar die
königsdisziplin dieser branche sein, aber die mediaplaner wissen womöglich auch nicht, welche spots außer für damenrasierer, fettarmen joghurt und
katzenstreu überhaupt noch ihre zielgruppen über das fernsehen erreichen,
quote hin oder her.
so
schreibt auch
zukunftsforscher opaschowski, dass eine
mediengeneration heranwachse, "die sich zwischen konsumhaltung und verweigerungshaltung entscheiden muss. […] die kleine gruppe der verweigerer verhält sich fast wie eine postmediale generation: raus aus dem medialen
zeitkorsett und weg von sinnentleerten tv-ritualen, ausstieg aus cliquenzwängen, gruppennormen und oberflächlichen beziehungen. […] dies kann sich nur eine
info- und bildungselite leisten - die masse bleibt weitgehend im
käfig der konsumkultur."
dennoch konnten gestern abend alle zufrieden sein.
prosieben erreichte einen marktanteil von 18,6 prozent, versammelte die deutsche prominenz in gestalt von
kai ebel zur travemünder traumhochzeit, und mein mitbewohner fand doch noch die dvd mit den
münsteraner tatorten, so dass ich anstatt dem
ja-wort doch noch
jan-josef-liefers mit seiner
moorleiche anschauen konnte.
zur scheidung schalte ich dann wieder ein, versprochen.