12/03/2009

die letterness


poney poney - cross the fader


12/01/2009

Niemand hat die Absicht, in Bottrop zu wohnen.



Mit einer Mischung aus Erschrecken und Erstaunen stelle ich zur Zeit fest, dass ein Gros von Freunden und Bekannten beinahe allergisch reagiert, wenn man beim Anblick von Formaten wie DSDS, Bauer sucht Frau, Frauentausch oder dergleichen auch nur ansatzweise die Nase rümpft. Man liebt es. Man will es lieben. Reflektion hingegen ist kein gern gesehener Gast auf den heimischen Sofas. Und wenn überhaupt dient sie maximal als Vorwand, trotzdem darüber lachen zu können. Man weiß eh Bescheid.

Erlaubt ist schließlich alles, „diese Leute machen so was ja freiwillig“. Wirklich, tun sie das? Zweifelsohne strampeln die Menschen, die uns dort vorgeführt werden, um jeden Zentimeter Anerkennung. Sie müssen, denn die Gesellschaft selbst - das sind wir, z.B. wenn der Fernseher nicht läuft - würde am liebsten gar nichts mehr von ihnen wissen. In der Regel tut sie das auch. Vergessen werden wollen aber freilich die wenigsten.

Auf der anderen Seite stehen die Sender, die von diesem Strampeln maßgeblich profitieren und aus diesem Umstand ihr Kapital schlagen. Ein Schelm, wer denkt, dort würden Leute hinters Licht geführt. Viel zu lang haben wir unser Verlangen nach einem Gruselkabinett unterdrückt, als dass wir es jetzt gegen gesunden Fremdscham eintauschen würden. Warum auch, "die da" sind wie du und ich. Nur eben etwas schlechter.

Wieso muss man also so sehr daran glauben, dass es in Ordnung ist, über die Minderbemittelten - denn so nennen wir sie politisch korrekt - zu lachen? „Wenn das mal nichts mit dem System zu tun hat“, sangen Blumfeld einst und könnten hier - wenn auch leicht umgemünzt - nicht in Gänze falsch liegen.

Die Protagonisten unserer allabendlichen Unterhaltung sind in gleich zweierlei Falle getappt. Erst in die soziale, dann in die mediale. Die soziale Falle sind unter anderem Phänomene, die gemeinhin und grob unter Hartz4 subsumiert werden können. Was gemeint ist, wenn dagegen demonstriert wird, ist allerdings weniger das Werkzeug Hartz4, als viel mehr die Angst der Mittelschicht in die Armutsfalle zu tappen. Genauso wenig wollen wir in Bottrop wohnen, talentfrei sein oder ein Pferd unseren besten Freund nennen. Dazu später mehr.

Wer jedenfalls Angst hat, muss beruhigt werden. Das hat seit Jahrhunderten System. So wusste man schon im alten Rom, dass das Volk ruhig bleibt, wenn es nur Brot und Spiele bekommt. Letztere haben wir jetzt sogar 2.0. Wir lachen wie eh und je über die anderen: die da unten, die Freaks und die Asozialen, die Abartigen, die Armen und eben die Bauern. Hauptsache, man fühlt sich normal. Das lässt vergessen, dass man trotz Abitur bald auf der anderen Seite der Mattscheibe sitzen könnte. Der Weg ist kurz.

Das letzte bisschen Sinn und Verstand unterliegt so regelmäßig der perversen Erregung, die man verspürt, wenn Single Hartmut sein Pferd Apoll fragt, wie es gilt mit seiner potenziellen Angetrauten Nicole umzuspringen. Das ist verständlich. Es erinnert uns daran, dass unser Pferd Paul heißt und Nicole Isa, Tina und/oder Sarah. Außerdem wissen wir, dass wir besser küssen können. Im besten Fall schwant uns sogar, dass wir sozial so verankert sind, dass wir für Geschlechtsverkehr nicht zahlen müssen.

Daher sind Formate dieser Fasson inzwischen so gefragt, dass man meinen könnte, der Unterschied zwischen einem hirnlosen Zombiekiffer mit Fressflash bei Burger King und Otto Normalverbraucher vor dem TV sei gar nicht so groß. Das stimmt vielleicht auch. Nur haben Gier und Hunger sowohl ein anderes Ziel als auch eine andere Motivation.

Wo das Fleisch herkommt, kümmert indes niemanden.


11/24/2009

the very best


charlotte gainsbourg & beck - heaven can wait

clip in ages. punkt. merzi, keith.


schreiben wie auf jetzt.de



der schmerz, stöhnend ließ ich mich nieder, in dein bett aus dornigen rosen, das blut lief mir die wange hinab, ich stieg hernieder, in einen traum aus tausend fantasien, die ich nie haben würde.

den mond im blick ging ich festen schrittes eine straße entlang, eine straße, die das leben sein sollte, es aber niemals werden würde, eine straße voller möglichkeiten, ungeträumten fantasien, die du mir nahmst, als du mir nahmst, was einst mir gehörte.

die lieder, die du mir spieltest waren stumm und zählten nichts vor den ohren, die mein vater mir schenkte, als er mir mit auf den weg gab, nicht darauf zu hören, was die anderen sagten, wenn sie von dingen sprachen, deren bedeutung sich der ewigkeit entzogen. so trat ich dann ins licht, reingewaschen von den sünden, die ich niemals begangen hatte und deren ich doch schuldig war.

in memoriam jetzt.de.


