
zum anfang der zweiten oktoberwoche gibt es nicht nur neue fotos von
katja, sondern jede menge weitere visuelle schmankerl von
allerlei getier, was die hollywoodhühner in einem weiteren post miteinschließen wird. aber vorab ein paar worte dazu, warum nach den
ponys schon wieder unsere
plüschigen freunde auf den plan treten.
als 1931 der
welttierschutztag auf den 4. oktober gelegt wurde, konnte in deutschland niemand ahnen, dass der vorausgehende tag einmal zum
tag der deutschen einheit werden würde. folglich findet der welttierschutztag zumindest auf deutschem boden keinen platz auf der medienagenda, erst recht unter einer großen koalition. and let’s face it: die anliegen und argumente von tierschützern sind unter der vielzahl von anderen interessengruppen – die mächtigen lobbys der
pharma-, kosmetik- und lebensmittelhersteller – nahezu unsichtbar. politisch betrachtet ist tierschutz ein
non-issue.
verbraucherschutzpolitik ist neben ursula von der leyens
kreuzzug für ein kinderreiches land und dem
nicht enden wollenden konflikt innerhalb der koalition das politikum, mit dem um die
gunst der wähler gebuhlt wird. solange
horst seehofer nicht gerade wichtigere dinge auf dem schirm hat, wie das wohl des bayrischen freistaates oder
die eigene familienplanung, führt er beim verbraucherschutz die
feder. aber nicht nur
gammelfleisch und vogelgrippe sind in seehofers
ministerium angesiedelt, auch das ressort für tierschutz befindet sich dort.
dingfest gemacht hat es dort anscheinend niemand, obwohl
seuchen, lebensmittelqualität &
bioprodukte stark diskutierte themen darstellen, die untrennbar mit der artgerechten haltung von tieren verbunden sind.
dicke kinder und
das verbraucherinformationsgesetz scheinen dennoch medienwirksamer. noch nicht einmal eine simple pressemitteilung konnte das
bmelv zum vierten oktober auf die beine stellen.
das verwundert, sprechen über 23 millionen heimtiere und die unsummen, die der deutsche haustierbesitzer in den zugehörigen
wirtschaftszweig investiert, für eine weitverbreitete und ausgeprägte tierliebe. die deutschen tragen ihre dackel und
miezen öffentlich
zu grabe, investieren geld in künstliche
hüftgelenke für hasso und nehmen strassbesetzte deckchen in die garderobe der
kleinen kläffer mit auf.
ansatzpunkte für politische kommunikation, gar emotionalen
wahlkampf finden sich in diesem kontext zu hauf.
schröders rettung der gans doretta sorgte für wohlwollende schlagzeilen, aber was wäre erst eine
angela merkel mit einem
chihuahua in der aktentasche?
natürlich fangen an der stelle
verhätschelter haustiere tierliebe, tierschutz und tierquälerei an verstrickungen aufzuweisen. zu viel liebe
enstellt die zotteligen hausgenossen oder treibt sie frühzeitig ins grab.
die wohl offenkundigste überlagerung von tierliebe und
perversion spiegelt sich in der entwicklung des hundes vom schutz- und jadgtier hin zu einem
modeaccessoire. wer erinnert sich nicht an die
mops-epedemie auf der kastanienallee, die
französische bulldogge im letzten jahr und den zum
reihenhaus und spießerglück gehörigen golden retriever.
welcher rassehund wird also als nächster aufgrund von
zweifelhaften motiven als treuer begleiter an der seite der frauen bellen, deren verzweifelter durst nach aufmerksamkeit durch das mitführen eines
hässlichen hundes gestillt werden soll? kehren auch hier die 80er zurück, und somit der
afghane?
das künstler-kollektiv
pleix, auch verantwortlich für das
bunny-video zum groove armada track get down, bietet im video zu
vitalic's birds eine auswahl
markanter rassehunde, ohne rosa schleifchen, ohne zickiges frauchen, in zeitlupe und in ihrer ganzen schönheit und mit über generationen herausgezüchteter,
putziger genmutationen.
doch zurück zum tierschutz. einzig lautes organ zum wohle der tiere ist und bleibt
peta, die regelmäßig
prestigeträchtige testimonials für ihre kampagnen verpflichten.
dita von teese,
alicia silverstone,
pamela anderson, dennis rodman –
die liste ist lang, die zielgruppe der kampagnen dennoch begrenzt.
ob die nackte haut der stars hingegen mehr aufmerksamkeit auf das issue, oder wunderbare
unbezahlte öffentlichkeit und
imagegewinn für den celebrity bedeutet, kann sich jeder leicht beantworten. mit peta schmückt man sich gern - schön und manchmal auch
schaurig anzusehen sind die motive aber allemal.
princess superstar und sophie ellis bextor für peta.