11/23/2009

deine pläne: follow the white rabbit / 2x2 gästelistenplätze für die berghainkantine am samstag aka vintage night shopping

die sterne - deine pläne


am kommenden samstag finden neben dem hbc reopening, dessen rsvp auf facebook inzwischen zum guten ton zu gehören scheint, noch 2 events auf dem programm, die von peter bounce, also meinem mann in neukölln, bespielt werden. er legt die fährte.

zunächst gibt es ein bisschen liebe in der berghainkantine, in der sich anlässlich feel like lovers z.b. ebenfalls &me und jack tennis die dinge zuhauchen, um ein bisschen schmusiger beats zu spielen, während ganz in der nähe kleidungsstücke darauf warten gekauft zu werden. richtig, kleidermarkt in der berghainkantine. angeblich ohne kaufzwang. letzteres dürfte (sollte) aber für die frau von welt keine bedeutung haben. shopping und alkohol ohne visakarte. das sind schwere geschütze.

dann geht es für bernd weiter ins rosis, in dem sich die sterne mit einem dj set die ehre geben. dazu gibt es dj supermarkt von der kette deines vertrauens. angeblich spielt aber auch jesse rose mal wieder im berghain. für die faulen. gerüchteweise kann man aber als harter indietroniker auch gleich und nur ins rosis gehen. oder danach. oder vorher.

macht 2x peter bounce, 1x berlin battery, 1x hamburger schule auf gommas abwegen und vintage shopping auf der käseplatte. kann man machen. peter tut das.

um das ganze abzurunden verlosen wir 2x2 gästelistenplätze für die berghainkantine. mit der sähmigsten pickup-line steigen die chancen. einfach eine email mit dem betreff "feels like love" an knickenberlin@googlemail.com und echte gefühle zeigen.

mehr infos gibt es bei facebook (feel like lovers) oder myspace (milch). ausserdem kann man rechts in der leiste noch die zwei bezaubernden flyer bewundern. milchmänner mit gefühl. oder so. ps: ab 7 ist mag release von stil in berlin im kim.


11/14/2009

grizzly bear - ready, able



oh, yes. mehr bei den grizzlies selbst.


11/11/2009

i need an addiction, to cultivate a personality

.

jarvis cocker, further complications

ich promoviere über den sexappeal des musiknerds. bald.


11/04/2009

immergut - der neue trailer zum film


Dies ist der zweite Trailer zum Immergut-Film von Hagen Decker. Mehr von ihm auf vimeo. Starttermin: bald.


11/02/2009

Peter und der Bounce - Ein Hörspiel/Ein Mixtape



Bernd alias Peter Bounce ist ein Mann, ja ein Kind der Tat. Auch wenn es ab und zu mal etwas länger dauert, es passiert. Da sind wir uns ganz ähnlich. Für seinen neusten Mix, der viel mehr ein Hörspiel oder ein Mixtape im klassischen Sinne ist, hat er sich mehr als einen Monat Zeit genommen und ordentlich gediggt. Das hört man. Man merkt es sogar, wenn man mit ihm befreundet ist. Häufig.

Irgendwo zwischen MPC, Plattenspielern und Vinyl ist Bernd hängen geblieben. Niemand hat ihn abgeholt. Niemand hat im Bescheid gesagt, sich beschwert, dass auch mal gut ist. Und das wurde es dann doch irgendwann: gut. Peter und der Bounce ist eine kleine Symphonie aus altem Ariolaknistern und digitalem Bohei - als Hamburger stellt man sich den Hafen und einen Plattenspieler plus Eisenohr im Elbsand vor, dazu umherlaufende, vielleicht schnatternde Kinder. Als Bayer kommt man vermutlich auf etwas anderes, irgendwas mit Lederhosen und Skiliften, was mich aber nicht weiter stört. Ich bin keiner, maximal ehrenhalber.





Download


Das neue Mixtape ist also ein Mixtape. Es ist kein Set, darauf besteht Bernd. Es ist harte Arbeit, Gefrickel an der Technik und Warten auf den perfekten Run an den Tellern. Es ist im weitesten Sinne handgemacht. Es ist unaufgeregt, aber gerade deswegen detailverliebt. Es hat 40x Lindy Hop, anderen Hop und Tech House; und es hat: Herz. An selbiges will ich es euch legen. Genau wie Bernd an meins, der es zu meinem Projekt gemacht hat.

Mehr Informationen zu Peter Bounce findet ihr auf Myspace oder bei Soundcloud, mehr Informationen zum anderen Peter und seinem Wolf hier. Die Tracklist ist in den Comments.


skater zum montag






www.jacobsutton.com